s 75 im vietnamkrieg
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                                                 SA2 Luftabwehrsystem . S 75 DWINA   Wolchow

                                                     

 

                                        Der Einsatz des "Dwina " in Nordvietnam 1964 - 1973 

                                        Episoden.    Übersetzungen aus dem russ.    http://www.army.lv/  

 

Der funkelektronische Kampf der angreifenden US Airforce und NAVY spielte eine sehr große Rolle.

So waren die vietn. funktechnischen Truppen allein ( Radar Luftraumaufklärung , Jägerleitung und Zielzuweisung für Fla Raketentruppen ) 685 Luftschlägen ausgesetzt. Die Hälfte davon erfolgte mit " Shrike " gegen die Radarsysteme . 241 mal wurden im Krieg Fla Raketenkomplexe oder Radarsysteme zerstört / beschädigt.

                  Im Schnitt wurde jede Fla Raketenabeilung im Jahr einmal zerstört.

                            Während Gefechtshandlungen der Airforce und Navy  wurden  die Stellung    2 - 4   mal  gewechselt .

                           ( Wechselstellungen ) .

                 Von 95 von Russland gelieferten Fla Raketenkomplexen waren nach dem Krieg 1973 noch
                 39 einsatzbereit  ( dazu noch einmal 4 an Lehreinrichtungen )

 

Fla Raketenabteilungen verlegten unter Tarnung in den Dschungel  an vorbereitete Stellungen. In der Anfangsphase des Einsatzes der neuen Fla Raketenkomplexe genügten 2 - 3 Raketen zur Vernichtung eines Flugzieles.50 % aller Ziele wurden mit 2 Raketen bekämpft , 6 % aller Ziele wurden mit 3 Fla Raketen bekämpft. Der Rest wurde mit einer Fla Rakete bekämpft. Jede Abteilung hatte für die Nah- Luftverteidigung und Eigenschutz 2 - 3 37 mm FlaK  Abwehrbatterien .Nach Bezug der neuen Stellung wurde die Einsatzbereitschaft hergestellt. Über Feuereröffnung und Zielvernichtung entschieden Minuten.

Am 15. Oktober 1967 beim Anflug auf Hanoi  wurden unter sehr effektiver Funkmess Niederhaltung      ( jamming ) 90 gestartete Raketen unwirksam geschossen. Kein einziges Flugzeug konnte abgeschossen werden. Vietnamesen und Russen suchte Ausweg aus dieser Situation.

Ende 1967 wurde eine Lösung gefunden. Ein System der Umschaltung der Frequenzen der Antwortsender der Fla Raketen wurde gebaut und die Leistung der Antwortsender der Fla Raketen      ( Bake ) erhöht.( Nun weiß man auch , warum die Raketensender in der Leitstation bzw. an der Rakete selbst überdimensioniert erscheinen , bes. am SA3 S 125 NEVA System , Übersetzer und Autor ) . Im Winter 1968 war dieses Problem erledigt.
Zusätzlich wurde neue Taktiken eingeführt. Aktive Störer wurden ohne Anstrahlung durch die RLS in der ( passiven Betriebsart begleitet. ( Sender an , Hochspannung aus ... Autor und Übersetzter ) Die Funkorter der RLS deckten die vertikale Marke nach dem Maximum der Aufhellung an ihren Begleitsichtgeräten ab.

Im Verlaufe des Jahres 1972 wurden bei 1155 Feuereröffnungen durch den S 75 "Dwina " 2059 Fla Raketen geschossen und dabei 421 amerikanische Flugzeuge abgeschossen.

Wie auch immer , die Amerikaner wollen  4224   geschossenen Fla Raketen gesehen haben und nur 49 Flugzeuge verloren  haben. 

Während des Vietnam Krieges wurden 1163 Flugzeuge durch die Fla Raketentruppen vernichtet , davon      54      Bomber "B 52" und    ( Gesamtzahl 4118 Flugzeuge . dh. ca. 25 % durch S 75 "Dwina ")    130 Drohen .

Im Krieg  wurden 6806 Fla Raketen verschossen .

Die Amerikaner wollen  8038  gesehen  haben. Auch behaupten die Amerikaner während Linebaker II  nur 15  "B52" Bomber verloren zu haben.

Russland lieferte 7568 Flugkörpern ( Raketen )  an Vietnam. Quelle Hersteller . ALMAZ Konzern , Moskau
 

                            Stark gekürzter Beitrag.  Der vollständige Artikel  hier .

                                     © 2005  Skarus  

   

       

 

                                       24. Juli 1965

                       Die ersten Phantom fallen vom Himmel



Der erste Abschuss amerikanischer Flugzeuge  durch Fla Raketen erfolgte am  24. Juli 1965 durch eine russische Raketensoldaten. Diese waren für die Ausbildung nordvietnamesischer Fla Raketensoldaten  nach Vietnam kommandiert.

 

Aus Thailand, Ubon  air force base , flogen   4 Phantom ( 2 Pärchen a 2 Flugzeuge ) in 5000 m Höhe nach Nordvietnam ein.

Der Gefechtsauftrag lautete  - die Militärfabrik in Lang Chi zu zerstören. 

Ein Fla Raketenkomplex   SRK 75 ( Senitnie Raketni Komplex ) / SA2 fasste die Gruppe Phantom auf.

Der Russe und Oberleutnant Konstantinow Wladislaw Nikolaiewitsch war als Militärberater und Ausbilder für die neuen vietnamesischen Luftabwehrraketenkomplexe nach Vietnam kommandiert.

Die Vietnamesen saßen daneben und schauten zu , um die nächsten Luftabwehrkämpfe selber auszufechten. Das Feuer wurde eröffnet. Mit der ersten Fla Rakete wurden 2 Phantom getroffen und fielen . Eine weitere  Phantom wurde im Anschluss bekämpft und vernichtet. Diese 3  ersten Flugzeuge wurden durch Russen vernichtet.

 

4 Phantom auf dem Sichtgerät beim LO

 Von 4 anfliegenden Phantom F4 war es nur einem Piloten gegönnt heimzukehren.

Der erste Vietnamese der mit dem S 75 / SA2  gegen amerikanische Flugzeuge  schoss , war La Ding Ti.  Er kämpfte als Leitoffizier im System S 75 / Sa2. Die Namen der ersten Schiessenden Kommandeure sind nicht bekannt.

Bereits nach 45 Minuten war man vor Ort. Die Trümmer brannten und rauchten noch . Die getöteten Piloten der F4 saßen noch in ihren Sitzen und umklammerten den Steuerknüppel.

Quelle : russ. Staats TV . 5 Teiler über den S 75 im Vietnamkrieg.

 

Aus amerikanischer Sicht stellt sich der Vorgang so dar :

Der folgende Vorgang ist für die airforce einer der wichtigsten und schmerzhaftesten im Luftkrieg über Vietnam gewesen.

4 Phantom F4 flogen Unterstützung für eine Rotte Flugzeuge F 105. Eine Munitionsfabrik in Lang Chi sollte zerstört werden. Captain Fobair und Cpt. Keirn waren die ersten Zeugen und Betroffenen bei Einsatz des Luftabwehrsystems S 75 DWINA in Vietnam. 70 Km westlich von Hanoi ( in 23 . ooo Fuß Höhe ) bemerkten sie einen Rauchspur und plötzliche Explosion am Flugzeug. Eine RB 66 gab noch eine Warnung über den Raketenstart der Luftverteidigung ab. Beide Piloten katapultierten sich aus der getroffenen Maschine.

Die 3 anderen Phantom F 4 wurden durch die nachfolgenden 2 Flugkörper getroffen . ( der erste Flugkörper war ein Direkttreffer ) Aussagen zu weiteren Verlusten werden nicht gemacht.

Im Jahre 1973  wurde Cpt. Keir aus vietnamesischer Kriegsgefangenschaft entlassen. Erstaunlicherweise wurde Keir schon 1944 über Deutschland als Bomberpilot einer B 29 abgeschossen und musste ebenfalls Kriegsgefangenschaft absitzen. Capt. Keirn wurde nach 14 Tagen Vietnam auf seiner 11. Mission abgeschossen. Capt. Fobair gilt als KIA ,  killed in action ..

Im Bericht im russ. TV wird gesagt, dass die Piloten noch in ihren Sitzen saßen und die Steuerknüppel noch immer umfassten. Die Amerikaner sprechen nur vom Verlust einer F 4 und dass die Beiden Piloten katapultierten . Einer überlebte den Krieg.

Quelle: Vietnam Airlosses ISBN 1 857 80 115 6   Seite 26.

 

Quelle  Forum   www.quansuvn.net

Raketenleitstation S75  , vietnamesische  Funkorter beim Abdecken des Zieles

siehe auch  :   Funkorter , FUTK ,  SA 2

 

 

Statistik der Gefechtseinsätze der FRT in Vietnam und im Nahen Osten


(gekürzte Übersetzung aus dem russischen) Quelle : BKO 6/2005

Die Ergebnisse der Gefechtshandlungen der Fla Raketentruppen  gehörten zu den großen Geheimnissen, die nur wenige kannten, denn aus ihnen konnten und mussten wichtige Schlussfolgerungen über die Wirksamkeit des Einsatzes von Mensch und Material beider Seiten abgeleitet werden.

In den lokalen Kriegen wurden tausende Fla-Raketen auf den Luftgegner abgefeuert.

Die Analyse der Resultate und Bedingungen der durchgeführten Starts von FAR gibt die Möglichkeit, die Angriffsmittel des Gegners und der Einsatzverfahren jener Zeit zu bestimmen und charakteristische Methoden des Gefechtseinsatzes der FRT zu betrachten.

Die Fla-Raketentruppen Vietnams hatten in der betrachteten Periode der Gefechtshandlungen (1965 - 1973) über FRK SA-75M, die FRT in Ägypten und Syrien nutzten FRK der Typen SA-75 MK, S-75, S-75 M, und S-125.

Unter den durch die FRT vernichteten Kampfflugzeugen der USA und Israels befanden sich 76 % moderne Kampfmaschinen (F-111, F-4, A-7 und andere). Die allgemeinen Ergebnisse der Gefechtseinsätze der FRT sind in der Tabelle 1 dargestellt.

1965 - 1968

Zu Beginn des Einsatzes der FRT verwirklichten diese in Anbetracht der geringen Anzahl ihre Schläge auf den Luftgegner durch plötzliches Handeln aus dem Hinterhalt. In dieser Periode konnten die amerikanischen Fliegerkräfte keine wirksamen Gegenmaßnahmen gegen die FRT verwirklichen und erlitten bedeutende Verluste.
Die Resultate der ersten Kämpfe waren nicht zum Nutzen für die LSK der USA. Die Führung erhielt Anregungen zur Veränderung der Auffassungen über den Gefechtseinsatz der Fliegerkräfte. Im weiteren entwickelten sich die Bedingungen der Gefechtshandlungen in Richtung : Erhöhung der Anflugdichte, Ausnutzung geringer und extrem geringen Flughöhen, Einsatz von funkelektronischen Gegenmaßnahmen, Manöver gegen die Feuerleitung und das Schießen; Organisation der Niederhaltung der FRT durch Raketen- und Bombenangriffe.

 

De Analyse der Schießen zeigt, dass die Effektivität der Schießen unter einfachen Bedingungen bei 0,69 - 0,89 lag. Mit der Zunahme der schwierigen Bedingungen ( manövrierende Ziele, Ziele unter Störungen, u.a.) ging die Effektivität der Schießen deutlich von 0,87 auf 0,35 zurück. Auch der Einsatz von Drohnen der Typen PQM-34 des Typs 147 j, c, f war erfolgreich.

Die Effektivität der Schießen wurde vor allem auch durch die massiven Schläge mit speziellen Fliegergruppen zur Niederhaltung und Zerstörung der FRA deutlich verringert.
Die Komplizierung der Schießbedingungen beeinflusste die Besonderheiten der Gefechtsarbeit des Personals der FRA. War zu Beginn 1965 die Hauptbegleitart der Ziele unter Funkmessstörungen zu 29 % die Handbegleitung (RS) so wurden 1968 schon 85 % der Schießen so durchgeführt. Die Ergebnisse der Schießen unter diesen Bedingungen der Handbegleitung waren unmittelbar von den subjektiven Fehlern der Funkorter und damit vom Grad ihres Ausbildungsstandes abhängig.
Der Einsatz von Manövern gegen das Schießen führte dazu, dass die Bekämpfung der Ziel an der fernen Grenze der Vernichtungszone nicht mehr erfolgreich war. Das Manöver zum Ausweichen in extrem geringe Höhen führte zur Veränderung des Betriebsregimes der Raketenleitstation (RLS) nach dem Start der Raketen und damit zur Verminderung der Effektivität des Schießens. Der Einsatz von Anti-Funkmessraketen durch den Gegner erforderte ein neues Reglement für die Abstrahlung der hochfrequenten Energie der RLS in den Raum.

Die Komplizierung der Luft- und Störlage erforderte einen Komplex taktischer und technischer Maßnahmen zur Erweiterung der Gefechtsmöglichkeiten der Fla-Raketenkomplexe und neuer Methoden des Gefechtseinsatzes sowie die Verbesserung der Gefechtsausbildung des Personalbestandes.

Eine Analyse der Handlungen des Leitoffizier bei der Bekämpfung eines Zieles ermittelte, das dieser in 60 Sekunden 18 - 25 Tätigkeiten ausführen musste. Wenn die Bekämpfung in der garantieren Vernichtungszone erfolgen sollte, dann mussten diese Tätigkeiten in 30 Sekunden ausgeführt werde.

 

1969 - 1971

Die Aktivitäten der Israelischen Fliegerkräfte in der Suezkanal-Zone waren der Beginn des Gefechtseinsatzes der ägyptischen FRT. Neu in dieser Periode ist die Taktik des zusammengefassten Feuers zweier oder mehrerer FRA auf ein Ziel.

 

 

 

Die Ergebnisse der FRT in Ägypten zeigten deutlich, die israelischen Fliegerkräfte hatten aus den Verlusten der Amerikaner in Vietnam gelernt, hatten sich viel besser auf ihren Gegner eingestellt und der Ausbildungsstand der ägyptischen FRT war offensichtlich nicht der beste

Für die Erhöhung der Effektivität des Schießens wurde eine Reihe von neuen Maßnahmen eingeführt. Das Schießen auf manövrierende Ziele wurde ab sofort nur in der garantierten Startzone durchgeführt. Bei der Anwendung aktiver Funkmess-Störungen gegen die RLS durch den Luftgegner war die Entfernungsbestimmung nicht möglich. Diese Ziele wurden im Regime Handbegleitung aufgefasst und nach dem Höhen- und Seitenwinkel begleitet. Bei der Bekämpfung kam die Dreipunktmethode zum Einsatz. Durch die Anwendung aller dieser Gegenmaßnahmen durch die amerikanischen und israelischen Fliegerkräfte wurden die Gefechtshandlungen der FRT immer komplizierter und die verfügbare Zeit zur Bekämpfung der Luftziele immer kürzer.

Von Juli 1969 bis März 1970 führten die FRA 36 Schießen, vernichteten 8 Flugzeuge mit einer Effektivität von 0,22 und einem mittleren Verbrauch von 9,1 Rakete je vernichtetem Ziel. In dieser Periode erfüllten die FRT ihre Aufgabe nicht. Durch Schläge des Gegners wurden 19 FRA außer Gefecht gesetzt.
Die Analyse von 72 erfolglosen Schießen zeigt : in 46 Fällen (63,8%) war die Arbeit der Gefechtsbesatzungen die Ursache, in 13 Fällen waren Ausweichmanöver gegen die Raketen mit mehr als 8g die Ursache, in zwei Fällen wurden die FRA während des Schießens außer Gefecht gesetzt, in einem Fall kam es während des Schießens zum technischen Ausfall der RLS und in 10 Fällen war die Ursache nicht feststellbar.

Die Schießen der FRA S-125 wurde bei automatischer Begleitung der Ziele durchgeführt, der Einsatz aktiver Störungen und Manöver gegen das Schießen hatten keinen bedeutenden Einfluss auf die Ergebnisse. Der Einsatz der FRA S-125 war eine Überraschung für den Gegner.

Die Anzahl der Raketen, die unter verschiedenen Schießbedingungen auf ein Ziel geschossen werden soll. wird in zahlreichen Erprobungsschießen ermittelt und ebenso wie die anzuwendenden Leitmethoden in den Schießregeln für jeden FRK festgelegt. Mit der Anwendung von Raketenausweichmanövern durch die gegnerischen Fliegerkräfte wurde die Zeitbilanz für die Durchführung eines Schießen auf den Kopf gestellt. Das Schießen wurde immer mehr zu einem Zwei-Kampf zwischen Flugzeugbesatzung und der Gefechtsbesatzung der FRA.

Wie die Übersicht zeigt wurden die verbesserten Ergebnisse durch die bessere Ausnutzung der Gefechtmöglichkeiten erreicht, ungeachtet der Tatsache, dass das arabische Personal die Nutzung des optischen Visiers bei einer komplizierten Luft- und Störlage nicht beherrschte.

Grundlegende Ursachen für erfolglose Schießen in der vierten Periode waren :

  • unzureichende Gefechtsausbildung der Gefechtsbesatzungen der FRA,
  • Zulassung von Verletzungen der Schießregeln,
  • fehlende Fertigkeiten der Funkorter zur Handbegleitung manövrierender Ziele,
  • und zum Erkennen von Festzielen und Funkmessfallen,
  • der geringe technische Ausbildungsstand des arabischen Personals,
  • die unzureichende Fertigkeit zur ständigen Aufrechterhaltung der technischen Einsatzbereitschaft und Gefechtsbereitschaft,
  • ungenügende Anwendung des Systems zur Selektion beweglicher Zielen zur Unterdrückung der Festziele beim Schießen in extrem geringen Höhen u.a.m.

Die Handlungen der FRT in Vietnam und im Nahen Osten zeigen, dass sie ein wesentliches Element der Luftverteidigung sind und die vorhandene Fla-Raketentechnik in der Lage war unter verschiedenen klimatischen und geografischen Bedingungen erfolgreich zu handeln. Von großer Bedeutung ist der menschliche Faktor. Nur durch konsequente Gefechtsausbildung der Gefechtsbesatzungen der FRA und ständige Modernisierung der Fla-Raketentechnik und der Methoden des Gefechtseinsatzes ist erfolgreiche Luftverteidigung möglich.

 

Mit freundlicher Genehmigung Siegfried Horst Oberst aD  http://www.lv-wv.de/    lesen Sie mehr über die NVA LSK / LV , GSSD und Jagdfliegerkräfte

gekürzte Übersetzung aus dem Russischen) Quelle : BKO 6/2005      www.vko.ru   2005 Nr. 6

 

 


 

 

Fla Raketen in Vietnam  1965 - 1973

Mai 2010

 

Über das Schiessen mit russ. Fla Raketen in lokalen Kriegen gab es bis zum Jahr 2000 kaum  etwas zum Lesen . Das Material war früher GEHEIM und selbst die Operateure am System bekamen nur die Nachrichten aus 2. Quelle und die geheimen Analysen nicht zu sehen . Was ankam bestand zu 80 % aus Behauptungen , Propaganda, Retuschierung und Fehlinformation .*

Die amerikanischen Quellen erfassen nicht alle Aspekte und nur aus der Sicht der Airforce. Die russ. Quellen beruhen auf Augenzeugen . Nach Ablauf der Geheimhaltungsfristen kommen von russ. Seite interessante Beiträge in der milt. Fachliteratur. Russische Militärberater haben vor Ort in Vietnam vietn. Soldaten ausgebildet und im Einzelfall selbst an Kampfhandlungen teilgenommen .

 

Angaben zur Effektivität , Augenzeugenberichte und Analysen wurden von den Vietnamesen und den beteiligten russischen Instrukteuren  nicht den Nutzern der Systeme in aller Welt zur Verfügung gestellt .

Lehren und Konsequenzen fanden aber den Weg in die Ausbildung der Fla Raketensoldaten zB. in der NVA / DDR .

Die genauen Gründe, Zahlen , Augenzeugenberichte etc. hätten die  Ausbildung verständlicher und  plastischer erscheinen  lassen. Bei uns Deutschen hieß es immer : die Erfahrungen der vietn. Streitkräfte ... gegen die amerikanischen Streitkräfte.. 

Bei der Obrigkeit lag die Information , beim Soldaten am System gab es solches nicht . Nachrichten wurden gezielt gefiltert und als  "Herrscherwissen " nach unten in kleinen Portionen gereicht .

Es gibt heute viele offene Angaben der amerikanischen Luftwaffe zur Effektivität der vietn. Fla Raketentruppen . Unterschiedliche Zählweisen  bringen verschiedene Ergebnisse.

So gehören zum Schiessen mit Fla Raketen am System S 75 DWINA / Wolchow 3 zu startende Fla Raketen auf ein Ziel.

Die Amerikaner sagten : 3 Raketen und ein fallendes Ziel :also eine Effektivität von  0,3 statt 1,0 .

Man zählte die Anzahl der geflogenen Flugzeuge zu den verlorenen und kam zu einem Koeffizienten.

Man zählte die Anflüge und Verluste während eines Angriffes .

Die Vietnamesen zählten die abgeschossenen Flugzeuge und verrechneten das mit der Anzahl der Feuereröffnungen . Eine Feuereröffnung hatte 3 Fla Raketen zur Folge.

Mit Knappheit an verfügbaren Fla Raketen wurden 2 Fla Raketen in Reihe ( Salvo a 3 sec ) auf ein Ziel geschossen.

Die Anzahl der verschossenen Fla Raketen wird unterschiedlich angegeben :

                    5777  oder    6806       .     Russland soll insgesamt  7568 Fla Raketen geliefert haben .

 

Auf der vietn. Seite wurde  das russ. Fla Raketensystem         FRK S 75 M    eingesetzt.  95 Systeme wurden von Russland an Vietnam geliefert. Im Großraum Hanoi - Haiphong  waren in 3 Luftverteidigungsringen  ca. 65 FRK - S 75 aufgebaut .

                                      

Während  3372   Feuereröffnungen  durch den Fla Raketenkomplex   wurden  1370 Luftziele vernichtet ,  dabei wurden   5777   Fla Raketen geschossen . Im Schnitt wurden 4,2 Fla Raketen auf ein Ziel bis zu dessen Vernichtung verbraucht .   

Im Jahr 1965 kam der Einsatz von Fla Raketentechnik gegen Flugzeuge für die Amerikaner nicht unerwartet, aber verlustreich. Flugzeuge sollen so eng beieinander geflogen sein , dass Splitter der Fla Raketen  2 Jagdbomber gleichzeitig trafen. Der vietn. Präsident Ho Chi Minh  gab die Parole heraus und forderte  mit einer Fla Rakete nicht nur eine ,  2 ---    nein 3 Flugzeuge zu treffen.

 (  **  wem das bekannt vorkommt , ja auch in der DDR wurden Parolen am Leben vorbei an die Hauwände geschrieben.... )

Die Amerikaner lernten und passten sich schnell an. Die Anflugdichte überforderte die Fla Raketentruppen. Mit Einsatz von elektronischen Störungen gegen die RADAR Systeme der Luftraumaufklärung und das Feuerleitradar des S 75 DWINA  gingen während des Fluges von Fla Raketen diese verlustig oder detonierten in großer Entfernung. Das automatische Regime der Zielbegleitung funktionierte nicht, die Raketenleitstation von wurde nun von Hand gesteuert.

Eine neuer Ära der Luftkriegsführung wurde  geboren : elektronische Kampfführung . Zusätzlich und in Kombination wurden Manöver gegen die Feuerleitung , gegen die Reichweite und erste Raketenausweichmanöver angewandt.

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                                  S 75 DWINA

Die psychologische Festigkeit von Kampfbesatzungen wurde ab jetzt neu bewertet. Auf beiden Seiten führte der Anflug von Flugzeugen und  die Feuereröffnung zu Anspannung . Raketensoldaten mussten lernen , den richtigen und einzigen Zeitpunkt der Feuereröffnung abzuwarten. Der Einsatz von Düppel / Chaff und elektronischer Abstrahlung gegen die Raketenleitstation hatte ( und hat biss heute ) psychologische Auswirkungen die Kampfbesatzungen der Raketenleitstation.

Der Kampf in der Raketenleitstation am Arbeitsplatz bewirkt keinen Hass auf den Gegner. Unter Konzentration werden aus kleinen Fetzen im Rauschen das Flugzeug am Sichtgerät feinfühlig abgedeckt. Der Funkorter umklammert mit beiden Händen das Handrad. Die Knöchel sind weiß. Die Kabine ist abgedunkelt , alle Sichtgeräte flackern grünlich weiß. Alle Lauschen dem Schiessenden. Er hält das Gefecht und die Kampfbesatzung . Mit seiner Erfahrung kann die Abteilung  Stahl in den Himmel bringen  und ein Flugzeug vernichten .Der Leitoffizier fand das Ziel im Rauschen. Nun ist es an den 3 Funkorten das Ziel im elektronischen Visier zu halten. Zu hören sind nur kurz abgehackte laute Meldungen . Jeder hört , was er hören muss. Der Blick ist nur auf dem Sichtgerät. Der Leitoffizier hat den Blick auf seine 3 Funkorter. Die Rampen sind synchron auf der Antennenbewegung. Der Start von Fla Raketen geht durch den Körper. Alles vibriert. "Ziel halten " , das hört noch der Funkorter. Tunnelblick . Konzentration. Das Ziel beginnt zu manövrieren. Die da oben haben den Start von Fla Raketen bemerkt. Die abgestrahlten Lenkkommandos für die Raketenlenkung hat der SAM Operator in der B 52 bemerkt .

 

 

 

                    Nacht über Hanoi , Dezember 1972. Bis zu 20 Fla Raketen von  gleichzeitig am Himmel zu sehen

 

Während  in der Leitstation die Luftlage von Raketensoldaten bewertet wurde, wurden  in der Umgebung  Flugkörper montiert und betankt . Nach Verschuss der  Fla Raketen mussten die Rampen neu beladen werden .

Bekannt  ist eine Episode aus dem Jahr 1972. Im Dezember 19 72 wehrten die Fla Raketentruppen und MIG 21 Jäger die schwerste Operation gegen den Raum Hanoi und Haiphong ab. Innerhalb von 10 Tagen fielen während  " linebaker II "  15 Bomber vom Typ B 52. ( von 188 ) 

Geschossen wurde so lange , bis keine Fla Raketen mehr von der technischen Abteilung zur Verfügung gestellt werden konnten .

Eine Nachlademannschaft der  vietn. Streitkräfte lud ununterbrochen   24 mal  Fla Raketen auf die Rampen  . Diese Mannschaft bestand  aus Frauen .

Der Raketenverbrauch stieg ab dem Jahre 1966 dramatisch an . Russische Spezialisten unternahmen vor Ort umfangreiche Modernisierungen. Das optische Visier bewährte sich nicht wie erwartet . Die Raketenleitstation war empfindlich gegenüber den ständigen Verlegungen und Auf und Abbau. 

Der Raketenverbrauch während der massiven Anflüge sprengte jeglichen Nachschub und Montagemöglichkeiten der technischen     Abteilungen . Nachschub kam aus Russland auf dem Seeweg über Haiphong und über den Landweg über China .Der Wert einer einzigen Fla Rakete entsprach dem  3er PKW Wolga . 

Die Anzahl der zu schießenden Fla Raketen wurde auf max. 2 befohlen. Durch diese taktische Maßnahme wurde der Raketenverbrauch kontrolliert .

                              Quelle  Forum   www.quansuvn.net

         Raketenleitstation S75  , vietnamesische  Funkorter beim Abdecken des Zieles. Epsilon , Beta und Entfernung ( Mitte )

         Die 77. Fla Raketenabteilung  vernichtete    während  " linebaker II "  allein  4 Bomber  vom Typ B52 .

                                                       siehe auch  :   Funkorter , FUTK ,  SA 2

 

Die Raketenleitstation strahlt mit 1 Megawatt  Leistung. Für den Seiten und Höhenwinkel gibt es jeweils einen  Sender und Empfangstrackt. Störungen auf den Zielkanal werden durch spezielle Flugzeuge genau auf den  beiden Sendefrequenzen gegen die Station  abgestrahlt.

Diese Abstrahlungen stellen sich auf den Sichtgeräten  "Höhe" bzw.  "Seite " als Aufhellungen dar. Das Ziel ist nicht zu sehen.

Düppel / Chaff und weitere Impulsstörungen hellen das Bild grell auf.  Der Funkorter ist blind .

Vorsichtiges Drehen am Handrad nach links und rechts lässt die maximale Aufhellung erkennen. Da muss das Flugzeug sein... Genaues Abdecken und Begleiten nach dem Maximum der Helligkeit ist schwierig und erfordert Training. Training gibt es nicht , es ist Krieg.

Der russ. Instrukteur mit den russ. Raketensoldaten hat es einige Male so gemacht, die Vietnamesen schauten zu... Nun sind sie selber am Sichtgerät und kämpfen gegen einen technisch weit entwickelten Gegner .

                 

                               Dezember 1972 Fallender B 52 über Hanoi

Neue Taktiken werden gegen den Eigenschutz der Bomber entwickelt .Jeder anfliegende B 52  strahlt Störungen gegen die Raketenleitstation und den Flugkörper ab. Die Raketenleitstation selbst arbeitet jetzt  passiv . Ohne Abstrahlung wurde auf dem gestörten Zielkanal nur empfangen. Durch vorsichtiges Schwenken der Operateure in Seite und Höhe wurde das Maximum dieser Störungen auf dem Sichtgerät begleitet . Da die Entfernung nicht bekannt war , konnte nur nach den Angaben des Sichtgerätes des Rundumradars durch den Schiessenden die Startentfernung abgeschätzt werden. Der Funkzünder der Fla Rakete arbeitete die ganze Zeit während des Fluges. Die Abdeckung nach dem Rauschstreifen  war sehr  ungenau. Fla Raketen trafen nicht.

Nur im Moment des Abdrehens der B 52 Bomber lies die Störstrahlung geringfügig nach. Die Methode  Handbegleitung wurde ab dem Jahre 1968 mit 85 %    beim Schiessen gegen B 52  angewendet . Die Betriebsart AS automatische Begleitung wurde durch Störstrahlung unbrauchbar .   Mit der Handbegleitung nahm die Vernichtungswahrscheinlichkeit beträchtlich ab.

Als besonderst wirksam zur Verringerung der Trefferwahrscheinlichkeit erwiesen sich Störungen gegen den Raketenkanal der Leitstation. Fla Raketen wurden kurz nach dem Start von de eigenen Leitstation nicht erfasst ( nicht gesehen ) oder nicht gelenkt. Auch dieses technische Problem wurde durch russ. Ingeneure vor Ort abgestellt .

Diese Erfahrungen des Schiessens in einer massiven elektronischen Störlage führte zur weiteren Entwicklung der Fla Raketentaktik und Technik in der östlichen Welt .  (  *** )

Da der Ausbildungsstand und die praktische Erfahrung der Vietnamesen zunahm stiegen die Vernichtungszahlen abgeschossener Flugzeuge langsam und stetig. Russen als Berater leisteten technische Entwicklungshilfe , taktisch und praktisch hatte die Vietnamesen alles notwendige gelernt.

                  Klares Bild. 4 Phantom F4 . Das 2. von unten wird durch die Raketenleitstation begleitet / getrackt .

Ab jetzt gewann der menschliche Faktor im Krieg  seine Rolle.  Kämpfen gegen einen technisch hoch entwickelten Luftgegner. Kampf  gegen elektronische Störungen und Raketen gegen die eigene Leitstation. Der Luftgegner flog nur noch im Schutz der Nacht an. Die massierte Angriffe dauerten Stunden .  Jeder Anflug begann mit Störungen gegen die RADAR Systeme der Luftlagedarstellung . Jede Gruppe B52 bestand   aus 3 Flugzeugen, jede Gruppierung hatte 3 Minuten zeitlichen Abstand  zueinander . Einzelne Gruppen von Deckungsflugzeugen versuchten Fla Raketenabteilungen zu vernichten.

 

                               HARM               high speed antiradiation missile

       

typisches Anflugprofil Shrike                     Bild Skarus Peters-ada


Im Vietnamkrieg war die amerikanische Lufthoheit plötzlich gefährdet: die neu eingeführten sowjetischen SAM (Surface-to-Air Missile) Systeme fügten schwere Verluste zu. Als Reaktion begann man die Entwicklungsarbeiten für sog. "Anti-Radar-Missiles ( ARM )". Schließlich wurden 2 unterschiedliche System eingeführt: Die "Shrike" war eine relativ einfache und billige Variante, deren Einsatzspektrum jedoch wegen des beschränkten Frequenzbereiches, der geringen Reichweite und der ungenügenden Treffergenauigkeit begrenzt war. Eine andere Entwicklung brachte die "Standard ARM" hervor, einem aufwendigeren LFK, der aber wegen seiner mangelhafter Zuverlässigkeit und seines hohen Preises nur in geringen Stückzahlen gebaut wurde.

 

Bei Treffern von ARM Type SHRIKE wurden folgende typische Ergebnisse gegen den SA2 / S75 Fla Raketenkomplex erreicht :

Bei Detonation der ARM in Entfernung con ca. 60 m vom Antenneposten ( PW ) der Raketenleitstation wurden bis 70  Löcher an der Sendekabine / Antenne  gezählt . 10 HF Kabel wurden beschädigt. An einer Startrampe wurden ein Powerkabel und ein Steuerkabel zerstört. Die Staffel war längere Zeit nicht mehr einsatzbereit. Personenschaden oder Verluste gab es keine.

 

Jede Minute Abstrahlung barg Gefahr der Vernichtung durch Raketen gegen das eigene RADAR. Trainierte Phantom F 4 Besatzungen stürzten sich Minuten vor dem Einflug der B 52 Bomber auf die Fla Raketenabteilungen .

 

Darstellung der Luftlage für Flugzeuge und Fla Raketentruppen und Luft -Warnung

               Bild VKO.ru

Lagedarstellung der RADAR Einheiten der Luftraumaufklärung  für den 18. Dezember 1972 . Beginn Operation Linebaker II der amerikanischen Luftwaffe gegen Hanoi.

 

Über die Befindlichkeiten der Bomberbesatzungen ist nichts bekannt. Was fühlten diese Menschen beim Anflug auf stark verteidigte Großräume Hanoi und Haiphong ?

           

                     Flugrouten der B52 Bomber und SR 71

 

Über die   Reaktionen von Flugzeugbesatzungen während des Anfluges von Fla Raketen ist so   gut wie nichts beschrieben worden . Typischerweise wird sofort die Bombenlast  im Notwurf abgeworfen. Der Bomber dreht und versucht aus der Vernichtungszone auszufliegen . Getroffen. Die Detonation der Gefechtsteile   ist auf den Sichtgeräten zu sehen. Die Zielmanöver ändern sich abrupt. Das Ziel fällt. Manche Bomber kommen mit Gefechtschäden zur Heimatbasis zurück. Bekannt ist ein Absturz über Laos. Während "Linebaker II " schaffte es die Besatzung noch zurück Richtung Heimat . Irgendwann fällt der Bomber wegen der Treffer durch Fla Raketen. Diese Abstürze tauchen nicht in der Statistik auf und werden als Gefechtschäden , aber nicht der Fla zugeordnet. Auch werden wegen Gefechtschäden abgewrackte Flugzeuge nicht der SAM angerechnet. Von 1965 bis 1973 werden 34 Bomber 52 verlustig.  Gut 30 % werden nicht der Fla als Verursacher angerechnet.

 

              Bild : Autor

Typische Handlungen gegen die Fla Raketentruppen .

Gleichzeitig fanden zeitlich abgestimmt Handlungen gegen Flugplätze der nordv. Streitkräfte statt.

Anfliegende Gruppierungen Bomber 52 wurden durch B52 mit jamming und eigenen Störern geschützt. Jamming wirkte gegen die Darstellung der Luftlage ( Aufklärungs- - und Zielzuweisungs- RADAR )  und gegen Feuerleitradar. Mit Chaff ( Düppel mit "Beleuchtung " durch jam, Störungen gegen RADAR  ) wurde die Zielbekämpfung erschwert und die Effektivität des Schiessens mit Fla Raketen deutlich gesenkt. Jamming und Chaff bewirken eine deutliche Abnahme der Vernichtungswahrscheinlichkeit. Der von Laien behaupte Effekt , dass das Flugzeug quasi nicht entdeckt wird etc. ist nebensächlich und  wird durch technische Mittel in der Raketenleitstation kompensiert . 

Durch Chaff und Jamming nimmt die Ablage der Fla Rakete am Treffpunkt zu.

Die fliegende Fla Rakete wurde nach dem Start von F4 Phantom Flugzeugen gezielt gestört. Der Raketenkanal ( die Flugkörper strahlen selbst RADAR Signale zur Raketenleitstation zurück ) wurde mit jamming gestört. Dadurch wurde die Ablage im Treffpunkt zusätzlich erhöht. Auch wurden so  Fla Raketen nach dem Start durch die Raketenleitstation verloren bzw. nicht erfasst. Durch technische Gegenmaßnahmen konnten diese elektronischen Störungen teilweise kompensiert werden ( Erhöhung der Sendeleistung Raketensender im Flugkörper und Station )

Gegen die Fla Raketenstellungen wurden gezielt Schläge geführt ,um diese zu unterdrücken und zu vernichten.

 Siehe auch :

           Winkelfehler, Chaff und Ablage     Theorie zum jaming

 

 

Ein Operator und Bediener der Störanlage im B 52 beschreibt seine Erlebnisse am ersten Anflug während linebaker II : "Als wir uns dem Zielgebiet näherten wuchs die Anzeige für das E/F-Band über die Skala hinaus. Es gab so viel Radar- und Jammeraktivität im Bereich von 2.800MHz bis 3.100MHz, dass die einzelnen Signale ineinander verschwammen. Ich spulte auf der Suche nach Fan Song Signalen manuell durch den Bereich. Als ich eins fand markierte ich den betreffenden Bereich mit einem Farbstift auf dem Bildschirm und setzte je zwei Jammer auf die horizontale und die vertikale Radarkeule. Den Bereich des Raketen-Peilsignal musste ich gemäß Instruktionen schätzen und setzte die restlichen sechs Jammer darauf an. Auf dem Bildschirm konnte ich auch ein A-Band Signal eines Spoon Rest erkennen  ( P12 Rundumradar )  und legte meinen A-Band-Jammer darauf. Danach konnte ich nur noch warten - und hielt ständig ein Auge auf den Frequenzbereich zwischen 850MHz und 875MHz, wo die uplinks  ( Lenkkommandos an die fliegende Fla Rakete vom Sender am Boden ) für die SA-2s zu erwarten waren."

                               Bild : Airforce    B52 jamming Operator
 

Die Systeme S 75 sind heute ( 2010 ) nicht nur technisch , sondern auch moralisch verschlissen. Ein Fla Raketenkomplex S 75 hat auf dem heutigen Gefechtsfeld gegen moderne Flugzeuge    keine Chance.

Aus dem Flugabwehrsystem S 75 , aus Erfahrungen in lokalen Kriegen und aus der langjährigen Produktion mit ständigen Modernisierungen  ging der Fla Raketenkomplex S 300 und S 400 hervor. Während der S 300 ( Nato SA 10 ) dem amerikanischen ähnlichen System PATRIOT  " nur " in 40 -60 %  der taktischen , technischen und Gefechtsparameter überlegen ist , stellt der S 400 alles in den Schatten.

Die US Airforce lernte im Vietnamkrieg  mit der bodengebundenen Luftverteidigung umzugehen . Diese Erfahrungen leben bis heute fort.

Die russ. Fla Raketenstreitkräfte lernen in 50 Jahren  Fla in jedem Feuergefecht und diese Erfahrungen leben in neuen Entwicklungen bis heute fort. Russland gilt bis heute als der Spezialist für RADAR , Fla Raketensysteme , Taktik der Luftverteidigung mit  innovativen  Ideen . Raketentechnik ist die wichtigste Domäne der russ. Militärwissenschaft.

Die USA und NATO haben sich auf den Verbund  fliegender Waffensysteme , Planung von Luftkriegsoperationen  und Niederhaltung der Fla Rak  spezialisiert. Die westliche Luftwaffe kann mit Plattformen jede elektromagnetische Abstrahlung von Fla Systemen analysieren , bewerten und unterdrücken . Die Luftverteidigung der westlichen Welt beruht auf fliegenden Systemen. Die bodengebundenen LV Systeme befinden sich in der Phase der Stagnation .

Es bleibt die Erfahrung , Menschen entscheiden Kriege. Technik ist wesentlich , aber nicht bestimmend.

 

Dieser Artikel stellt eine persönliche Meinung dar und muss  nicht der offiziellen Darstellung der Streitkräfte entsprechen.

Schreiben Sie dem Autor .

 

Autor :   Skarus    2010

 

 

( * )  siehe " Neues Deutschland " 1985 zum Abschuss von 20 Luftpiraten über Libyen . Als Wahrheit stellte sich heraus : 1 Flugzeug  F111  wurde getroffen und fiel . Das GVS zum Vorgang innerhalb der NVA war auf den ersten Blick objektiv , wurde den FLA Soldaten nicht zur Einsicht gegeben. Erst nach der Wende wurde es in Teilen zugänglich. Über Gründe vermag man zu spekulieren . Vernichtet wurden  1 Flugzeug F 111. Im Material der NVA / DDR werden 10 vernichtete Flugzeuge behauptet.

 

( ** ) Das Polit-Büro der DDR beschließt zu Ehren des 40. Jahrestages der Gründung der DDR eine Rakete auf der Sonne landen und ein Banner so aufzubauen , dass es alle Welt lesen kann.    Es meldet sich ein junger 50 jähriger FDJler aus der Produktion zu Wort und bedenkt , dass die Rakete auf der Sonne verbrennen könnte.

Nach langem Nachdenken wird auf  Vorschlag des Vorsitzenden der staatlichen Plankommission der Vorschlag angenommen :

" Wir landen in der Nacht " .

 

(  *** )  Diese Erfahrungen stehen modernen westlichen Fla Systemen noch bevor . Das  HAWK Fla System  wurde im Jom Kippur  Krieg gegen Israel bis zur Unbrauchbarkeit elektronisch nieder gehalten .

 

 

 

 

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