41 frb bernau
neu kontakt forum leserbrief gastbuch site map impressum

 

Home
Nach oben

 

 

    

   Neu

   Gastbuch

    Forum

             

      

    ADA 

         ADA  news

       

 

 

 

    SAM 

     TBM

    Krieg  

      

                      

     Theorie Fla  

 

 

 

     S F R
    Taktik
     
Radar
     
ELOKA
     
basic
     
FAQ

  

 

      Historie

          

 

     Raketenbau           

      Modellbau  

     Fun

    

 

       Links

      Buch

 

        

         

      NVA

 

     S 125   SA 3

       

      S200   SA 5

       S 75    SA 2

       PATRIOT       

   

                                41.Fla-Raketenbrigade Ladeburg        

                                                   

 


      Märkische Oderzeitung   http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/263119/

 

      Video der 41.FRB     

http://www.youtube.com/watch?v=7FPu3LYOEF8

http://www.youtube.com/watch?v=JyFQHs7PGwQ

http://www.youtube.com/watch?v=7uOUqTyblFg
 

 

                                                                  

                                                                     Jeder kann alles lernen       

                                                                   Rampe mit 20- DSU- Flugkörper  vor dem Stabsgebäude in Ladeburg

 

Die Rampe mit der "Dwina "Fla Rakete am Stab befindet sich heute im Flugplatzmuseum Cottbus.
Die Rampe wurde ( leider ) farblich verändert und entspricht nicht mehr dem Original.

                             

 

  

                                 Ladeburg. Mit freundlicher Genehmigung: Mike

 

                1. Oktober 1959       Aufstellung als Flakregiment 16     in Pinow  

                                    1962       FR - 16        in Pinow

                2. Oktober 1990        Auflösung der 41. FRB in Ladeburg

                                     1969      Ehrenname    Herrmann Dunker

 

                Aufgabe des FR-16 : Schutz des Berliner Raumes vor Grenzverletzungen und Luftschlägen eines Luftgegners im Krieg

                Dieser Schutzauftrag bestand bis zum Jahr 1990. Es lag aber kein expliziter Schutzauftrag für Berlin vor.

Struktur  FR-16 1960:
Ladeburg - Stab
Ladeburg Obj. 2        Technische Abteilung TA-160
Markgrafpieske         Fla-Raketen-Abteilung 161
Prötzel                        Fla-Raketen Abteilung 162
Klosterfelde               Fla-Raketen Abteilung 163
Kremmen                   Fla-Raketen Abteilung 164
Ladeburg                   Gefechtsstand FR-16

1962 :        Umbenennung von Flak-Regiment-16 ( FR-16) in Fla-Raketen-Regiment 16 ( FRR-16).

23.05.  1962            Unterstellung an  1. LVD

Januar 1961            Eingliederung in das DHS der Luftverteidigung .

                                  Seit dem jeden Tag im DHS bis zum 3. 10. 1990

1984                         Umbenennung von FR16 in 41. Fla Raketenbrigade und Umstrukturierung

1990                         Fla-Raketen-Geschwader 52

1994                         gibt es nicht mehr


Ab 1985 wurden 4 neue Systeme S- 125 Neva  ( davon 3 gekauft aus Russland ) in die Gefechtsordnung eingebunden. Diese Systeme befanden sich im Vorfeld, westlich Potsdam bzw. eine Einheit nord-östlich von Berlin.

Im Jahr 1985/86 wurde am Standort Badingen, nördlich Berlin, ein System großer Reichweite in Betrieb genommen. Das System S 200 WEGA - Ä  war mit 2 einzelnen  Kanälen ab 1986 einsatzbereit. Die Soldaten der FRAG 411 trugen die Uniform der  Fla Raketen Truppe.

Ab dem 1. Juli 1984 wurde das  FR 16 in 41. Fla Raketenbrigade umbenannt .


Umbenennungen 1984 :
Technische Abteilung 160    wurde  4120
Funktechnische Abteilung     wurde  4101
FRA 161 wurde      FRA 4121
FRA 162 wurde      FRA 4122
FRA 163 wurde      FRA 4123
FRA 164 wurde      FRA 4124


gebaut wurden 4 neue Stellungen  1984 - 85
FRA 4131     Schönermark
FRA 4132     Fehrbellin
FRA 4133     Zachow
FRA 4134     Reichenwalde
 


Gefechtsstand in Ladeburg

Wegen der Umstellung auf 3 unterschiedliche und neue Waffensysteme wurde ein  neues Führungsmittel (AFS)  installiert. Dieses befand sich bei Ladeburg.
Ab 1988 konnte der Gefechtsstand im  DHS die  automatisierten Führung der Fla-Raketen-Komplexe der 41. FRB gewährleisten. Mit dem  JG-8 der Fliegerkräfte der Luftverteidigung gab es Verbindung.

Die Nachrichtenmittel und Leitungen waren einsatzbereit, die technischen Arbeitsplätze im automatisierten Führungssystem waren vorhanden. Praktisch waren diese Arbeitsplätze im täglichen Einsatzbetrieb unbesetzt und währen erst in höheren Stufen der Einsatzbereitschaft mit Personal durch Soldaten des JG - 8 besetzt. worden. Es bestand eine ständige Verbindung zum GS-31in Kolkwitz. (automatisierte Jägerleitstelle). Quelle Chronik der 41. FRB ( Anlage 2 )

Das System S- 200 WEGA war mit 2 Kanälen ( quasi 2 vollwertige Systeme mit einer Führung ) wurde am 1. Mai  1985 fertig gestellt und war technisch einsatzbereit. Gekauft werden sollten ursprünglich 4 Systeme für die DDR / NVA. Die wirtschaftliche Lage gab das nicht her.

Hüter des Luftraumes ,  ISBN  9783861535805   Finke  , Dissertation , als Buch herausgebracht.

Seite 212 , Fußnote 76 , Sitzung der Verteidigungsminister 1979 in Warschau, siehe da





 
41. FRB im Jahre 1990:
Stab  Ladeburg = Fernsehprogramm
Gefechtsstand Rüderitz/Ladeburg  =Oberbau
Wechselgefechtsstand  Klosterfelde = Oberbau 1

Technische Abteilung 4120   Ladeburg = Fernsehprogramm 70
FRA-4121 bei Fürstenwalde  = Fernsehprogramm 71
FRA-4122 bei Prötzel             = Fernsehprogramm 72
FRA-4123 bei Klosterfelde    = Fernsehprogramm 73
FRA-4124 bei Sommerfeld    = Fernsehprogramm 74
FRA-4131 bei Schönermark = Fernsehprogramm 75
FRA-4132 bei Fehrbellin       = Fernsehprogramm 76
FRA-4133 bei Zachow          = Fernsehprogramm 77
FRA-4134 bei Reichenwalde = Fernsehprogramm 78
FuTA-4101 bei Ladeburg  = Fernsehprogramm 79
FRAG-411 bei Osterne/Badingen/ = Fernsehprogramm 80
FRAG 411 hatte ein abgesetztes Fla-Raketen-Lager  bei Wolfsruh/ Gransee



Für den Fall des Einsatzes im Krieg war Gerät in Klosterfelde eingelagert und sollte aufgebaut werden in:

Technische Abteilung: Technische Abteilung 4140  in  Bochow
FRA- 4141 ... Luckow
FRA- 4142.... Bochow 
FRA- 4143.... Saarmund  
FRA- 4144.... Schenkendorf 

Die Systeme waren S- 75 DWINA. Diese Stellungen haben bis 1990 nicht existiert.





Ausrichtung der 41. FRBr:

Die Fla-Raketen - Abteilungen der Brigade waren in west- und nordwestlicher Richtung um Berlin ausgerichtet. Von dort wurden  die Haupanfluglinien des Gegners vermutet.
Entgegen einiger Spekulationen lag kein Luftverteidigungsauftrag für die Stadt Ostberlin vor ( das Bild in der 4133 zum Schutz der Hauptstadt war eher Propaganda) .Dieses Statement wird von Peters seit 2007 so behauptet (und wird gern abgeschrieben) , und ist  möglicherweise so nicht richtig.


Besonderheiten :

Auffällig war, dass es keine deutsche Luftverteidigung südlich Berlin gab. In westlicher Richtung          ( Potsdam ) befanden sich 3 Fla Raketenabteilungen vom Typ S -125 Neva-M1. Die Räume zwischen diesen Feuerabteilungen warn nicht gedeckt, nicht überlappt und damit ungeschützt gegen Durchflüge.

Vermutet wird heute, dass die 133. FRB des Oberkommandos der Gruppe der russ- Streitkräfte diese Aufgabe übernommen hätte (?).

Für den Verteidigungsfall, aber auch für die Eroberung der Stadt Berlin - West hätte die 41.FRB auf Grund der räumlichen Lage die Luftverteidigung gewährleistet  (? ).

Die 20. Gardearmee der russ. Streitkräfte hätte sehr wohl der Verteidigung von Berlin übernommen   (@ Autor: das war in unseren Feuereinheiten die einhellige Meinung, diese wurde von den Kommandeuren so vertreten und gehörte zum allg. Wissen der Soldaten in der Feuereinheit. Leider werden solche Aussagen heute angezweifelt ).  Die 41. FRB wäre von der 20. Gardearmee geführt worden. Anzahl der russ. Schiesskanäle :  8.000.

Es bestanden keine Fernmeldeverbindungen von den Feuereinheiten zur GSSD. Ob es Verbindungen vom GS Ladeburg  zur GSSD gab ist stark anzuzweifeln. ( *Autor  : Gespräche mit ehemaligen Diensthabenden im GS Ladeburg bestätigen, dass es keine direkten  Meldewege zur GSSD gab).


 
              
 Kommandeure des Truppenteils von Beginn bis zum 02.10.1990  

Oberstleutnant  Horst Gorlt
Oberst  Naumann
Oberst  Kahle
Oberst  Werner Scholz

 

Ab 1990

OTL    von Wolff     Bundeswehr

 

                

Arbeitsplatz des Schiessenden. Es handelt sich hier um den  Kommandeur der 41. Fla Raketenbrigade Berlin   ( Scholz, hier noch OSL, später Oberst )  in Funktion als Schiessender ( S- 75/ SA-2     "Wolchow " ).

Der Schiessende beurteilt an seinem Rundsichtgerät die Luftlage ( Tochtersichtgerät )  und weist dem Leitoffizier Ziele zum Auffassen zu. Die Arbeitsplätze des S75 "Wolchow" und S125 Neva sind ähnlich aufgebaut. Rechts neben ihm sitzt einer der   3 Funkorter zum Begleiten des Zieles. Der Leitoffizier sitzt halb rechts hinter dem Schiessenden und beurteilt die Möglichkeiten der Feuereröffnung an seinen 2 Feuerleitsichtgeräten und startet die Flugkörper.

Tochtersichtgerät Schiessender mit Bild von P 18 RADAR    http://sites.google.com/site/samsimulator1972/home

 Der Schiessende

Begriff aus der deutschen Flak im 2. Weltkrieg. Der Schießende ( typischerweise der BC, Batteriechef) war der taktische Führer vor Ort in der Flakstellung und organisierte das Gefecht. Es hat selbst persönlich nicht geschossen , aber der Feuerbefehl kam von ihm.

 

                                          Luftraum - RADAR   P15

                   Arbeitsplatz des Schiessenden mit Tochtersichtgerät von P15 / P12 RADAR  

 

Der „Schießende” fasste den Entschluss das Ziel zu vernichten, befahl die Leitmethode und die Anzahl der zu verschießenden Raketen. Er beurteilte die Luftlage und fasste den Entschluss zur Zielvernichtung  ( schiesstaktischer Entscheider ).

Mit der Ausbildung, Erfahrung, räumlichen und taktischen Vorstellungsvermögen steht und fällt die Feuerabteilung innerhalb der ersten Minuten des Luftabwehrschlages gegen die anfliegenden Luftgegner.  Der Schiessende und Kommandeur der Feuerabteilung führt den taktischen Feuerkampf. Alle schauen auf ihn. Ist er unsicher, sinkt der Glaube an den Erfolg im Feuergefecht bei schwierigen Luftlagen. Besonders und Schiessbedingungen der elektronischen Niederhaltung ( jamming ), Einsatz von Anti- Funkmess Raketen ( HARM ) hängt von seinem Wissen und Erfahrung das Überleben der Feuereinheit ab. Die Beurteilung der taktischen Luftlage und Erkennen der taktischen Idee des Luftangriffes bestimmen den Erfolg beim Schiessen mit Fla Raketen. Der Schiessende musste beherrscht führen und  das Wesentliche erkennen. Eine 2. Chance gegen den Luftgegner  gab es nie. Oft musste in den entscheidenden Momenten laut und energisch geführt werden.

Die besten Schiessenden kamen immer aus der FUTK. Handelte es sich gar um einen altgedienten Leitoffizier - so war die Fla- Raketenabteilung unschlagbar.

Typische Arbeit innerhalb der Raketenleitstation: 

Die mündliche Zielzuweisung der Brigade wird am Luftlage- Planschet gegen geprüft. Der Planzeichner klopft üblicherweise gegen die Plastikscheibe ( Stift ) bzw. der Ableser ruft dem Schiessenden die    präzisen Zieldaten   zu.  ( Winkel , Höhe , Entfernung ). Diese Luftlage ist zentral ( über Funk ) und zeitverzögert. Der Schiessende sucht nun am eigenen Sichtgerät  ( Tochtersichtgerät ) das Ziel aus . Da die Fla Raketenabteilung bis zu 50 km und mehr vom Sichtgerät des Schiessenden der Brigade entfernt ist,- stimmen die Zielzuweisungen nur sehr grob. Die Zielzuweisungen werden natürlich aus der Sicht der Brigade gegeben.  Ggfs wird die Zuweisung wird mit dem Ziel aus der zentralen Luftlage mit der dortigen Zielnummer verknüpft.

Der Schiessende der Fla Raketenabteilung weist den Schisssenden der Brigade auf eigene Ziele innerhalb der örtlichen Luftlage hin.  Die Abstrahlung der Raketenleitstation  wird vom Schiessenden der Fla Raketenabteilung befohlen.

Zielzuweisung der Brigade haben immer Vorrang vor eigenen Zielauffassungen. Der Schiessende meldet die Feuereröffnung an die Brigade.  Der Leitoffizier empfängt sein Ziel vom Schiessenden der FRA. Er hört aber sehr wohl den taktischen Sprechverkehr der Abteilung  und Brigade ( Lautsprecher innerhalb der Kabine UNK ).

Bei automatisierter Arbeit läuft die Zielzuweisung beim Leitoffizier auf. Der Schiessende der FRA empfängt akustisch ( Klingel und Lampe an seinem AFS- Pult ) die Zuweisung. Diese Zuweisung kann mündlich durch den Schiessenden der Brigade angekündigt werden. Bei einzelnen Zielen kann die Brigade das Ziel mündlich zuweisen ( Entfernung, Höhe, Seite ) und darauf hin über das  AFS zuweisen. Der Schiessende weis um welches Ziel es sich handelt und sucht es auf dem Tochtersichtgerät. Bei Nichtauffassen mit AFS kann er dem Leitoffizier die Zielangaben über die eigenen RADAR Mittel zuweisen.

Im ungünstigsten Fall wird der FRA über das AFS ein Ziel zugewiesen, ohne dass der Schiessende die Zieldaten erhält. Der Durchgriff erfolgt sofort auf den Schrank des Leitoffiziers. Der Leitoffizier schaltet auf "Zuweisung". Jetzt wird die Antenne der Raketenleitstation auf Seite und Höhe gedreht. ( max. 3-6 sec ) Nach Zuschalten der "Hochspannung" und "Antenne" ist das Ziel auf den Leitsichtgeräten zu sehen. Nach abschalten von "Zuweisung" wird das Ziel fein abgedeckt und an die  2 Funkorter     ( Operator Seite  und  Höhe ) übergeben.

 

 


                                              

         Einbindung der 41.FRB in den LV Verbund des Warschauer Vertrages

         Quelle : Chronik der 41. FRB , mit freundlicher Genehmigung Autor, Anlage 2

 

Die Truppen der LV wurden im diensthabenden System zentral geführt. Die Luftlage der FUTT, Truppen der FUTT der Landstreitkräfte im DHS und eigener Luftraumaufklärungsmittel wurde über Sprache, Funk oder automatisiert in verschiedene Luftlage Netze eingelesen( Daten oder auch Funk mit Sprache). Man konnte sich in die Luftlage einschalten und mithören( Stichwort WOSDUCH , hier nicht weiter erläutert, gerne auf Nachfrage).

 

        Zentraler Gefechtsstand                                    Moskau

        Hauptgefechtsstand West                                 Minsk
        Hauptgefechtsstand Süd-West                         Kiew


        ZGS der LSK/LV der DDR                                Fürstenwalde
        ZGS der LV Polen                                              Warschau
        ZGS der LV der CSSR                                      Prny
        ZGS der LV Ungarn                                            Budapest
        ZGS der LV Rumänien
        ZGS der LV Bulgarien


ZGS-14 der LSK/LV der DDR hatte eine Führungsverbindung mit  Minsk und Moskau. Mit dem  Warschau und Prag bestanden Verbindungen des Zusammenwirkens und des Informationsaustausches.

Der ZGS-14 der LSK/LV sicherte aus dem Schutzbauwerk Fuchsbau bei Fürstenwalde die Führung des Diensthabenden Systems der LSK/LV, der diensthabenden Mittel der Truppenluftabwehr der Landstreitkräfte und den Informationsaustausch mit den Luftverteidigungsmitteln der russischen GSSD.

                                     Bilder : http://www.lv-wv.de/  

                                    "Die Streitkräfte der NATO auf dem Territorium der BRD",  Militärverlag NVA, 1982

 

 

 Die 41. Fla Raketenbrigade im Falle des Krieges  

Mit dem Signal " Ausgangslage Abwehr " der Fla Raketentruppen wäre die 41. FRB aus der Frieden in die Kriegsstruktur überführt worden. Dauer und Abläufe können nur vermutet werden. 14 Tage sind eine gute Annahme. Es mussten  3 zusätzliche Fla Raketeneinheiten aus dem Personalbestand  ( ! ) der 41.FRB  gebildet worden. Zusätzliche Fla- Einheiten wären nicht zugeführt worden.... es gab keine.

Die Kriegsstruktur war  ausgeplant, aber selbst den Kommandeuren nicht bekannt.. Übungen erfolgten in Teilsegmenten : Mob- Übungen für Reservisten etc. Niemals wurden die  ausersehenen Wechselstellungen Stellungen bezogen oder fernmeldetechnisch angeschlossen. Erkundet wurden jeweils einige Wechselstellungen im Nahbereich der FRA ( 10 Km ).

In den einzelnen FRA war bekannt, dass Personal in neu aufzustellende FRA abgegeben werden. Wer es genau war, konnte auf der Arbeitsebene  nur vermutet werden.

Typisches Training der FRA beinhaltete kurzfristige Verlegungen, Training der Verlegung bei Nacht und Verlegen im Kfz Marsch.

 

Fla- Einheiten, die innerhalb der 41. FRB aufgebaut werden sollten

Die Stellung Saarmund wurde von Angehörigen der 4133 im Jahr 1988 besichtigt und als nicht brauchbar für die Fla-Raketentruppen als Feuerstellung  eingeschätzt. Saarmund war eventuell  als Rifu und Funksendestelle geplant.

Hier gab es nach der Wendezeit interessanten Schriftverkehr mit den neuen Besitzern ( Staatliche Stellen ) bezüglich vermuteter Umweltverschmutzung.

Die im Internet von Laien vertretene Ansicht , es handelt sich um die MOB Stellung für Fla-Raketenabteilung 4143 FRA-4143    Saarmund /Potsdam ist sachlich falsch.

Soldaten der 4133 beurteilten diese Stellung auf Eignung als  Wechselstellung für das Luftabwehrsystem S 125 NEVA.  Die Ausmaße der Stellungen ließen die Aufstellung der 4 Startrampen des Fla Raketenkomplexes nicht zu. Diese  Stellung wurde als mögliche Wechselstellung  abgelehnt.

Die Stellung war damit als S- 75 Feuereinheit erst recht unbrauchbar. Die Stellung in Saarmund war als Standort einer technischen Abteilung denkbar ungeeignet. Montage, Verladung, Prüfung oder gar Betankung von Fla- Raketen war innerhalb der räumlichen Enge und Fahrwege nicht geeignet. Die Stellung war eine Sackgasse. Den geplanten Zweck konnte wir im Jahr 1988 nicht erkennen. Wir vermuteten einen möglichen Standort einer Fernmeldeanlage, Richtfunk oder Luftlage- RADAR der FUTT etc. Der Autor war persönlich als Vertreter der Futk dabei. Der Deckungswinkel war sehr gut mit -5 °.

Saarmund, bei Potsdam   Bild Andre Riedel für Peters

 

Die 41. FRB führte  im Frieden mit dem automatischen Führungssystem "SENESH" ihre 10 Fla Raketeneinheiten. Im Frieden war die Zusammenarbeit mit den Jagdfliegerkräften der Luftverteidigung vorbereitet. Die Fernmeldeverbindungen zu den Jagdfliegern und Funktechnischen Truppen unterschieden sich deutlich von der Kriegsstruktur. Die einzunehmende Struktur war geheim.

 

Aus der Friedensstruktur war erkennbar :

Auffällig ist, dass die 41. FRB ihr Schutzobjekt Berlin gegen Nord-West verteidigt. Die beiden Fla Raketenabteilungen FRAG 411 großer Reichweite verteidigen nicht das Schutzobjekt Berlin / 41. FRB. Der FRAG  411  werden Ziele zur Vernichtung um  220 Km zugewiesen.

Die Fla Raketenabteilungen mittlerer Reichweite S-75 Wolchow sind stationär. Die aus der Reserve aufzubauenden 3-4 neuen Fla- Raketenabteilungen waren technisch veraltet (S- 75 DWINA). Diese  4 FRA im Süden Berlins wären nur begrenzt in der Lage massive Luftschläge abzuwehren. Diese Systeme waren technisch nicht in der Lage unter jamming moderne Luftziele zu vernichten, verschrotten kam aber auch nicht in Frage.

3 Fla - Raketenabteilungen vom Typt   S- 125 NEVA waren  im Vorfeld und westlich Potsdam in Stellung und auf  Abwehr tief fliegender Luftangriffsmittel spezialisiert. Die Abdeckung der Abstände zu den S- 75  Systemen war nicht vorhanden. Vielmehr wurden die S 125 Systeme an optimierten Standorten  aufgebaut.

Exkurs in die Fla- Raketen Technik

Die typische Vernichtungswahrscheinlichkeit bei Schiessen mit Fla Raketen beträgt unter einfachen taktischen Bedingungen 0,4       (Marschflugkörper) bis 0,8 auf taktische Flugzeuge. Manövrierende Ziele im Endanflug der Fla Rakete, oder jamming gegen die Raketenleitstation (elektronische Niederhaltung) lassen die Vernichtungswahrscheinlichkeit auf 0,4 - 0,1 sinken. Bei Verdopplung der Anzahl der Fla- Raketensysteme ( oder gar Verdreifachung ) steigt  die Vernichtungswahrscheinlichkeit   leider  nicht um den Faktor 2  bis  3.

Trotzdem werden bei zu schützenden Hochwertobjekten eine größere Anzahl Fla Raketensysteme eingesetzt. Die Begründung liegt in der zu erwartenden großen Anzahl von angreifenden Flugzeugen gegen diese Objekte. Außerdem sind die Fla-Mittel selbst Objekte, die angegriffen werden. 

Entgegen weitläufiger Meinungen decken sich Fla Raketensysteme nicht gegenseitig. So könnte man annehmen, Systeme geringer Reichweite würden im Nahbereich die "großen " Systeme gegen Luftangriffsmittel decken. Alle Typen der Luftverteidigungssysteme haben Vor und Nachteile. So ist das System S- 125 Neva auf Anflüge in geringen Höhen  (Untergrenze 20 m bis ca. 10 Km im Anflug ) technisch optimiert. Solche Systeme werden im Layout an tieffluggefährdeten Einflugschneisen positioniert.

Es handelt sich um einkanalige Systeme. Ein Ziel wird an der Startzone aufgefasst und bekämpft. Die fliegenden gelenkten Raketen treffen das sich annähernde Ziel im Idealfall an der äußeren Grenze der Vernichtungszone. Jetzt kann ein nachfolgendes Ziel bekämpft werden. Das Ziel wird in der Tiefe der Vernichtungszone getroffen. Ein weiteres ( 3. ) Ziel wird bei einkanaligen Systemen nicht bekämpft, es kommt zum Überflug und Durchflug zum Schutzobjekt. Typischerweise werden solche Luftabwehrsysteme weit vor dem Schutzobjekt in der angenommenen Hauptanflugrichtung positioniert. Hinterher schießen wäre technisch möglich (S- 125 , S -75 , S- 300 ) wird aber wegen Gefährdung des zu schützenden Objektes nicht angewendet.

Um anfliegende Luftziele mit hoher Anflugdichte ( zeitlich  und zahlenmäßig ) bekämpfen zu können, werden Fla- Raketensysteme in großer Anzahl   (4- 6) für den jeweiligen Anflugsektor positioniert. Mit der Zielverteilung über ein automatisches Führungssystem, werden einzelne Ziele den jeweiligen Feuereinheiten zur Vernichtung zugewiesen. Hierbei wird nicht nach den technisch günstigsten Bedingungen ( an der fernen Grenze der Startzone ), sondern nach der optimierten Zielverteilung das Feuer eröffnet. Nachschüsse sind bei dieser Methode des Feuerkampfes nicht möglich. Das automatische Führungssystem leitet auch Jagdfliegerkräfte an die Luftziele und führt die fliegende LV mit der bodengebundenen LV.

Hochwertziele tief in Russland ( Kernwaffeneinsatzmittel ) wurde je Sektor mit 20 Fla Raketensystemen ( ! ) mit Tiefenstaffelung  durch gemischte Luftverteidigung und mit Jagdfliegerkräften gedeckt.

siehe link

     Deckung der russ. Kernwaffeneinsatzmittel    durch SAM in Russland , kalter Krieg

 

Aus den Erfahrungen lokaler Kriege war anzunehmen :

Innerhalb 24 Stunden bei Kriegsbeginn war die NATO in der Lage 3-5  massive Luftschläge mit jeweils 500 Flugzeugen gegen Räume innerhalb der DDR und in Richtung Polen zu führen. Diese Luftschläge selbst wären in einzelnen  Schlägen  a`  aller 20 min in Geschwaderstärke möglich gewesen. Die Luftverteidigung des Warschauer Paktes hatte eine maximale Abnutzung des Luftgegners herbeizuführen .

Unabhängig von den Flugzeugen wären Marschflugkörper in Gruppen von bis zu 40 Marschflugkörpern gegen einzelne Hochwertziele der Truppen und Luftverteidigung eingesetzt worden. Diese Mittel waren bereits im Frieden vorhanden und ständig einsatzbereit.

Die Luftverteidigung ging von eigenen Verlusten bis zu 30 % innerhalb der ersten 3 Tage Luftkrieg aus. Die Gefechtsausbildung ging von diesen Annahmen aus, die Ansprüche und Überprüfungen waren diesem Level geschuldet . 1999 zeigte sich im Luftkrieg gegen Jugoslawien / Serbien, dass die Annahmen richtig waren.

Probleme waren bereits im Frieden bekannt :

Die deutsche Luftverteidigung wäre unter russ. Führung gestellt worden. Beim Vormarsch oder Rückmarsch der Truppen wären die Luftverteidigungstruppen  des Heeres mitgegangen. Wer hätte das Hinterland gegen Luftangriffe verteidigt. Die LV- Truppen der NVA waren quantitativ dazu nicht in der Lage.

Eine wesentliche Frage , die im Frieden nicht geklärt war, war die Kriegsstruktur der russ. Streitkräfte. Planungen für die deutsche LV waren damit nutzlos, da im Krieg die deutschen ( NVA ) Truppen der LV ( wahrscheinlich ) unter die Führung der Russen gegangen wären.

            

        Feuerzone / Vernichtungszone 41. Fla Raketenbrigade Berlin                                      

            Siegfried Horst  Oberst    aD  mit freundlicher Genehmigung
            http://www.lv-wv.de/    lesen Sie mehr über die NVA LSK / LV , GSSD und Jagdfliegerkräfte

Die Vernichtungszonen benachbarte FRA berührten sich nicht. Für Ziele bis um 500 m Flughöhe beträgt die seitliche Grenze der Vernichtungszone unter optimalen / selten )  Bedingungen 12 Km. Es bestanden Löcher mit 25 Km Abstand zueinander.

 

Die zusätzliche Stationierung von Luftabwehrmitteln vom Typ S- 125 Neva konnte niemals eine vollständige Vernichtung eines Luftgegners innerhalb der Berliner Brigade gewährleisten. Diese Stationierungen in den 80er Jahren dienten der weiteren "Verdichtung "  bereits vorhandener Vernichtungszonen der GSSD ( Russen ) gegen ersten Luftschläge der ersten 2 - 6 Stunden im Krieg.

Die russ. Truppen in Deutschland hatten innerhalb der Berliner Brigade  Luftabwehrmittel vom Typ  SA-11 und  SA- 15 ( BUK und THOR). Die russ. Streitkräfte hatten in Deutschland ca. 200 ( ! ) Fla- Raketensysteme im Bestand. Innerhalb der 41. FRB Berlin gab es auf deutscher Seite 10 Systeme. Die Luftverteidigungszone der Berliner Gruppierung als Ganzes ( russ. und deutsch ) war eine der massivsten in Europa.

Die deutsche Fla- Raketenbrigade Berlin spielte hier eine ( wertvolle ) Nebenrolle. Die 4 neuen   Systeme  S -125 Neva  Luftabwehrsysteme der 41.FRB waren  eine ( teure ) Episode. Zusätzlich waren die 4 modernisierten S -75 Wolchow - M3    ( SA-2) präsent. Eine deutsche 41.FRB im Alleingang hätte den 2. Kriegstag nicht erlebt.

Systeme S- 125 Neva wurden in Russland seit Mitte der 80  Jahre nicht mehr produziert. Trotzdem wurden im Jahr 1985  3 Systeme Neva S-125 gekauft. Diese Systeme waren mit dem modernsten Störschutz ausgerüstet, der ARM-Ablenker           ( elektronisches Ablenken von Flugkörpern gegen das RADAR ) war kabelmässig in der Kabine vorbereitet. Russland nahm im Jahr 1990 ihre letzte S- 75 Feuerabteilung aus dem aktiven Betrieb. Die Produktion des S-125 Luftabwehrsystems wurde in Russland  im Jahr 1989 eingestellt ( 623 Systeme in 25 Ländern ). Der ARM- Ablenker konnte in Russland auf dem Schiessplatz ( ausgebaut ) in der Kabine noch wahrgenommen werden.

 

S 125 NEVA // SA 3 Vernichtungszone ca. 25 Km nach vorn, ca. 12 Km  nach den Seiten. Untere Grenze der Vernichtungszone 25 m Höhe  für den Nahbereich und bis  50 - 500  Höhe  im Entfernungsbereich  bis ca. 17 Km Entfernung nach vorn.

Das System war  einkanalig, dh. es kann jeweils nur ein Ziel mit 2 Raketen gleichzeitig bekämpft werden. Killwahrscheinlichkeit : 0,2 - 0,9 je nach Schiessbedingungen

S 75 WOLCHOW // SA 2 VZ bis ca. 55 Km, untere Grenze bei 300 m in der Höhe,  obere Grenze bei 20 Km, seitliche Grenzen der Vernichtungszonen ca. 30  Km .Einkanalig, dh. es kann jeweils nur ein Ziel mit 3 Raketen gleichzeitig bekämpft werden. Killwahrscheinlichkeit : 0,2 - 0,6  je nach Schiessbedingungen.

S 200 WEGA // SA 5 VZ  bis 230 Km, nach oben ca. 35 Km, untere Grenze bei 1000 m. Nahe Grenze 17 Km.
Einkanalig, dh. es kann jeweils nur ein Ziel mit 1 Rakete gleichzeitig bekämpft werden. Killwahrscheinlichkeit : 0,4 - 0,8 je nach Schiessbedingungen. Unter speziellen Schiessbedingungen werden 2 Ziele gleichzeitig mit 2 oder mehreren Flugkörpern bekämpfbar.
 

 S 200 Wega                    S 125  Neva               S 75 Wolchow    

wpe5.jpg (88600 Byte)

     Kabine PW (big: 43kByte)

 

 

     Gefechtsstand LSK / LV              ZGS-14/Fuchsbau Fürstenwalde

       41. Fla-Raketenbrigade "Hermann Duncker"  Ladeburg /Bernau  
                               Tarnbezeichnung " Fernsehprogramm "

     
     Fla-Raketenabteilung 4121  FRA-4121  Markgraf /Pieske S75
     Fla-Raketenabteilung 4122  FRA-4122  Prötzel (die grüne Hölle)S75  siehe Bilder bei Homepages FRA
     Fla-Raketenabteilung 4123  FRA-4123  Klosterfelde  S75             siehe Bilder bei Homepages FRA
     Fla-Raketenabteilung 4124  FRA-4124  Sommerfeld           S75      siehe Bilder bei Homepages FRA

     Fla-Raketenabteilung 4131 FRA-4131   Schönermark      S125 Neva
     Fla-Raketenabteilung 4132 FRA-4132   Fehrbellin       S125 Neva    siehe Bilder bei Homepages FRA
     Fla-Raketenabteilung 4133 FRA-4133   Zachow ,Nauen    S125 Neva
      fertig gestellt Herbst 1985 , Technik empfangen : 5.Dezember  1985

     Fla-Raketenabteilung 4134 FRA-4134   Reichenwalde    S125 Neva 
			  
     Fla-Raketenabteilungsgruppe 411 FRAG-411 Badingen     S200 Wega    siehe Bilder bei Homepages FRA
                  gebaut 1986 vom Hochbauregiment 7001 
                                                        
     Technische Abteilung 4120  TA-4120 Ladeburg 

     Funktechnische Abteilung    4101  FuTA-4101 Ladeburg
     MOB Verband/ Nur bei Mobilmachung aufgestellt , nördlich Potsdam   
      Physisch und personell nicht vorhanden 
      Technische Abteilung 4140 TA-4140     Bochow / Potsdam
      Fla-Raketenabteilung 4141 FRA-4141    Luckow/                 S75/Dwina 
      Fla-Raketenabteilung 4142 FRA-4142    Bochow                  S75/Dwina 
      Fla-Raketenabteilung 4143 FRA-4143    Saarmund /Potsdam       wahrscheinlich Richtfunk 
      Fla-Raketenabteilung 4144 FRA-4144    Schenkendorf            S75/Dwina 
      Fla-Raketenabteilung 4143 FRA-4143 Saarmund /Potsdam wurde im Jahr 1988 besichtigt und 
      ist keine (!) Fla-Raketenstellung , am ehesten eine Richtfunkstellung, für S-75,S-125 nicht geeignet.
      Näheres bei Peters erfragen. Peters war selbst 1988 dabei.
      Für die Orte Bochow, Luckow und Schenkendorf sind heute über google maps keine Stellungen zu ersehen.
      Reservegerät war eingelagert :
      Fla-Raketenabteilung 4120 FRA-4120  Fürstenwalde           1 Komplex "Dwina" S75
      Fla-Raketenabteilung 4123 FRA-4123  Klosterfelde           2 Komplexe S75
      Fla-Raketenabteilung 4124 FRA-4124  Sommerfeld             1 Komplex  S75

 
      

Die Ausrichtung der FRB 41 ist gegen Nordwest an Berlin West.  Die FRA 4133 und 4132 handeln in tieffluggefährdeten Richtungen. Offensichtlich liegt die Hauptkampfrichtung der 41. FRB in nordwestlicher Richtung.

Der südliche Sektor links unten von Berlin wurde durch die 20. Gardearmee der russischen Truppen abgedeckt. Die 20. Gardearmee verfügte über 8000 Schiesskanäle allein für den Bereich Berlin. Die 4133 und 4132 haben  sehr gute Auffassbedingungen gegen tief anfliegende Ziele. Die FRA 4121, 22, 23 24 haben Vernichtungszonen von ca. 30 Km in der Kartenebene für Ziele über 500 m Höhe.

Die FRA 4131,32,33, 34 erfassen bekämpfen Ziele ab 25 m Höhe über Grund auf bis 11 Km in der Kartenebene, über 500 m Höhe bis zu 17 Km in der Kartenebene )

Südlich Berlin wurde wegen auch wegen dem zentralen Kommando der russ. Streitkräfte in Wunsdorf  die LV durch russ. Heeres Fla sichergestellt.

.

                                                                          

                                                                  Feuerkanäle

 

S-75

S-125

S-200

S-300

Strela-2

ZU-23/2

gesamt

Tag

Nacht

41. FRBr.

4

4

2

4-5

48

12

70

70

10

Autor   Siegfried Horst  Oberst    aD      

Anmerkung   Peters -ada.de

Teleoptischer Kanal : Zielbegleitung nach Telekamera, Abstrahlung mit RADAR ( Feuerleitradar Raketenleitstation ) ist  theoretisch nicht notwendig. Praktisch ist zur Zielsuche und Zielbeurteilung notwendig. In der Ausbildung wurde der teleoptische Kanal auch Nachts benutzt. Strehla-2 und ZU-23 wurden zentral gelagert und waren in der Feuerabteilung nicht vorhanden. Nach eigenen Beobachtungen ( @Peters )  wurde ab 1986  keine Strehla und Zu-23 Ausbildung durchgeführt. Dieses Gerät sollte durch MOB Einheiten  ( Reservisten ) zur Nah- Luftverteidigung der Fla Raketenabteilungen eingesetzt werden. Der Fla- Raketenkomplex S- 300 wurde mit 1 System  im Norden ( heimlich ) eingeführt, geplant war für die nächsten Jahre die zusätzliche und nächste Stationierung in der 41. FRB in Klosterfelde ( C  Objekt ). Der pioniertechnische Ausbau wurde im Jahr  1990 eingestellt.

@Peters  06/2009 , update 03/2018

 

 

                                         Allgemeiner Auftrag der 41. FRB

Die 41. Fla Raketenbrigade war in das Diensthabende System der Luftverteidigung des Warschauer Paktes eingebunden. Es waren ständig  mit einer Übergangszeit von 4 min 30 sec  feuerbereit :

2x  Kanal             FRAG 411    System S- 200  / SA- 5

2 Systeme       S-75   / SA-2

Auf Anfrage wurden die    S-125 NEVA    tageweise eingebunden   " Lehr DHS ".

Eine Schicht dauerte 10 Tage ( a 24 Stunden )

 

  

Führungssystem in der 41.FRB (AFS )     Quelle : Chronik der 41. FRB, Anlage 7

Es gibt Anbindung an die Jagdfliegerkräfte  der NVA, zu den FUTT  ( Luftlageerstellung ) und den Feuereinheiten selbst.

Allgemeines Meldeschema innerhalb der 41. FRB Quelle :Chronik der 41. FRB , Anlage 2

     

Taktische Führung |  Automatisiertes Führungssystem

Den Fla Raketenbrigaden der Luftverteidigung   waren Funktechnische Bataillone zugeordnet. Diese stellten mit RADAR- Systemen die Luftlage dar . Die Diese Luftlage wurde automatisiert ausgewertet und in die Brigade gesendet. Innerhalb der Brigade wurde mit eigenen Luftraumaufklärungsmitteln ( RADAR P18, PRW 17 und Oberona P14 )   die Luftlage zusätzlich dargestellt.

Die Fla Raketenabteilungen stellten ebenfalls mit ihren Mittel Luftraumaufklärung durch. Die S 125 Abteilungen hatten RADAR Systeme P 12 und P 15 im Bestand, die S 75 Abteilungen hatten P 18 und PRW 11, 17 im Bestand. Unabhängig davon stellten die Funktechnischen Truppen der Luftstreitkräfte / Luftverteidigung Luftlage zentral dar. Die Funktechnischen Truppen stellten die Luftlage dar.

 

                         Allgemein lässt sich die Aufgabe der 41. FRB Ladeburg so beschreiben :

                        

                         Stabsgebäude FRA 4133 Zachow  . Es gibt keinen expliziten Schutzauftrag, es heißt auch "um" Berlin.

 

Abwehr von Luftangriffen aus westlicher und nordwestlicher Richtung gegen  das Objekt A  ( gemeint ist Berlin ) und Schutz der militärischen Führung in Strausberg. Quantitativ konnte die 41.FRB  eine solche Aufgabe nicht erfüllen. Im Vorfeld von Berlin lagen mit den russischen Truppen bei Potsdam und südlich Berlin in  Wunstdorf  massive Luftabwehr des Heeres in Stellung. Die ab 1985 neu gekauften Luftabwehrsysteme S-125 Neva deckten nicht ( wie gern  von Laien behauptet wird ) die  Zwischenräume der S-75 Luftabwehrraketenkomplexen. Diese neuen Systeme konnten  mit verbesserten technischen Eigenschaften gegen Ziele in geringen Höhen gegen  Marschflugkörper  handeln.

Die Luftverteidigung wurde zusätzlich durch die 3. und 1. Luftverteidigungsdivision für den Norden bzw. den Süden organisiert. Die organisatorische Grenze befand sich  nördlich von Berlin.

Die Hauptstadt der DDR wurde gegen Norden und Nordwesten durch die 41.FlaBrigade gedeckt.  Der Schutzauftrag : Hauptstadt der DDR ist nicht in der Papierlage nachzulesen. Bei Vergatterung zum DHS, aber auch im täglichen Dienst spielte die "Hauptstadt Berlin " keine Rolle ( ! ).

Das System S- 200 großer Reichweite hatte die Aufgabe auf einzelne hoch und schnell fliegende Ziele bzw. auf einzelne Hochwertziele in Entfernungen um 200 Km zu handeln. Der südliche Zugang zu Berlin wurde durch russ. Heeres Fla gedeckt. Um den Raum nördlich und westlich Berlins zu decken und etwa 48 Stunden Luftverteidigung gegen massive Luftangriffe zu überleben und Abwehrschläge zu führen, wären ca. 20 Luftabwehrsysteme nötig gewesen. 

Auf den üblichen Propaganda-Plakaten tauchte " Berlin " nicht auf. Auf Urkunden und Belobigungen ( Fotografie vor der entfalteten Truppenfahne) ist Berlin als Hinweis nicht nachweisbar. Im jährlichen Feldlager in  Liberose tauchten allerdings Plakate mit dem Brandenburger Tor auf.     

Heute ist es erstaunlich ( im Jahr 2009-18  geschrieben ) wie wenig die Armeeangehörigen über ihre Brigade wussten. So etwas wie Tradition gab es nicht. Das "Traditionskabinett" im Stab hatte den verruchten Ruf einer Propagandaveranstaltung. Über die  Geschichte der Brigade war im täglichen Leben nichts bekannt.

Offiziere und Berufsunteroffiziere kamen in der Brigade herum. Hier und da fand  eine zentrale Politschulung oder ABC - Ausbildung statt. Im Feldlager traf man sich sowieso. In der FRA 4122 Prötzel  ( die grüne Hölle ) fand technische Ausbildung  vom FRID ( Fla Raketen- Ingenieurdienst ) statt. Hier war das Klassifizierungsabzeichen abzulegen. Die allgemeine Grundausbildung für die Neuzugänge der 41.FRB fand in Prötzel statt. In der FRA 4133 in Zachow fand die zentrale Ausbildung aller "Rampenknechte" für das NEVA Luftabwehrsystem statt. In Schönermark wurde von allen NEVA Kampfbesatzungen gern die Kunstflugzone der Russen zum Training mit dem S-125 NEVA genutzt. Zum Gefechtsschiessen fuhren immer 2 Besatzungen der NEVA Abteilungen.

Die Brigade führte die Feuerabteilungen via Sprache oder automatisiert. Das AFS, automatische Führungssystem, stellte an den Feuerleitantennen automatisch Entfernung, Seiten - und Höhenwinkel ein. Zielsuche wurde damit erheblich vereinfacht und die RADAR- Abstrahlung unter 5 sec. reduziert. Das System "SENESCH" ( so der Hersteller Name aus Russland ) konnte im Verbund mit Jagdfliegerkräften der Luftverteidigung zusammen wirken.

Die Gefechtsarbeit und DHS wurden automatisiert, halbautomatisch durch die Rechenmaschine oder via Sprache, Sektor, Höhenband oder Zeitfenster durchgeführt. Lokale  und selbständige Abarbeitung der Luftlage mit Zielvernichtung war möglich. Das AFS  war in den 60er und 70er Jahren für den gemeinsamen Einsatz von Fla- Raketentruppen und Jagdfliegern der Luftverteidigung konzipiert worden. Die Arbeitsplätze im Gefechtsstand der 41. waren vorhanden.

Jägerleitung ( Flugzeuge ) und Zusammenarbeit mit den Jagdfliegern wurde in der 41.FRB praktisch durch das automatische Führungssystem nicht durchgeführt. Dass mit dem Kauf des AFS "Senesch" alle Kabinen und Bildschirmarbeitsplätze vorhanden waren, ist zweitrangig.

 

Wer hat eigentlich geführt ?

Seit Einführung des AFS "Senesch" im Jahr 1986 bis zum Jahr 1991 kam es nie zum Einsatz des AFS mit Jägerleitung von deutschen  Jagdfliegerkräften ( JG-8 ) innerhalb der 4. FRB Berlin. Jedenfalls nicht bis zum Jahr 1990. Es ist zusätzlich zu beachten, dass die 41.FRB mit dem Jagdgeschwader 8 nie (!) life und richtige Abfangeinsätze gegen die NATO oder Einsätze innerhalb der Berliner Kontrollzone oder innerhalb der DDR durchgeführt hat. Die Hoheit lag bei den russischen Streitkräften. Wenn Donnerstag die SR- 71 aus England flog,- war die russische MIG-31 im Einsatz, die deutsche Luftverteidigung hatte sehr wohl das Ziel rechtzeitig aufgefasst. Der Befehl zum Abschuss lag in russ. Händen, nie im Leben hätte die Russen an "Fremde" ( das waren wir Deutsche aus deren Sicht ) die Zielvernichtung abgegeben. Die Truppen der Luftverteidigung der Russen waren immer präsent.

So verbleibt nur :

Fakt ist : hätte - sollte - war geplant - wollte - müsste ist egal. Was es bis 1990 nicht gab - hat auch nie existiert.

Link zu "Jastreb" Alarmierung SR 71 im Anflug :

SR 71 Jastreb    so haben wir es life erlebt

 B1 Ton       Quelle     http://www.fumema.de/    mit freundlicher Genehmigung

 Trevoga       

Alarmierung Kabine von der Kabine UNK S 125 NEVA zur RKU. Hast Du es gehört, es verbleibt im Gedächtnis. Das Geräusch verheißt nichts Gutes. Gefechtsbereitschaft. Die Luft brennt  die Raketen sind versteckert, die Rampe hat Saft. Die Batzen haben an der  Rampe den Knochen auf  "Gefecht" gestellt.

 

Sehr wohl war aber das Zusammenwirken in der Vorschrift geregelt: 10 Km Sicherheitsabstand zu den Eigenen  beim Schiessen mit Fla- Raketen, Handeln nach Höhenbändern, Sektoren und zeitlicher Beschränkung.  " Kowjör " war theoretisch bekannt.

"Senesch" kann 17 Fla-Raketeneinheiten gleichzeitig führen:  S-75, S-125,   S- 200  und    S-300   mit insgesamt    24 Luftzielen  gleichzeitig. 50 Ziele können gleichzeitig  für MIG- 21,  MIG- 23    und MIG- 25  den Abfangjäger zugewiesen werden.

  Siehe auch    AFS Führungssystem , allgemeine Beschreibung

 

Probleme der Zusammenarbeit mit Deutschen LV Truppen.

Wer hat eigentlich geführt  II  ?

Die  deutsche Luftverteidigung ( LV ) wurde von Minsk / Weißrussland vom zentralen Gefechtstand für Europa organisiert. Die russ.  Luftverteidigung der Truppenluftabwehr wurde von den russ. Truppen in Deutschland vom russ. Gefechtsstand organisiert. Damit waren Probleme vorhersehbar. Zusammenarbeit mit uns Deutschen war  im Frieden vorgesehen. Im Krieg wäre die deutsche LV der russ. Truppenluftabwehr unterstellt worden.

Im praktischen Leben war die Zusammenarbeit der Russen mit Deutschen von deren Seite ablehnend. Die wollten und durften nicht mit uns Deutschen.

In  Hüter des Luftraumes, ISBN  9783861535805   Finke, Dissertation Seite 217, Fußnote 102

wird die Rolle der Deutschen treffend festgestellt. Wir hatten keine Feuererlaubnis. Selbst 1990  nach dem 2+2 Vertrag bis zum endgültigen Abzug der russ. Streitkräfte wollte man das nicht aus der Hand geben. Die Abschussberechtigung war im Befehl  29/65 des deutschen Ministers ( NVA ) vom 6.Mai 1965 mit der Führung durch die russ. Truppen geregelt. Ausnahme bestand nur für Warnfeuer , deutsche Jagdflugzeuge durften Warnfeuer auf Luftraumverletzter geben.

Hüter des Luftraumes, ISBN  9783861535805   Finke, Dissertation Seite 221, Fußnote 122

Ab dem 1. Dezember 1975 erhielt der deutschen Chef der Luftverteidigung die Berechtigung zum " Abschuss eines Kampfflugzeuges kapitalistischer Staaten ". Der Chef der russ. Truppen konnte grundsätzlich auf dem gesamten Territorium Vernichtungsfeuer unabhängig der Deutschen befehlen. Die neue Regelung betraf nur die von Deutschen kontrollierten Lufträume mit Jagdfliegerkräften und Fla-Raketen-Truppen.

Hüter des Luftraumes, ISBN  9783861535805   Finke, Dissertation Seite 221 Fußnote 123

Die Führung der russ. Truppen in Deutschland dürfte das herzlich wenig berührt haben, was in einer deutschen Vorschrift stand  ( sic ) ! Grundsätzlich gehörte der Luftraum im Dienst - habenden System den russ. Jagdfliegerkräften der Luftverteidigung. Diese stiegen immer als erste auf und gingen auf Feindberührung. Einsätze an die bereitliegende deutsche Luftverteidigung ( Jagdfliegerkräfte ) abzugeben, berührte das eigene Selbstverständnis " Herr im Lande zu sein" und erfolgte regelmäßig  nicht.

Hüter des Luftraumes, ISBN  9783861535805   Finke, Dissertation Seite 224 Fußnote 137

Die russ. Jagd- Flugzeuge im DHS Einsatz  flogen typischerweise ohne Kennung ( IFF, Freund- Feind ). Der Zweck dafür  ist heute nicht klar, möglicherweise störten die IFF Antworten ( sehr großes Antwortsignal beim System KREMNI ) die Arbeit der RADAR - Truppen (RTW ) der Russen. Man wollte den Himmel feri von allem störenden Signalen haben ? Außerdem konnte man weit im Westen ( NATO ) Abfragen erzeugen, russ. Flugzeuge wären als solche weit im Westen als solche erkennbar gewesen.

Hüter des Luftraumes, ISBN  9783861535805   Finke, Dissertation Seite 222 Fußnote 130

Über ostdeutsche Abfangeinsätze ist nichts bekannt. Das ist nicht abwertend gemeint. Über der Ostsee stiegen sehr wohl deutsche Jäger auf um die Bundesdeutsche Luftwaffe zu begleiten. Hier handelte es sich in der Regel um keine Luftraumverletzungen.

Die deutsche Fla-Raketentruppe hat nie Vernichtungsfeuer gegeben. Im Ostseebereich gab es sehr wohl regelmäßige Einsätze im Dienst -habenden System für die Fla - Raketentruppe gegen Abflüge der DDR Grenze( außerhalb)  der 12 Km Zone durch die Bundesdeutsche Luftwaffe. Mit dem Begriff Abfangen ist die Unterbindung des Fluges eines  möglichen Angreifers ( oder Provokateurs ) gemeint.

Siehe auch  Peters Begegnung mit einem TORNADO der Bundesdeutschen Luftwaffe über der Ostsee.

 Tornado über der Ostsee  Peters Erlebnis  mit einem TORNADO , aufgefasst und getrackt durch S - 125 NEVA

 

 

 

 

                                   Bilder GS Ladeburg

 

                             

 

       

http://www.bunker-ladeburg.de/    41. Fla Raketenbrigade Berlin. Mit freundlicher Genehmigung Herr Stein.

 

FB-75 Bunker. In einer S-125 Stellung 4x in der Nähe der Startrampen.

Mit freundlicher Genehmigung : Mike

 

 

  Badingen   FRAG 411

                                 A Objekt       Wache , Unterkunft , Küche                                     

           Badingen Tor

       B Objekt :

        TLF Garage

                      

   Bilder :  mit freundlicher Genehmigung   Heinz Hesse 4333/Fük    für   Peters Juni 2009

                               

 

          Die FRAG 411 wurde pioniertechnisch vom Hochbauregiment 7001 Anfang 1986 fertig gestellt.
                    Preis  für den Kauf von Russland :  1 System mit 2 Kanälen : 101 Millionen Ost Mark 
Die FRAG 411 wurde wie alle anderen Fla Raketenabteilungen vom Gefechtstand  41. FRB Ladeburg geführt.
Allerdings konnte man auf der taktischen Sprechebene deren Gespräche und Meldungen mit dem
Gefechtsstand nicht hören. Die Geheimhaltung ...Die Militärangehörigen trugen nicht die Uniform der Fla-Raketentruppe.
 
 
Einordnung der FRAG  411 mit dem Fla -System S-200 WEGA -Ä

           Bild @ Peters                                

Verbund von S-200 WEGA Systemen

Karte : opensource

OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL

 

Deutschland : Standorte Prangendorf und Badingen mit jeweils 2 Systemen S 200 ( 2 Kanäle )

Wendtgräbchen : Standort der russ. Luftverteidigung der Truppen der GSSD Deutschland ( 2 Kanäle )

Eckolstädt . Nicht einsatzbereit bis 1990. Nicht in Betrieb genommen worden.  51. FRB ( 2 Kanäle )

CSR :   Dobris  ( 3 Kanäle ) Rosice  ( 2 Kanäle)

Ungarn : Mezölva ( 3 Kanäle )

Polen :   Mrzezyno ( 3 Kanäle)

           

                   Start     Bild   HPASP   , mit freundlicher Genehmigung

       S 200 WEGA   Einnahme B1

                dhs.ht1.jpg (126223 Byte)   

          © 2018 Peters ,Stellung FRAG 411 in Osterne / Badingen  , privat           

           

Abstand eines RPZ ( Zielaufhellstation K1/K2 ) zur zugehörigen K3:

805m,     Abstand   K9-   P14: bis 1000m.

K1: Radarstation     ( Ziel Beleuchtung )

K2: Leitkabine (Arbeitsplätze Schießender_Kanal, Startoffizier, Funkorter-Leiten, Funkorter-Erfassen

K22: Stromversorgung, Umformer

K1, K2, K22 bilden den RPZ (radiolokator pogzweta zeli- Zielaufhellstation)

K3: Steuerung der Startrampen, Vorbereitung FAR  ( Flugabwehrrakete )

jede K3 ist von 6 Startrampen umgeben, jede SR hat 2 Lademaschinen zur automatischen Beladung.

K9: Gefechtsstand der FRAG, Nachrichtenverbindung zur Brigade, K2, K3, Darstellung der Luftlage am Planschet, Sichtgeräte AZM.

 

Besonderheit für diese Stellung.

1 Traglufthalle war leer. Unter einer Halle stand ein PRW 9 mit Dauerstrich. Erschwert Erfassen durch ARM auf K1.

Die TA hatte noch einen externen Standort: Wolfsruh, ( Gransee ) von der Stellung etwa 15 km entfernt.

Hier konnten FAR komplett montiert werden ( ohne Betankung ). Betankt wurde selbst in der Stellung im Bereich der TA:

  

© 2005 -18   Webmaster und Autor, privat ,Bilder sind private Aufnahmen und wurden  nur für diese Seite zur Verfügung gestellt.

 
 
AFS  Arbeitsplatz in der 51. FRB bei Erfurt.
Mit freundlicher Genehmigung   http://www.frr-51.de/ 
 
                                          

 

             41. Fla Raketenbrigade       http://www.bunker-ladeburg.de/

              

                    

                            Chronik der 41. Fla Raketenbrigade

                   Zu beziehen : Intra- Net der  Bundeswehr, Online Bibliothek -  FITZ Portal , als Papier Copy

" Dem Feind keine Chance immer gefechtsbereit: vom Flakregiment-16 und Fla-Raketenregiment-16 zur 41. Fla-Raketenbrigade" ; eine Chronik über den Truppenteil "Hermann Duncker " der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung der NVA (01.10.1959-02.10.1990)

Autor Udo Finger

Die Chronik spiegelt Teile im Leben der 41.FRB und den Feuerabteilungen wieder. Geschrieben wurde die Chronik von einem Juristen aus den alten Bundesländern. Dieser leistete als Reserve-Offizier Dienst in den Jahren der Wende in der 41. FRB. Dieser Mensch verdient einen Orden. Die alte NVA -Führung entledigte sich sehr schnell ihrer Verantwortung, Stabsoffiziere der NVA wollten schnell weg zu Lehrgängen in den Westen und Berufssoldat bleiben. Das wäre doch Aufgabe für diese Menschen gewesen.

Herr Finger suchte sich aus den im Heizwerk zu vernichtenden Papierunterlagen das Wichtige und Richtige heraus und schrieb. Wenn auch nicht alles richtig ist, bleibt es auf Dauer das Standardwerk der 41.FRB.

 

               

                           http://www.bunker-ladeburg.de/     

                             beschäftigt sich mit dem Bunker und Geschichte der 41.FRB

                             Poster und Flyer vom Bunker Ladeburg. Beschreibung und Öffnungszeiten.

                                    PDF    

                            Presseartikel zum Bunker Ladeburg :

                                   hier   WORD             hier   TXT             hier      Direktlink

                           

       Bunkerbesichtigung: Gefechtsstand der 41. Fla-Raketenbrigade in Ladeburg ( b. Berlin)

          Samstag und Sonntag nach telefonischer Voranmeldung unter  0 33 38 / 70 28 19


          Auf dem Gelände der 41. befindet sich heute ein Tierheim.

Die Rampe mit der "Dwina "Fla Rakete am Stab   befindet sich im Flugplatzmuseum Cottbus. Die Fla Rakete wird dort ebenfalls untergebracht. Die Rampe wurde ( leider ) farblich verändert und entspricht nicht mehr dem Original.

 

 


 

                                                          Traditionstreffen

                               Traditionsgemeinschaft Flugabwehrraketengeschwader 52

                                                          

          Traditionstreffen finden / fanden  in Ladeburg oder Berlin Gatow statt.
          ( NVA, 41. FRB und Bundeswehr Flugabwehrraketengeschwader 52 ab 1991 )

         Getroffen hat sich hier die alte und neue Obrigkeit. Ob die Treffen noch stattfinden ist nicht bekannt.

 


 

         Waffensysteme            S 200 Wega                   SA-5
                                             S 75 Wolchow               SA-2
                                             S 125  Neva                   SA-3

 

         1991-93  wurden verschenkt :

                S-125           nach Israel, USA, GB

                S- 75            nach USA

                S- 200          nach  Israel , USA

      AFS  "SENESCH"  der ( 43. FlaRaketenbrigade ) wurde  mit allen Kabinen aufgebaut, in  1995 in Huntsville, USA

Der Autor selbst war anwesend, als israelischen Vertretern ( alle in zivil mit kurzem Haarschnitt ) in Badingen der S- 200 vorgeführt wurde. Dieses System wurde Oktober 1994 in USA überführt. Ein Jahr vorher wurden 10 Flugkörper durch die US Streitkräfte abgeholt. ( Lager Wolfsruh bei Gransee )

                

          letzter Tag 1992       Kabine  K3, es geht nach USA 

Diese Bilder entstanden im Sept./Okt. 1992 und 1994  in der FRAG  411  Badingen    
Alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt  und Eigentum  von   Peters-ada.de
Vielen Dank an Jens S. aus Badingen 

Der Autor (Peters)  dieser Seite war selbst als Militärangehöriger und Berater für den S 125 NEVA im Ausland tätig.

 

Historie :

Bernau war Standort einer Luftkriegsschule im 2. Weltkrieg. Fahnenjunker ( Anwärter für den Offizier ) wurden hier in 8 wöchigen Kursen zum Offizier ausgebildet.

links :

 http://www.lv-wv.de/                                                                                     

 http://www.bunker-ladeburg.de/                    

 http://s200-wega.de/                                         

                     

                        


 

Insider- Themen - Buschfunk- Mystisches - Wer weis etwas darüber ?

 

Gab  es folgende Fla Raketenabteilungen ?

     Technische Abteilung 4140 TA-4140       Bochow / Potsdam
      Fla-Raketenabteilung 4141 FRA-4141    Luckow/Nauen                
S75/Dwina
      Fla-Raketenabteilung 4142 FRA-4142    Bochow                             
S75/Dwina
      Fla-Raketenabteilung 4143 FRA-4143    Saarmund /Potsdam
                Richtfunk ?
      Fla-Raketenabteilung 4144 FRA-4144    Schenkendorf                   
S75/Dwina

 

Nein, diese Fla Raketenabteilungen gab es physisch nicht.

Im Falle einer Mobilisierung bei Kriegsgefahr wären aus  8 FRA ( ohne FRAG 411 ) der 41. FRB Personal rekrutiert worden, um  Systeme S 75 DWINA zu entkonservieren und in Betrieb zu nehmen. Diese  Fla Raketensysteme alter Bauart lagerten in der Fla-Raketenabteilung 4124  Sommerfeld /Beetz    als Mob-Reserve. Der vorgesehene Personalbestand wurde geheim gehalten. Meines Wissens wurde 1 System DWINA in den 80er Jahren in Betrieb genommen, gemeinsam mit FRID. Wer von den einzelnen FRA zur MOB geht , wurde im täglichen Dienst diskutiert, aber es wusste damals niemand.

 

Mystisches

Eine ausgebaute Stellung befand sich in Saarmund auf dem Berg. Am ehesten war das eine Richtfunk-Stellung.

Soldaten der 4133 beurteilten diese Stellung auf Eignung als  Wechselstellung für das Luftabwehrsystem S 125 NEVA.  Die Ausmaße der Stellungen ließen die Aufstellung der 4 Startrampen des Fla Raketenkomplexes nicht zu. Diese  Stellung wurde als mögliche Wechselstellung  abgelehnt.

Die Stellung war damit als S- 75 Feuereinheit erst recht unbrauchbar. Die Stellung in Saarmund war als Standort einer technischen Abteilung denkbar ungeeignet. Montage, Verladung, Prüfung oder gar Betankung von Fla- Raketen war innerhalb der räumlichen Enge und Fahrwege nicht geeignet. Die Stellung war eine Sackgasse. Den geplanten Zweck konnte wir im Jahr 1988 nicht erkennen. Wir vermuteten einen möglichen Standort einer Fernmeldeanlage, Richtfunk oder Luftlage- RADAR der FUTT etc. Der Autor war persönlich als Vertreter der Futk dabei. Der Deckungswinkel war sehr gut mit -5 °.

Saarmund 

Bild.  Andre Riedel  für Peters

 

Update und Insider- Wissen :

Stand 2009 -12-  update 03/2018

Weil es immer wieder von Laien  falsch wiederholt wird, oder im "Internet " steht es aber anders !

Im Dezember 1985 wurden via Eisenbahn 3 nagelneue Fla- Raketenkomplexe S- 125 Neva- M1 ausgeladen. In Fehrbelin wurden von russ. Werksvertretern die Systeme an die 3 KC der FRA 4132, 4133 und 4131 übergebenen (Systeme S-125- Neva- M1, nicht PECHORA).  Fehrbelin besaß den "Kreisläufer"  S-125 Neva, modernisiert auf Stand  M1 mit 4lings Rampen.

Die nächsten 6 Monate wurde nur geübt. Die Trainingskabine "AKKORD" wurde rundum in alle 4 neuen Stellungen gefahren. Bereits im Juli 1986 flogen die 4133 und 4134 zum Schiessen auf das Staatspolygon nach Russland. Die beiden anderen Feuerabteilungen folgten ein Jahr später.

Link:

Schiessen in Ashuluk     Die 4133 schießt und trifft ein Ziel mit 420 m/s in 400m über Grund bei 20 m  Höhe ein zweites mal.

komplettes Band              "seek and destroy",

 

Für die  Jahre 1990 bis 1991 ging es für die S-125 Neva  Abteilungen nur darum ernst genommen zu werden. Keine der 4 Feuereinheiten  ( ! ) war im DHS. Alle 4  FRA wurden aufgelöst, die 4133 in Zachow   innerhalb von 14 Tagen. Es war sehr wohl Monate vorher bekannt, aber die Umsetzung  erfolgte sehr schnell.

 

AFS

Als das AFS (automatische Führungssystem )  im Jahr 1986 eingeführt wurde, ging es die nächsten 2 Jahre darum das System zu verstehen, zu bedienen und alltäglich werden zu lassen. Die russ. Werksvertreter waren nach 6 Wochen wieder weg  (jedenfalls bei 4133 ).

Nein, in der 41. FRB gab es keine Fliegerleitoffiziere als einsetzbare Rolle. Das System der automatischen Feuerleitung   ( AFS ) erlaubte ua. auch die Führung von Jagdflugzeugen innerhalb einer  Fla Raketenbrigade. In der 41.FRB  wurde das im täglichen Dienst  nicht praktiziert. Mag sein, es war technisch vorbereitet. Die Kabinen standen. Personal war da.

Fakt ist : hätte - sollte - war geplant - wollte - müsste ist egal. Was es bis 1990 nicht gab - hat auch nie existiert.

Genutzt wurde die Funktion Zusammenwirken mit den Jagdfliegerkräften, Fla - Raketentruppe innerhalb des Großraumes der  41.FRB nicht. Technisch funktionierte es bis 1990 nicht und wurde von 1986 bis zum Rückbau 1991 nie in der Funktion Jägerleitung genutzt. Ob das in der  43. FRB im Norden  anders war ist dem Autor nicht bekannt.

AFS , in der Kabine UNK , S-125 NEVA, Arbeitsplatz Kommandeur /Schiessender

 

Peters war im Feuerleitbereich als Leitoffizier (LO) ganz vorne dabei. AFS mit Jägerleitung wäre uns in 8 Jahren aufgefallen, zumal das Planschet und Tochtersichtgerät des Schiessenden in der Kabine UNK das angezeigt hätte. Es gab bis 1990 keine  AFS mit Jägerleitung. Uns hätte das technisch-taktisch damals sehr interessiert. Im Übrigen, auf dem Schiessplatz in Ashuluk gab es das auch nicht. Schade.

AFS , in der Kabine UNK , S-125 NEVA, Arbeitsplatz Leitoffizier

Im täglichen Dienst und den täglichen morgendlichen Überprüfungen des AFS ( 7 Uhr ) wurde das AFS auf Festziele ( vorgegebene )  überprüft. Bei Übungen am Standort der einzelnen FRA  wurden Flugzeuge im Korridor ( zivile Verkehrsmaschinen in der Berliner Kontrollzone  ) über das AFS zugewiesen. Ja, die Feuereinheiten haben die Zielzuweisung und "tracken" mit Feuerleitradar auf zivile Maschinen ( Airliner ) in den 3 Korridoren geübt. In der 4133 Zachow gab es in der Feuerleitkabine UNK sogar den Flugplan vom Flugplatz Tegel. Einer der Funkorter mit Westverwandtschaft brachte den mit. Mit dem teleoptischen Kanal waren die Airliner bis zur Landung in Tegel im optischen Kanal trackbar. Dass die Feuereinheiten aus der Sicht RADAR und Abstrahlungen beobachtet wurden, war jedem klar. Das Festziel zum täglichen Überprüfen der Feuereinheit mit dem automatischen Führungssystem war ( ! ) der Turm auf dem Westberliner Teufelsberg (sic).  Aus dem Standort der 4133  ( vermutet der Autor ) direkt unter dem alliierten Korridor ließ sich auch die (mögliche ) Aufgabe der Abteilung im Spannungsfall herleiten.

   

AFS in der 41.FRB     Quelle : Chronik der 41. FRB, Anlage 7

Nur einmal innerhalb von 5 Jahren wurde bei einer Überprüfung ( angekündigte DHS Überprüfung ) eine Formation von 4 Flugzeugen MIG- 21  über AFS mit einer Zielzuweisung der 4133 zugewiesen. Das hatte aber nichts mit der genannten Jägerleitung zu tun. Das Ziel wurde nicht aufgefasst. Es kam aus Norden und da war der Deckungswinkel wegen dem Wald bei 5 °. Es gab die Aufforderung durch die Brigade den Deckungswinkel via TVK ( teleoptischer Kanal ) zu bestimmen. Haben wir gemacht. Alle wussten, dass die Stellung auf dem Zachower Berg   nach Norden und Osten keine Ziele unter 500 m Höhe Ziele auffassen konnte. Man hätte Bäume fällen müssen, dies wurde verworfen.

Die 41. FRB arbeitete ( ! ) truppendienstlich nicht mit Anweisungen und Befehlen  mit den Truppen der Luftverteidigung der russischen Streitkräfte (GSSD) oder der Truppenluftabwehr der Landstreitkräfte  zusammen. Jedenfalls nicht aus der Sicht der angebundenen Feuerabteilungen innerhalb der 41.FRB . Die 41. FRB Ladeburg  führte ihre 10 Feuerabeilungen selbst  und war selbst an die 1.LVD angebunden. Die 1. LVD war direkt mit der zentralen Führung der Luftverteidigung  in Minsk verbunden. Die 1. LVD wurde von Deutschen geführt.Von der 1.LVD gab es sicherlich Verbindungen zur GSSD und Führung der Luftverteidigung der Russen (Truppenluftabwehr ). Näheres zZ noch nicht bekannt.

Das AFS wurde  Mitte Dezember 1991 aus den einzelnen Fla- Raketenabteilungen abgebaut und nach der 41.FRB nach Ladeburg in die technische Zone (C Objekt) verbraucht. Die Koppelkabine 5F20 und RiFu Kabine 5Ja62/63 ( Fahrer Peters himself ) wurden mit 10 cm Seitenabstand zu anderen Kabinen auf der Betonplatte abgestellt. Wir waren gerade mal 50 m weg, da kletterten schon  die ersten in die Kabine ein....

 

Einzelne Episoden

In den Jahren 86 oder 87 gab es ein Treffen der 4133 und der 4132 bei einer russischen S-125 NEVA Einheit  in Bärenklau ( an der Autobahn, gehörte zur 157. FRB der russ. LV der GSSD , Russen  ). Es beruhte auf einer privaten Initiative des Kdr. der 4132 in  Schönermark.

Außer " god will " und Vorführung der Funktionskontrolle war nichts.... . Es gab für uns Gäste Nudeln mit Schnitzel zum Mittagessen. Der russische  Politoffizier glänzte mit Englisch-Kenntnissen.

Deren AFS Führungssystem war wie unseres: es hatte den Charme der späten 70er Jahre. Altbacken und so altmodisch.

Flugplätze haben die in Bärenklau nicht verteidigt. Deren  AFS war innerhalb des Regimentes ( 5 NEVA Abteilungen ) das technische Führungsmittel für Zielzuweisungen und Einspielung der Tracking Daten der Feuerabteilung rückwärts in das AFS.

Heute wird von " Spezialisten " behauptet , die S- 125 NEVA Systeme würden Flugplätze decken. Dabei handelt es sich um Wissen seit den 60er Jahren. Nein,  Systeme  S -125 NEVA ( NATO SA- 3 ) decken eben nicht (!) Flugplätze. Diese speziellen  Fla -Systeme werden immer an prägnanten Stellen aufgebaut. SA - 3 Systeme  können gegen Luftziele in 20 m Höhe handeln. In der NVA / DDR wurden im übrigen Flugplätze auch nicht durch die Truppen der Luftverteidigung gedeckt.

Interessant war  aber die Friedens - Entfaltung der russ. SA- 3 Regimenter. Alle liegen immer in unmittelbarer Nähe von oder auf Flugplätzen. Hier gab  es die notwendige Infrastruktur und die fernmeldetechnische Anbindung für das Führungssystem. Das war der Grund. Wie die Struktur nach 6 Stunden Krieg ausgesehen hätte weiß kein Deutscher. Die 23 Systeme der 157.FRB , reinrassig alles  S-125 Systeme wurden 1989 ( wer weiß da mehr dazu ? ) nach Russland rückgeführt.

 

S-125 Im Vorfeld der 41. FRB bei Potsdam

Warum die 3 neuen  deutschen S- 125 Stellungen im Vorfeld von Potsdam aufgestellt wurden kann nur geraten werden. 3 Feuereinheiten haben beste RADAR - Sicht  nach Westen und in das Havelland Richtung West.  Zwischen den 3 NEVA Stellungen lagen deutliche 40 Km. Die Fla- Raketenabteilungen mittlerer Reichweite  ( S- 75 Wolchow, SA- 2 ) lagen weit ab. Das Layout der 41. FRB war für eine Verteidigung  von Berlin nicht geeignet. Gegenseitiger Schutz und Überdeckung war nicht gegeben. Der Zweck, der Standort, die Aufgabe der 3 Nevas wurden hinterfragt, es gab keine richtigen Antworten. Warum die 4134 bei Reichenwalde aufgebaut wurde war auch damals ein Rätsel. Vermutlich war es Aufgabe der 41.FRB Luftschläge aus Nord-West abzuwehren. Der Wald und künftige  Stellung der 4133 auf dem Zachower Berg wurde bereits 1970 enteignet.

1988 standen Russen vor dem Tor der Wache und wollten herein. Die wollten die Stellung erkunden. Offensichtlich gab es Pläne und Absichten , die uns Deutschen unbekannt waren.

 

20. Gardearmee

Dass Berlin von der 20. Gardearmee der Russen gedeckt wurde war immer bekannt. Das mag heutigen " Spezialisten "  merkwürdig erscheinen. Fakt ist , dass es in den Jahren 1985 bis 90 uns in der 41.FRB bekannt war ( innerhalb der Feuerabteilungen war es auch damals ein Thema und wurde ohne Ergebnis immer wieder diskutiert und hinterfragt ). Bekannt war deren  die Anzahl der russ. Schiesskanäle : 8 TSD.

Wechselstellung und " Berliner Operation "

Ein typisches Szenario (alle Fla Raketensoldaten der 41. FRB  wussten das) : nach Abwehr des ersten massiven Luftschlages verlegen 50 % der Feuereinheiten in ihre Wechselstellung. Bis dahin wird  mit dem AFS geführt. In der Wechselstellung wird herkömmlich über Feld -Telefon zur Stellung geführt und von dort weiter zur Brigade.

Die Wechselstellungen waren nur dem Kommandeur der FRA bekannt. Ganz bewusst wurden mögliche  Stellungen im Umkreis der Stellung ( 3 - 6 Km ) erkundet. Die Wechselstellung wurde nicht ( ! ) erkundet. Diese galt als geheim.

Verlegung des Gefechtsstandes außerhalb der 41. FRB gehören ins Reich der Märchen und Legenden und wurden nicht geübt. Bei allen jährlichen Verlegungen der 41. FRB nach Liberose wurde die verbleibende 41. FRB am Standort weiter geführt. Der Wechselgefechtstand führte 2 FRA  S -125 NEVA und 2 FRA  S- 75 Wolchow. Damit war der Gefechtstand  an seine ( intellektuellen )  Grenzen angelangt.

Eine für mich als in "Ausbildung"   prägende  Begebenheit ereignete sich  1983 im Feldlager Liberose. Die OHS, Sektion 6 FRT, Offiziersschule der Luftverteidigung aus Kamenz , verlegte nach Lieberose. Es gab einen S-75 - Wolchow und einen S-125-Neva. Es gab ein großes Zelt. Das war der Gefechtstand der Schule. Ein gewaltige "Armee" aus Rundsichtgeräten, Plexiglasplatten, Planzeichner und" gaaaaaaahns"  wichtige  Stabsschranzen...

Das Zielaufkommen beim Realflug war beeindruckend. Es flogen deutsche und russische Maschinen. Die wollten zeigen, wer der "Cheffe" ist. Wir "Schüler"  haben wahrgenommen wie unser Sektions - Kdr - vom dynamischen Fla-Raketengefecht überfordert wurde.. Manuelle Führung von Fla- Raketenabteilungen, Zuweisung von Zielen nach Gefühl, übersteigt alle intellektuellen Ressourcen. Dafür gibt es Maschinen. Im Feldlager war die  Anbindung an die FUTT  der 41.FRB  über die große Entfernung (150 Km) nicht möglich. Geführt wurde mit eigenen RADAR - Mitteln in Lieberose.

Absetzen eines Gefechtstandes außerhalb des Fla- Raketen-Clusters (Brigade) wurde bis 1990 nicht geübt. Die Herauslösung einzelner Fla Raketenabteilungen aus der 41. FRB hätte zur Lähmung der Brigade geführt. Die Brigade selbst hatte begrenzte Möglichkeiten in Richtung Nord - West  zu handeln. Es hätte  Löcher in die zu verteidigende Struktur gerissen.

Bei der "Berliner Operation " sollte im Spannungsfall die Stadt Westberlin durch die russ. Streitkräfte kassiert werden. Die genaue Rolle der Deutschen ( NVA ) ist nicht bekannt. Anzunehmen ist, ( Stand heute ) dass die 41. FRB Berlin Luftschutz gegeben hätte. Das war bis 1990 nicht Thema der Luftverteidigung und nie Gespräch der Soldaten untereinander. Mag sein , es war vorbereitet, hat aber praktisch nicht existiert und wurde nicht geübt.

Die Standorte der 41. FRB zur Unterstützung einer "Berliner Operation" waren dafür nicht geeignet. Es wäre ein Stellungswechsel der verbliebenen Kräfte ( 4  Abteilungen S-75 Wolchow ) in das westliche Vorfeld von Potsdam notwendig gewesen. Ohne das AFS- Führungssystem wäre die Effektivität der Luftverteidigung einer solchen Operation naturgemäß gering gewesen. Das AFS selbst war stationär.

Dabei gab es doch eine einfache Lösung. Die 41. FRB wäre von der 20. Gardearmee kassiert worden und unter deren direkte Führung genommen worden. Das war bei den Soldaten der 41. FRB auch so bekannt ( wobei uns die Berliner Operation nicht bekannt war ). Eine Gruppe russ. Verbindungsoffiziere in den Gefechtsständen  hätte alle Probleme gelöst.

 

Umgestaltung der LV

Weitere Gerüchte:

In diversen Foren im Internet wird die Umgestaltung der 41.FRB  zu einer einzelnen Brigade... Neuaufstellung einer neuen Division ... Zuordnung der 41. FRB zu einem Luftverteidigungs-Sektor  behauptet.

Es  war  von deutscher Seite geplant ( wahrscheinlich bereits seit 1980 ) die Luftverteidigung umzubauen und Zonen einzurichten. Dazu kam es bis zum Jahr 1992 nicht. Es muss aber auch gesagt werden, dass solches kein Thema in den Jahren 1985 bis 1990 war.

Die NVA ging davon aus, dass die LSK /LV gleichberechtigt zur GSSD werden sollte. Ihr eigenes Hoheitsgebiet wurde von Russen kontrolliert. Dem russ. Oberkommandierenden wurden Vorschläge zur Optimierung der LV vorgelegt (1980). Es sollte ein gemeinsamer LV Gefechtstand ( ZGS 14 ) und eine Aufteilung in 3 Luftverteidigungszonen / Sektoren gebildet werden. In den einzelnen Zonen sollte unabhängig von Nationalität ein Kommandeur alle LV Einheiten und einheitlich führen. 2 der 3 Zonen sollten von Deutschen geführt werden. Die Führung der GSSD lehnte dies berechtigterweise ab. Vertraglich war geregelt, dass der Oberkommandierende der GSSD für die Luftverteidigung zuständig war, er hatte nicht vor seine Kompetenzen abzugeben.

Damit war der Vorgang vom Tisch. Fazit : es gab noch keine  LV Zonen auf dem Gebiet der DDR. Der Vorschlag wurde boykotiert.

Dissertation : Hüter des Luftraumes ,  ISBN  9783861535805   Finke  ,  Seite 223 , 224 , 225 , Fußnote 139

1987 wurde ein neuer Versuch unternommen. Ein neuer Plan des Zusammenwirkens im DHS wurde dem Chef der GSSD vorgestellt. Es wurden Zonen der Verantwortung der deutschen und russ. LV Verbände vorgeschlagen. Leider lagen die deutschen Zonen innerhalb der Zonen der russ. 1. und 2. Gardearmee und der 20. Gardearmee. Die GSSD- Zonen durften deutsche Jagdflugzeuge nur mit Erlaubnis der GSSD durchfliegen. So etwas deutet auf Feuerdoktrin im Kriegsfall hin : Alles was in de Luft ist wird vernichtet. Diese Regelung wurde 1988 aufgehoben.

Durch die zusätzliche Schaffung von Fernmeldeverbindungen zur GSSD und Verbindungsoffizieren zur GSSD wurde die Zusammenarbeit verbessert.

Die Fernmeldeverbindungen wurden ( nachträglich SAS ) verschlüsselt. Nun gab es direkte Verbindungen über Verbindungsoffiziere der NVA zur  der GSSD, u.a. zur  russ.157. Fla-Raketenbrigade, 71.Jagdfliegerkorps, 26.Fla-Raketenbrigade und der 40.Funktechnischen Brigade ( unvollständig , es waren deutlich mehr )

Dissertation : Hüter des Luftraumes ,  ISBN  9783861535805   Finke  ,  Seite 260 ,Fußnote 146 ,148,  149

Im Jahr 1988 wurde die Reorganisation der Luftverteidigung auf deutschem Gebiet erneut angegangen. Der Chef LSK / LV führte an, dass die Verteilungsräume und Wirk-Zonen der russ. Partner nicht bekannt seien und sich damit das Zusammenwirken erschwere.

Dissertation : Hüter des Luftraumes ,  ISBN  9783861535805   Finke  ,  Seite 264 ,Fußnote 3

General Kulikow stimmte der Reorganisation grundsätzlich zu. Am 26. August 1988 wurde das  Abkommen gebilligt  ( Minister der  NVA  und GSSD ) und am 17.Dezember 1988 unterschrieben.

Dissertation : Hüter des Luftraumes ,  ISBN  9783861535805   Finke  ,  Seite 265 ,Fußnote 8

Vereinbart wurde, dass  Territorium der DDR in 6 LV Zonen einzuteilen.4 Zonen sollten der GSSD und 2 Zonen der deutschen LSK /LV zugeordnet werden.

Dissertation : Hüter des Luftraumes ,  ISBN  9783861535805   Finke  ,  Seite 265 ,Fußnote 9

Damit war die Unterstellung von russ. Einheiten unter deutsches Kommando grundsätzlich und theoretisch möglich. Über den zeitlichen Verlauf und praktische Umsetzung ( Jahre ) kann hier nur spekuliert werden. Bis zum Jahr 1989/ 1990 entfielen durch gesellschaftliche Umbrüche diese geplante Reorganisation.

Innerhalb der NVA - LSK / LV wurde diese geplante Umstellung nicht kommuniziert.

Mit Herauslösung einer russ. Fla -Raketenbrigade  (u.a.) und Rückführung nach Russland begann eine erneute Initiative der deutschen LSK /LV.

Mit Befehl 90/90 am 14. Februar 1990 wurde die Organisation in 7 LV Zonen angeordnet. Die beiden deutschen Zonen lagen nicht direkt im Wirkungsbereich an der Grenze zur NATO. Die deutschen Kommandeure hatten nun auch das Recht zum Vernichtungsfeuer durch Flugzeuge oder Fla -Raketen.

Dissertation : Hüter des Luftraumes ,  ISBN  9783861535805   Finke  ,  Seite 281 ,Fußnote 94

Die deutsche LV sah sich trotzdem außerstande, die für den 1. März 1990 befohlene Struktur einzunehmen ( jeder Angehörige der LSK / LV weiß noch was in diesen Zeiten los war...).

Die russ. Militärführung der GSSD  bemängelte , dass sie selbst die Organisation der LV Zonen angegangen hätte , aber die Deutschen noch keine Maßnahmen ergriffen hatten. Praktisch gab es diese Zonen noch nicht.

Dissertation : Hüter des Luftraumes ,  ISBN  9783861535805   Finke  ,  Seite 282 ,Fußnote 96

Nach den Wahlen zur Volkskammer 1990 in der DDR wurde die praktische Umsetzung immer unwahrscheinlicher. Übungen wurden abgesagt. Soldaten mussten nun für den Dienst im DHS motiviert werden.

Dissertation : Hüter des Luftraumes ,  ISBN  9783861535805   Finke  ,  Seite 283 ,Fußnote 101,  Übungen innerhalb der 43. FRB Prangendorf

Es stand nun die Frage, wann genau die DDR aus dem Warschauer Vertrag austreten werde. Am 2. Oktober 1990 wurde das DHS eingestellt , damit war die Organisation zu LV Zonen hinfällig , und hat praktisch wie auch organisatorisch nie stattgefunden.

Die 7 Zonen sollten wie folgend verwaltet werden :

russ.2. Gardepanzerarmee Fürstenberg

russ. 3. Armee Magdeburg

russ. 8. Gardearmee Nohra

russ. 1.Gardepanzearmee Dresden

russ. 20. Gardearmee Eberswalde

deutsche 1. LV Division Kolkwitz

deutsche 3. LV Division  Cölpin

Dissertation : Hüter des Luftraumes ,  ISBN  9783861535805   Finke  ,  Seite 281 ,Fußnote 93

 

 

 

Die im Kriegsfall neu aufzustellende  LV Division war durchaus Thema in den Jahren 1982 an der Offizierschule in Kamenz. Es hieß allgemein, die Schule der LSK /LV in Kamenz sollte den Kaderbestand der Division stellen. Je nach Studienalter der Offizierschüler würden dann die Dienstgrade eingeteilt werden ( Fw, OFw )

Im Perspektivplan 1986 bis 1990 wurde vom Oberkommandierenden der GSSD der Wunsch an die deutsche Führung herangetragen, die Aufstellung einer dritten deutschen LV Division zu prüfen. Das vereinte Oberkommando sah jedoch noch keine 3. LV Division vor. Damit gab es keine 3 LV Division.

siehe Dissertation , Hüter des Luftraumes ,  ISBN  9783861535805   Finke  ,

Seite 242 ,Fußnote 60, Seite 243,Fußnote 61

 

 

Die Rolle der FRA 4131  in Schönermark

Nein, die S-125 Neva Abteilung 4132 hatte kein Schutzobjekt  FRAG 411 und S-200 zur Deckung. Das war auch nie ein Thema in den Jahren 1985 bis 91 bei den Neva- Abteilungen. Der Autor war oft genug in Schönermark zur intensivierten Gefechtsausbildung und ab 1992 ständig in der FRAG 411.

Die benachbarte Fla- Raketenabteilung 4131 Schönermark wurde wie alle anderen FRA aus Ladeburg geführt. Schönermark hatte den Auftrag, wie alle Abteilungen, den Luftraum um Berlin zu schützen. Sonderaufträge zum Schutz der FRAG sind nicht bekannt. Ehemalige Fla- Raketensoldaten sind in der heutigen Zeit als Augenzeugen immer wieder erstaunt, was Laien und " Experten " alles über die Schönermarker und Badinger wissen.

Sicherlich hätte die Deckung der FRAG-411 über die FRA- 4131 Sinn gemacht und hätte im Einzelfall funktioniert. Aber eine solche Deckungsrolle festzulegen ,- ist falsch.( taktisch und technisch )

In der Chronik der 41.FRB ( bei Peters erhältlich, mit Zustimmung des Verfassers), wird von 4 Jagdflugzeugen in Bereitschaft ( aber nicht im Frieden) zum Schutz der FRAG-411 gesprochen. Das ist sinnvoll und richtig !

Zum Schutz eines Punkzieles wie FRAG  411 sind für einen Sektor von 120 ° ca. 6 - 8 Systeme S- 125 NEVA notwendig. Man geht dabei von einem Luftangriff mit 4-6 Flugzeugen oder 2-4 Marschflugkörpern aus. Bei Rundum - Verteidigung werden ca. 12 Systeme  benötigt.

 

Jahre 1990 bis 1994

Anfang 1991 fuhren täglich die TLF (Transport -und Ladefahrzeuge)  der Fla-Raketenabteilungen und entluden die S-125 Flugkörper in der technischen Zone in Ladeburg.

Die Feuerleitkabine der FRA 4133 wurde hier am 5. Dezember 1991 abgegeben. Gefahren wurde die Kabine verdientermaßen vom Stuffz und Obertechniker  der UNW der FuTK.

Das AFS wurde  Mitte Dezember 1991 aus den einzelnen Fla- Raketenabteilungen abgebaut und nach der 41.FRB nach Ladeburg in die technische Zone ( C Objekt ) verbracht. Die Koppelkabine 5F20 und RiFu Kabine 5Ja62/63 ( Fahrer Peters himself ) wurden mit 10 cm Seitenabstand zu anderen Kabinen auf der Betonplatte abgestellt. Wir waren gerade mal 50 m weg , da kletterten schon  die ersten in die Kabine ein...

Ab Frühjahr 1992 wurde in der technischen Zone in Ladeburg  die S-125 Flugkörper demontiert und in die Verpackung verräumt. Peters leistete hier gern  HiWi Dienste im Arbeitskommando.

Ab 1992 wurden in der FRAG 411, im 15 Km abgesetzten Lager in  Wolfsruh, die S-200 Flugkörper aus den Lagerbunkern gezogen, demontiert und verpackt. Die US-Streitkräfte bekamen 10 Kanister  mit Flugkörpern aufgeladen. Peters leistete auch hier gern  HiWi Dienste im Arbeitskommando.

Alle Flugkörper ( S-75, S-125, S 200) wurden durch eine spezialisierte Firma im Norden Berlins fachgerecht entlaboriert, verschrottet und entsorgt. ( Fa. unbekannt , Internet-Link ist weg, vielleicht kann der Leser dazu etwas sagen ? )

 

 

 

2007 -  2012,  update   03/2018

  

Eine gute Quelle ist:

Hüter des Luftraumes ,  ISBN  9783861535805   Finke  , Dissertation , als Buch herausgebracht.

Alle wesentlichen Dokumente sind vermerkt, man kann selber im Archiv nachlesen

Das Buch liegt im Original vor und wird ständig ausgewertet.

 

Dienstvorschriften , Papier und Dokumente

Bundesarchiv-Militärarchiv, Referat MA 4

Wiesentalstraße 10, 79115 Freiburg i.Br., Tel.: 0761 / 47817-850,

FAX:0761 / 47817-900; 

http://www.bundesarchiv.de

            Diese Dienststelle hat viele Unterlagen der NVA als Sammlung und Archiv

 

            Dienstvorschriften , Papier und Dokumente

            Sitzungsprotokolle bis 1990,  NVA

            http://www.argus.bstu.bundesarchiv.de/DVW1_NVR/index.htm