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                       FÜK           Führungskompanie

 

 

Rundblickradar P-18 („Spoon Rest D”)  

 

 PRW-13 in Trollenhagen  Funkhöhenmesser PRW-13

 

         Sichtgerät der P12

Bild:

 

RADAR Grundlagen
Dipl. Ing (FH) Christian Wolf  

Bw Museum Dresden

Mit freundlicher Genehmigung Chr. Wolff

 AZM    Aufklärungs- und Zielzuweisungsmittel *

 

In den Anfängen der FLA- Raketenabteilung (ab etwa 1962) hatte die Abteilung keine eigenen Aufklärungsmittel.

Eine Zielzuweisung erfolgte nur („per voice”) durch das Informationsnetz mit Flugmeldenetzkoordinaten (FMNK 64), die ein Planzeichner an der Luftlagekarte grafisch darstellte.

Ab etwa dem Anfang der 70er Jahre erhielt die FLA- Raketenabteilung ein eigenes Rundblickradar, die P-12 („Spoon Rest A”).

Ab etwa 1980 wurde diese Radarstation durch einen Radarkomplex bestehend aus einer P-18 („Spoon Rest D”) gekoppelt mit einem Funkhöhenmesser PRW-13ersetzt.

Beide Radarstationen hatten abgesetzte Sichtgeräte („Tochtersichtgeräte”) in der Kabine UW.

Diese beiden Sichtgeräte standen übereinander und bildeten den Arbeitsplatz des „Schießenden”, also des Abteilungskommandeurs oder ein seiner laut Befehl Nr. 90 zugelassenen Stellvertreter.

Beide Stationsleiter hatten den Dienstgrad Leutnant bis Hauptmann. Ihnen unterstanden
jeweils eine Funkortergruppe (mit einem Unteroffizier als Gruppenführer) und zwei Aggregatewarte, die als Kraftfahrer in Zweitfunktion eingesetzt wurden.

Der Funkortergruppenführer des PRW-13 war ebenfalls als Kraftfahrer ausgebildet.

 

AZM Deckung

Dahinter Deckung für Kabinen  UNK, AFS  FRA 4335 Dranske  ( "NEVA" ) 

2005  Klaus Peter Bittner   http://www.bunker-ladeburg.de/

  Typische Gefechtsordnung.

Quelle :         polnische Fla Raketenabteilung

   

Das AFS ist ein Netzwerk von Radarsystemen im weiten Vorfeld der Luftverteidigung. ( 350- 500 kM ). Rechnergestützt erfolgt die Zielzuweisung an einzelne Feuerabteilungen. Das System dreht einzelne Antennen des Feuerleitradar auf den Seiten und Höhenwinkel und stellt die Entfernungsmarke auf die richtige Stelle am Sichtgerät. Nach Zuschalten des RADAR ist das Ziel in der Regel sofort ohne Zielsuche da und kann bekämpft werden.

Es ist möglich ohne RADAR zu arbeiten und Ziele sofort über den teleoptischen Kanal zu tracken.

"Rückwärts" arbeitet das System ebenso : Ein Feuerleitradar trackt ein Ziel in 3 Koordinaten. Diese Daten werden über den zentralen Rechner an eine andere Feuereinheit gegeben und begleitet das Ziel nun auch ohne Zielsuche und eröffnet ( überraschend ) das Feuer.

Der Datenaustausch erfolgt über die Koppel und Rechner Kabine 5F20 und über die Richtfunkanlage 5Ja63.

     

                 5Ja 62 :    2 Spiegel            5Ja63 :      3 Spiegel.


Dazu gehört die Kabine + Mast mit Spiegel

Frequenzen 2- 20 GHz

28 Kanäle , Zeitmultiplex.

Kabine 5F20 : Rechnerkabine  oder       5F24  Senesch
Diese Kabine steht max. 10 m entfernt von der Leitkabine UNK ( S125 NEVA )in der selben Halle, während 5Ja63 ca. 300 m weg in der Stellung steht. Der Mast in von Hauptkampfrichtung abgewandter Seite , östlich.

AFS : automatisches Führungssystem:

wpeB.jpg (84682 Byte) Kabine AFS

Errechnet die Bedrohung bei anfliegenden Zielen und gibt die rechnergestützte Empfehlung für den Schiessenden der Brigade, welche Feuerabteilung welches Ziel bekämpfen sollte . Ziele werden dann mündlich oder automatisiert an die Feuerabteilung zugewiesen. Da im AFS Ziele der Luftraumaufklärung eingelesen werden ( mit einer Art Griffel auf dem 1 Meter  Sichtgerät ) gelangen diese irgendwann in die Brigade.
Der Rechner kennt die eingemessenen Koordinaten der Raketenleitstation auf den m genau.
So ist es möglich , dass der Rechner eine Raketenleitstation 100 Km entfernt auf den Seiten und Höhenwinkel stellt , die Entfernung auf dem Leitsichtgerät als Marke einblendet. Nach Zuschalten von Radar ist das Ziel mehr oder weniger da und wird fein abgedeckt. So können auch Ziele mit dem Teleoptischen Kanal oder RADAR aufgefasst werden. Umgedreht geht es auch. Eine Raketenleitstation trackt ein Ziel. Eine andere Feuereinheit kann dieses Ziel ohne Zielsuche sofort erfassen ohne extra Zielsuche durchführen zu müssen.

Nebenfunktionen des AFS gab es auch : Sprache wurde übertragen, sowie Informationen wie zB Raketenverbrauch . So etwas wurde von Hand über Knöpfe eingegeben. In der Raketenleitstation sah das Bedienpult wie ein altes Röhrenradio aus den 60er aus.

Beim NEVA S 125 bestand das AFS aus einer Kabine ( neben der RLS , dem " Radio" sowie der FM Kabine und RIFU Mast 5Ja63 System.

                                                                                                     

                                                                                                          

 

                            Kompaniechef der Führungskompanie 

Dienststellung: Major

Ihm unterstanden 3 Offiziere, ein Hauptfeldwebel mit dem Dienstgrad bis Stabsfähnrich, etwa 8 Unteroffiziere und etwa 25 wehrpflichtige Soldaten im Mannschaftsdienstgrad als Funkorter, Aggregatewarte, Kraftfahrer, Nachrichtensoldaten ( Fernmelder ) und Planzeichner. Dazu kamen noch die zivilen Angestellten                         ( Vermittlungspersonal )  des Nachrichtenzuges.

Die Führungskompanie wurde im Jahr  1985 eingeführt und übernahm Technik und Personal, welches vorher überwiegend dem Stabschef unterstellt war. Da gleichzeitig auch die ehemalige Technische Kompanie ( TK ) zu einem 3. Zug der Startbatterie umgewandelt wurde, wurde der ehemalige Kompaniechef der TK als „Unterbringungsfall” oft zum Kompaniechef der Führungskompanie gemacht.

Das war in diesem Falle natürlich ein schweres Los, da er   nun plötzlich  die Hochfrequenztechnik beherrschen sollte. Fehlendes Fachwissen wurde schon immer  durch  militärische Haltung ersetzt. Taugenichtse haben diesen Job nicht lange überlebt. Schwätzen half hier auf den Gebiet HF Und RADAR-Technik nicht...

 

                                                                                                           

         Planzeichnergruppe  *

Die Planzeichner der FLA- Raketenabteilung rekrutierten sich aus wehrpflichtigen Soldaten.
Der Gruppenführer war ein Unteroffizier mit einer verpflichteten Dienstzeit von drei Jahren, von denen er ein halbes Jahr zur fachlichen Ausbildung an der Unteroffiziersschule verbrachte.

In den allerersten Anfängen wurde noch ein Planchette auf einem Tisch genutzt, auf dem der Planzeichner sich zwischen dem Stabschef und dem Operativen Offizier durchdrängelnd mit Fettstiften auf einer Piacrylplatte, die auf einer normalen Generalsstabskarte lag, den gemeldeten Standort von Flugzeugen zeichnete. Nach dieser Zeit wurde oft noch obwohl unkorrekt der Name „Planchette” für die Luftlagekarte genutzt.

Die Luftlagekarte war eine senkrecht montierte durchsichtige Piacryl- Karte, auf die ein Koordinatennetz, das Flugmeldenetz 64, Staatsgrenzen, Vernichtungs- und Startzone aufgetragen war. Sie besaß einen Rahmen mit eingebauten Leuchtstoffröhren, dass die aufgetragenen Informationen aufleuchteten.
Der Planzeichner stand vor einem dunklen Hintergrund hinter dieser Karte und musste die über einen Kopfhörer gemeldeten Standorte der Ziele mit einem weißen oder gelben Fettstift in Spiegelschrift auftragen. Gute Planzeichner schafften dabei ein Tempo von bis zu 12 Zielen pro Minute. Vor dieser
Karte saßen der Stabschef oder einer der Gefechtsstandsoffiziere, lasen die Zielstandorte in Polarkoordinaten ab und riefen sie dem Schießenden zu.
         

01 - Störträger

21 - Eigener
31 - Kontrollziel
41 - Ballon
51 - Luftraumverletzer
61 - Verletzer der Flugordnung
71 - Übungsziel
81 - Luftgegner
91 - Ziel ohne Kennung

 

  Ziel 2511    Index 31  16 :00 Uhr  Höhe 18 Hektometer  (1,8 Km )

 

                                                               Luftlagekarte

 

Die über Kopfhörer übermittelten Informationen hatten einen bestimmten Rhythmus von einstelligen und
zweistelligen Ziffernfolgen (Beispielansage: „Vier null zwo, siebenundvierzig sieben drei neun acht, null fünfzig, einundzwanzig, vierzig”), so dass durch den Planzeichner jeder Zahl die Bedeutung zugeordnet  werden konnte. Das Muster der Standortcodierung (47 7 3 9 8) kennzeichnete einen Standort im  Flugmeldenetz, zwei dreistellige Zahlen würden einen Standort in Polarkoordinaten definieren.

Der übermittelte Standort wurde durch einen Punkt gekennzeichnet und mit einem kurzen Strich die Zuordnung zu den vorherigen Werten markiert. Die Höhenangabe (050) wurde unter dem Strich des Zieles, darüber die Uhrzeit (12:36) der Zielanmeldung gezeichnet. Der Index im Beispiel 21 (Einzelziel mit Kennung) und 92 (zwei Ziele ohne Kennung) stand über der Zielnummer (402). Der Wertevorrat der Zielnummern in der
Abteilung lag bei 01...99, die Vier davor kennzeichnete die vierte Abteilung.
Die Kodierung der Luftlagekarte (die grünen Zahlen im Bild) wurden in regelmäßigen Abständen geändert.

                                                                                                           

 

Auf dem Tochtersichtgerät der P18 konnte der Schiessende die Luftlage beurteilen bzw. am Planschet der Planzeichner  großräumig   überprüfen.

Nach Kommando an den Leitoffizier schaltete dieser auf Arbeitregime Zielzuweisung.

Die Koppelkabine der FRA hatte die  Koordinaten auf   den eigenen Standort umgerechnet. Die Antenne ( Kabine PW ) dreht nun im Seitenwinkel sowie im Höhenwinkel auf das Ziel.

Die Entfernungsmarke an den Leitsichtbildschirmen des Leitoffiziers stellte sich auf die richtige Entfernung. Dieser schaltete nun die Antenne ein.

Im Regelfall war das Zielzeichen sofort auf dem Bildschirm des Leitoffizier.
Nach genauem Abdecken mit seinen 3 Handrädern übergab er es nun an die Funkorter.

Das System AFS war nicht verlegefähig .

Der Datenaustausch ( Zieldaten , Sprache , Signalisierung und Daten der FRA : Raketenbestand ,Meldungen über Zielvernichtung etc.) erfolgte über Drahtleitung oder Richtfunk.

5Ja 62 :    2 Spiegel        

5ja63 :      3 Spiegel.


Dazu gehört die Kabine + Mast mit Spiegel

Frequenzen 2- 20 GHz

28 Kanäle , Zeitmultiplex.

Kabine 5F20 : Rechnerkabine
Diese Kabine steht max. 10 m entfernt von der Leitkabine UNK ( S125 NEVA )
in der selben Halle, während 5Ja63 ca. 300 m weg in der Stellung steht. Der Mast in von Hauptkampfrichtung abgewandter Seite , östlich.

wpeB.jpg (84682 Byte) 5F20 oder 5F24

Autor. Peter und. Webmaster  11/2005  4/2008

  AFS  

 Automatisches  Führungssystem

Kabine 5F20  , Koppel - Rechenkabine  .

Anbindung über Draht ( Telefon ) oder Richtfunk 5Ja62

In jeder FRA befand sich die Koppel und  Rechenkabine. Diese rechnete Zielzuweisungen der Brigade an die Feuerabteilung um.

Eine solche Zielzuweisung war 3dimensional und auf die wahre Koordinate des  Luftzieles bezogen.

Die Datenerfassung erfolgte durch die Funktechnischen Truppen der LSK/LV.  (Luftstreitkräfte /Luftverteidigung).

An einem Sichtgerätearbeitsplatz wurde mit einem Griffel und Taster das Ziel "geklickt "und so in die Maschine übernommen.

 

 

 

1   Funktechnische Truppen erstellen
       Luftlage und speisen in AFS ein.

2   Weitergabe an Fla Raketenbrigade

3   Übermittlung an Rechner  in
        Fla Raketenbrigade

3-4   Rechner weist FRA Ziel zu.
Antenne PW wird in Seiten /Höhenwinkel
u. Entfernung ( Leitsichtgerät ) auf Ziel gerichtet.

3-5  Rechner weist anderer FRA 2. Ziel zu.

5-3-6  Mit der Antenne in 3 Koordinaten
begleitetes Ziel wird an FRA
6 weitergereicht.

 

 

  

RADAR zur Luftraumaufklärung

 

 

P18 als Luftlagedarstellung . Höhenfinder für die Höhe. Mit dem Höhenfinder werden Ziele im Seitenwinkel gesucht und gefunden. Mit dem Höhenfinder wird auch ( ! ) Zielsuche durchgeführt.

 

                                                    

                                                      P18                                     modernisierte P18

                                                                            

                                                                     P15                                 P12   

                                                           Tochtersichtgerät des Schiessenden in der Kabine UW  für RADAR P18 / P12

 

* im Original

 

RADAR Grundlagen
Dipl. Ing (FH) Christian Wolf  

                     mit freundlicher Genehmigung

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