In den
Anfängen der FLA- Raketenabteilung (ab etwa 1962) hatte die Abteilung keine
eigenen Aufklärungsmittel.
Eine Zielzuweisung erfolgte nur
(„per voice”) durch das Informationsnetz mit Flugmeldenetzkoordinaten (FMNK
64), die ein Planzeichner an der Luftlagekarte grafisch darstellte.
Ab etwa dem Anfang der 70er Jahre
erhielt die FLA- Raketenabteilung ein eigenes Rundblickradar, die P-12 („Spoon
Rest A”).
Ab etwa 1980 wurde diese
Radarstation durch einen Radarkomplex bestehend
aus einer P-18 („Spoon Rest D”) gekoppelt mit einem Funkhöhenmesser PRW-13ersetzt.
Beide Radarstationen hatten
abgesetzte Sichtgeräte („Tochtersichtgeräte”) in der Kabine UW.
Diese beiden Sichtgeräte standen
übereinander und bildeten den Arbeitsplatz des „Schießenden”, also des
Abteilungskommandeurs oder ein seiner laut Befehl Nr. 90 zugelassenen
Stellvertreter.
Beide Stationsleiter hatten den
Dienstgrad Leutnant bis Hauptmann. Ihnen unterstanden
jeweils eine Funkortergruppe (mit einem Unteroffizier als Gruppenführer) und
zwei
Aggregatewarte, die als Kraftfahrer in Zweitfunktion eingesetzt wurden.
Der Funkortergruppenführer des
PRW-13 war ebenfalls als Kraftfahrer ausgebildet.
AZM Deckung
Dahinter Deckung für Kabinen UNK, AFS
FRA
4335 Dranske
( "NEVA" )
Das AFS ist ein Netzwerk von Radarsystemen im weiten Vorfeld der Luftverteidigung. ( 350- 500 kM ). Rechnergestützt erfolgt die Zielzuweisung an einzelne Feuerabteilungen. Das System dreht einzelne Antennen des Feuerleitradar auf den Seiten und Höhenwinkel und stellt die Entfernungsmarke auf die richtige Stelle am Sichtgerät. Nach Zuschalten des RADAR ist das Ziel in der Regel sofort ohne Zielsuche da und kann bekämpft werden.
Es ist möglich ohne RADAR zu arbeiten und Ziele sofort über den teleoptischen Kanal zu tracken.
"Rückwärts" arbeitet das System ebenso : Ein Feuerleitradar trackt ein Ziel in 3 Koordinaten. Diese Daten werden über den zentralen Rechner an eine andere Feuereinheit gegeben und begleitet das Ziel nun auch ohne Zielsuche und eröffnet ( überraschend ) das Feuer.
Der Datenaustausch erfolgt über die Koppel und Rechner Kabine 5F20 und über die Richtfunkanlage 5Ja63.
5Ja 62 : 2 Spiegel 5Ja63 : 3 Spiegel.
Dazu gehört die Kabine + Mast mit Spiegel
Frequenzen 2- 20 GHz
28 Kanäle , Zeitmultiplex.
Kabine 5F20 : Rechnerkabine
oder 5F24 Senesch Diese Kabine steht max. 10 m entfernt von der Leitkabine UNK ( S125 NEVA )in der selben Halle, während 5Ja63 ca. 300 m weg in der Stellung steht. Der Mast in von Hauptkampfrichtung abgewandter Seite , östlich.
AFS : automatisches
Führungssystem:
Kabine AFS
Errechnet die
Bedrohung bei anfliegenden Zielen und gibt die rechnergestützte Empfehlung für
den Schiessenden der Brigade, welche Feuerabteilung welches Ziel bekämpfen
sollte . Ziele werden dann mündlich oder automatisiert an die Feuerabteilung
zugewiesen. Da im AFS Ziele der Luftraumaufklärung eingelesen werden ( mit
einer Art Griffel auf dem 1 Meter Sichtgerät ) gelangen diese
irgendwann in die Brigade.
Der Rechner kennt die eingemessenen Koordinaten der Raketenleitstation auf den m
genau.
So ist es möglich , dass der Rechner eine Raketenleitstation 100 Km entfernt auf
den Seiten und Höhenwinkel stellt , die Entfernung auf dem Leitsichtgerät als
Marke einblendet. Nach Zuschalten von Radar ist das Ziel mehr oder weniger da
und wird fein abgedeckt. So können auch Ziele mit dem Teleoptischen Kanal oder
RADAR aufgefasst werden. Umgedreht geht es auch. Eine Raketenleitstation trackt
ein Ziel. Eine andere Feuereinheit kann dieses Ziel ohne Zielsuche sofort
erfassen ohne extra Zielsuche durchführen zu müssen.
Nebenfunktionen
des AFS gab es auch : Sprache wurde übertragen, sowie Informationen wie zB
Raketenverbrauch . So etwas wurde von Hand über Knöpfe eingegeben. In der
Raketenleitstation sah das Bedienpult wie ein altes Röhrenradio aus den 60er
aus.
Beim NEVA S 125
bestand das AFS aus einer Kabine ( neben der RLS , dem " Radio" sowie der FM
Kabine und RIFU Mast 5Ja63 System.
Ihm unterstanden 3 Offiziere, ein Hauptfeldwebel mit dem Dienstgrad bis
Stabsfähnrich, etwa 8 Unteroffiziere und etwa 25 wehrpflichtige Soldaten im
Mannschaftsdienstgrad als Funkorter, Aggregatewarte, Kraftfahrer,
Nachrichtensoldaten ( Fernmelder ) und Planzeichner. Dazu kamen noch die zivilen Angestellten ( Vermittlungspersonal ) des Nachrichtenzuges.
Die Führungskompanie wurde im Jahr 1985 eingeführt und übernahm Technik und
Personal, welches vorher überwiegend dem Stabschef unterstellt war. Da
gleichzeitig auch die ehemalige Technische Kompanie ( TK ) zu einem 3. Zug der
Startbatterie umgewandelt wurde, wurde der ehemalige Kompaniechef der TK als
„Unterbringungsfall” oft zum Kompaniechef der Führungskompanie gemacht.
Das war in diesem Falle natürlich ein schweres Los, da er nun
plötzlich die Hochfrequenztechnik
beherrschen sollte. Fehlendes Fachwissen wurde schon immer durch militärische Haltung ersetzt. Taugenichtse haben diesen Job nicht lange überlebt. Schwätzen half hier auf den Gebiet HF Und RADAR-Technik nicht...
Die Planzeichner der FLA- Raketenabteilung rekrutierten sich aus
wehrpflichtigen Soldaten.
Der Gruppenführer war ein Unteroffizier mit einer verpflichteten Dienstzeit von
drei Jahren, von denen er ein halbes
Jahr zur fachlichen Ausbildung an der Unteroffiziersschule verbrachte.
In den allerersten Anfängen wurde noch ein Planchette auf einem Tisch
genutzt, auf dem der
Planzeichner sich zwischen dem Stabschef und dem Operativen Offizier
durchdrängelnd mit
Fettstiften auf einer Piacrylplatte, die auf einer normalen Generalsstabskarte
lag, den gemeldeten
Standort von Flugzeugen zeichnete. Nach dieser Zeit wurde oft noch obwohl
unkorrekt der Name
„Planchette” für die Luftlagekarte genutzt.
Die Luftlagekarte war eine senkrecht montierte durchsichtige Piacryl- Karte,
auf die ein Koordinatennetz,
das Flugmeldenetz 64, Staatsgrenzen, Vernichtungs- und Startzone aufgetragen
war. Sie besaß einen
Rahmen mit eingebauten Leuchtstoffröhren, dass die aufgetragenen Informationen
aufleuchteten.
Der Planzeichner stand vor einem dunklen Hintergrund hinter dieser Karte und
musste die über einen
Kopfhörer gemeldeten Standorte der Ziele mit einem weißen oder gelben Fettstift
in Spiegelschrift
auftragen. Gute Planzeichner schafften dabei ein Tempo von bis zu 12 Zielen pro
Minute. Vor dieser
Karte saßen der Stabschef oder einer der Gefechtsstandsoffiziere, lasen die
Zielstandorte in
Polarkoordinaten ab und riefen sie dem Schießenden zu.
01 - Störträger
21 - Eigener
31 - Kontrollziel
41 - Ballon
51 - Luftraumverletzer
61 - Verletzer der Flugordnung
71 - Übungsziel
81 - Luftgegner
91 - Ziel ohne Kennung
Ziel 2511 Index 31
16 :00 Uhr Höhe 18 Hektometer (1,8 Km )
Die über Kopfhörer übermittelten Informationen hatten einen bestimmten
Rhythmus von einstelligen und
zweistelligen Ziffernfolgen (Beispielansage: „Vier null zwo,
siebenundvierzig sieben drei neun acht,
null fünfzig, einundzwanzig, vierzig”), so dass durch den Planzeichner jeder
Zahl die Bedeutung zugeordnet
werden konnte. Das Muster der Standortcodierung (47 7 3 9 8) kennzeichnete
einen Standort im
Flugmeldenetz, zwei dreistellige Zahlen würden einen Standort in
Polarkoordinaten definieren.
Der übermittelte Standort wurde durch einen Punkt gekennzeichnet und mit
einem kurzen Strich die
Zuordnung zu den vorherigen Werten markiert. Die Höhenangabe (050) wurde
unter dem Strich des Zieles,
darüber die Uhrzeit (12:36) der Zielanmeldung gezeichnet. Der Index im
Beispiel 21 (Einzelziel mit Kennung)
und 92 (zwei Ziele ohne Kennung) stand über der Zielnummer (402). Der
Wertevorrat der Zielnummern in der
Abteilung lag bei 01...99, die Vier davor kennzeichnete die vierte
Abteilung.
Die Kodierung der Luftlagekarte (die grünen Zahlen im Bild) wurden in
regelmäßigen Abständen geändert.
Auf dem Tochtersichtgerät der P18
konnte der Schiessende die Luftlage beurteilen bzw. am Planschet der
Planzeichner großräumig überprüfen.
Nach Kommando an den
Leitoffizier schaltete dieser auf Arbeitregime
Zielzuweisung.
Die Koppelkabine der FRA hatte die Koordinaten auf den eigenen Standort umgerechnet. Die Antenne ( Kabine PW )
dreht nun im Seitenwinkel sowie im Höhenwinkel auf das Ziel.
Die Entfernungsmarke an den
Leitsichtbildschirmen des Leitoffiziers stellte sich auf die richtige
Entfernung.
Dieser schaltete nun die Antenne ein.
Im Regelfall war das Zielzeichen
sofort auf dem Bildschirm des Leitoffizier.
Nach genauem Abdecken mit seinen 3 Handrädern übergab er es nun an die
Funkorter.
Das System AFS war nicht
verlegefähig .
Der Datenaustausch ( Zieldaten ,
Sprache , Signalisierung und
Daten der FRA : Raketenbestand ,Meldungen über Zielvernichtung etc.)
erfolgte über Drahtleitung oder Richtfunk.
5Ja 62 : 2 Spiegel
5ja63 : 3 Spiegel.
Dazu gehört die Kabine + Mast mit Spiegel
Frequenzen 2- 20 GHz
28 Kanäle , Zeitmultiplex.
Kabine 5F20 : Rechnerkabine Diese Kabine steht max. 10 m entfernt von der Leitkabine UNK ( S125 NEVA ) in der selben Halle, während 5Ja63 ca. 300 m weg in der Stellung steht. Der Mast in von Hauptkampfrichtung abgewandter Seite , östlich.
P18 als Luftlagedarstellung . Höhenfinder für die Höhe.
Mit dem Höhenfinder werden Ziele im Seitenwinkel gesucht und gefunden. Mit dem
Höhenfinder wird auch ( ! ) Zielsuche durchgeführt.
P18
modernisierte P18
P15
P12
Tochtersichtgerät des Schiessenden in der
Kabine UW für RADAR P18 / P12