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The quick brown fox jumps over lazy dog
Roving Sands
97
Roving Sands 97 war eine Übung
und Serie von gemeinsamen
Übungen der Luftverteidigung
des US Heeres , der US Air Force , den niederländischen und deutschen
LV Streitkräften
in den USA.
Diese Übungen fand im Südwesten der USA im Bundesstaaten New Mexiko und
Texas statt.
Das live firing für PATRIOT fand auf der McGregor Range ( NM ) statt.
1997

B Staffel
Es nahmen auch teil : HAWK , Stinger und Staffeln der Gruppe 22
Bundesmarine mit 6FRR und einem FGR Roland zusammengesetzt aus
den FlaRAkStff MFG2 und MFG3
Gesucht :
Staffelwappen Roland und HAWK
D er Übungsraum reichte von El Paso Ft. Bliss bis White Sands .
Die
deutsche Luftwaffe war mit
Patriot Systemen , HAWK , Singer und ROLAND beteiligt. Im Verlaufe dieser
Übungen kam es zum scharfen Schuss mit PATRIOT und Stinger. Die Fla Rak Gruppe
22 nahm 1997 an dieser größten Luftverteidigungsübung der westlichen Welt mit
der 3. und 4. Staffel vom Lechfeld sowie dem ICC aus Penzing teil.
Die 3. und 4.
Staffel nahmen als als Bravo Staffel teil . Monate vorher wurde das Waffensystem
nach Bremerhafen im Eisenbahntransport verlegt.
Da das RADAR nicht
auf den Wagon passte, musste dieses im Landmarsch gefahren werden. Alle anderen
Fahrzeuge wurden in Buchloe auf die Eisenbahn gebracht. In Bremerhafen
wurde das Waffensystem auf das Schiff verbracht. Ein Generator ( ACO
Cell ) ging dabei über die Kaimauer ins Meer baden.
Ende
April 1997 war es soweit.
Mit dem Bus fuhr die Staffel nach Köln. Nach endlosen 8 Stunden waren wir
endlich da.
Nun musste noch eine Nacht in der Kaserne verbracht werden.
Am nächsten Morgen waren alle etwas aufgekratzt, ging es doch nun an einen
langen Flug nach Amerika. Im Airbus der Luftwaffe flogen wir los. Nach 8 Stunden
Flug waren wir in
Washington. Einreiseformalitäten gab e s keine. Drückende Hitze auf dem
Flugfeld. Unsere Maschine steht auf dem militärischen Teil und abseits.
Danach
flogen wir noch einmal 4 Stunden nach Roswell . Angekommen in den USA ... nach
endlosen Stunden im Flugzeug.

Wir beziehen unsere Quartier
auf einem Militärgelände. Eine riesige Flugzeughalle ist für 2 Tage unser zu
Hause. "Lufthansa" steht an der Halle. Es waren also schon mal Deutsche vor uns
welche hier. Das Essen ist für die meisten Soldaten ungewohnt .In der Halle ist immer was los, an Ruhe ist nicht zu denken. Wir sind in Roswell.
UFO´s sehen wir keine.
von Dona Ana nach White Sands Misile Range
Foto : Skarus Autor

Auf einem riesigen Grasplatz steht ein Fahrzeug
neben dem anderen.
Nach kurzer Fahrzeugeinteilung geht zur TAV zur Betankung.
Auf ! Auf ! Es geht los.
Sonnenbrille aufgesetzt , die Dachluke auf. Der 2Tonner brummt. Die MP begleitet
unsere Kolonne bis zur Kasernenausfahrt und Hauptstrasse. Eine endlose Kolonne mit EPP, RADAR , ECS
, Launcher , RIFU usw. fahren .
50 Meilen liegen nun vor uns.
Die Sonne brennt von links durch das Fenster. Ohne offene Dachluke wäre es
nicht auszuhalten. Die Fahrt geht schurgerade nach Westen. Roswell liegt nun lange hinter uns. Flaches Land , braunes von der Sonne verbranntes Gras und ab und zu flache
Hügel und sandige Flächen. Drückende trockene Hitze. Staub. Durst.
Von der Sonne verbranntes Gras und Wüste.

Aufnäher und offizielles Patch für RS 97 der deutschen Luftwaffe
© Skarus
Nach 1 ½ Stunden ändert sich die Landschaft. Rechts
türmen sich Hänge mit kahlem Fels auf.
Im Sand sind grüne Büsche eingesprenkelt. Irgendwie geht es langsam aufwärts.
Jetzt beginnt sich der Sonnenbrand auf dem linken Arm zu melden.
Es geht durch waldähnliche Landschaften.
Es ist sehr trocken. Merkwürdig : die Bäume sehen fast wie
Kiefern in Deutschland aus.
"Claud Croft " ist ein bekanntes
Urlaub und Sportgebiet . Ruidoso ist bekannt für seine
Handwerkskunst und Indianerschmuck. Bald hat uns die Wüste mit ihrer eintönigen Landschaft wieder.
Die länger gedienten Soldaten ( jene ,
die die Raketenschule in El Paso besuchten) kennen
dieses Gebiet schon. Jetzt wird die Landschaft aufregend
schön.
Bis auf die RIFU halten die Fahrzeuge
die Bergtour und Hitze aus.
Der Wandler wurde heiß, nach 30 Minuten Pause fahren wir gemeinsam weiter.
Es geht wieder abwärts.
Bald hat uns die Wüste mit ihrer eintönigen Landschaft wieder.

Von Deutschland nach USA , Washington und Roswell
Unsere Fahrtroute
Roswell , nach Westen
Ruidoso
Cloud Croft
Alomogordo
White Sands
Missile Range
Dona Ana
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Weiter geht die Fahrt durch die Hitze. Wir nähern uns Alamogordo . Links am Berg am Hang weit oben sieht man das Space Center Museum.
Erste Rast . Zum ersten male kommen jetzt jüngere Soldaten
mit dem amerikanischen Leben
in Berührung. Wie bestellt man am besten etwas zu essen ?....Eine Stunde später fahren wir weiter. Die Kolonne ist lang. Nach Stunden biegen wir rechts ab:
Wüste. Nur noch ausgefahrene Wege. Es staubt rötlich. Man sieht
kaum noch etwas von
der Landschaft. Staubfahnen. Wir erreichen White Sands Missile Range und stellen dort
die Fahrzeuge ab.
Danach geht es 20 Km nach Richtung El Paso.
Donna Anna , ein kleiner Posten mit Wellblechbaracken.
New Mexico . Sonnenstaat
Das Vorkommando hat alles vorbereitet.
Nach dem Abstellen der Fahrzeuge beziehen wir unser Heim.
Eine riesige Baracke, mit Klimaanlage ( schon betagt ). Ein jeder findet ein
Bett und
seine Metallkiste. Die wurde Wochen vorher schon gepackt und auf dem Seeweg
verschickt.
Das Essen in dem Essenzelt ist gut. Unser Vorkommando mit
Köchen ist Spitze.
Schnell wird es dunkel und wir haben die erste Nacht zum Schlafen.... die Übung
wird bald
beginnen. Wir sind 11 Tausend Kilometer weg von zu Hause.
Die ersten beiden Nächte in Roswell
Quelle Bild
http://www.planet-interkom.de/musifant/reisen/usa/rs/rs.html
Typische Szene aus Dona Ana
Bild :
http://www.goerigk-jever.de/
Die Übung beginnt
© Skarus
Wir fahren von Dona Ana aus Richtung White Sands
Missile Range. Hier bei WSMR befindet
sich das Zentrum des US Heeres zur Erforschung neuer Technologien für Luftabwehr
und Raketen. Nach Aufstellung to RTM ( ready to move ) fahren wir in 2 Kolonnen ab.
Nach Aufbau des RADAR , ECS , EPP und Launcher in der Wüste wird RS1 gemeldet
und
die erste Phase der Übung beginnt.
Wir wechseln uns aller 8 Stunden ab. In de ACO
Zelle haben wir Ruhe. Eintönig ist das Essen : MRE. Bald haben wir alle
durch und es schmeckt einfach nur noch eintönig.
Nach 24 Stunden ist die Schicht vorbei und wir fahren mit dem "Iltis" nach Dona
Anna zurück. Duschen und Ruhe.
Dona Ana , unsere Unterkunft. Quelle Bild :
Google Maps
Abends könnte man nach El Paso.
Es sind nur 3 Busse vorhanden. Die meisten Soldaten kommen nicht raus aus
dem Camp. Das erzeugt
Frust. Die angemieteten Autos für die Obrigkeit sind für uns gemeines Volk tabu.
Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück wieder zur Stellung. Nach 45
Minuten Fahrt
wird Crew - Change und Wechsel im ECS vollzogen. Manchmal ist es interessant , die ACO wird
gewechselt oder modifiziert.
Jamming wird trainiert. 2 deutsche Tornado fliegen die Stellung an. Die Patriot Staffel wäre vernichtet worden. Der
Trick mit dem abgesetzten 2Tonner mit
Rundumleuchte war zu offensichtlich.
die 5./22 beim Aufbau des Radar .
Wir bauen das RADAR auf .
Hitze. Alles packen an. Während wir oben die Komperatorabdeckung abbauen, wird seitwärts schon eingemessen .
Bei der Initialisierung im Feuerleitstand lässt sich die Database nicht
speichern. Nachdem alles nichts hilft , die Wartung und die Taktiker nicht
weiter wissen - kommen 2 Ingenieure von Raytheon. Sie lassen sich alles
erklären und sagen , wie die Database abzuspeichern wäre. Eigentlich
peinlich. Es handelt sich um einen Softwarebug. ( abgestellt 2 Jahre später)
Nun kann endlich die Drohne starten. Ich sehe als Monitor die Drohne
anfliegen und gebe das in das Telefon in den CP weiter. Major K.....er
nimmt es auf. Oberleutnant M... de ist der EinsO. Der Checker spricht mit
seinem Handfunkgerät mit dem Schiesskommando auf der Range. Der Funk geht durch die Kabine bei geschlossener Türe.
ENGAGE ! Kommt vom ICC.
Tom drückt den Engage
Buttom. Nichts passiert.... Nach 2 Sekunden röhrt es. Die Missile geht aus
dem Kanister. Der Rhombus schließt sich um das Ziel.
Ziel vernichtet.
Foto : Autor Skarus
Nun geht es sehre schnell
weiter. Vor Ort innerhalb 5 Minuten wird ein Crew Change durchgeführt. Die
4.Staffel ist dran. Wir sind nun draußen in der Sonne bei den anderen.
Unter dem Tarnnetz bei der Wartung ist ein sehr guter Beobachtungsplatz. Es
ist ein ehemaliger NIKE Startplatz. Betonreste liegen überall herum. Alles
sind wieder sehr gespannt.
Ein Schlag , ein knall und
Röhren. Eine riesige Staubwolke erhebt sich. Daraus fliegt die Missile
pfeilschnell nach oben und ist nicht mehr zu sehen. Mit Mühe gelingt das
Bild. Es ging alles so schnell. Irgendwann kommt Unruhe auf, der Lauchner
scheint zu brennen. Das Gestrüpp brennt und greift auf die Reifen über. OFw
B. ist als LCA vor Ort und schlägt mit dem Spaten das Feuer nieder.
Es wird rasend schnell abgebaut und nach 30 Minuten fahren wir aus der
Schiesstellung.
Wir erfahren , dass die Nachbareinheit der US Streitkräfte noch mit den
Tücken der Technik kämpft und das Feuer nicht eröffnet hat... Nachmittags
ist Antreten. Die 4 aus dem ECS ( TCO und TCA ) werden gefeiert. Am Abend
wird Bier getrunken und in langen Gesprächen der Tag ausgewertet.
Schon heißt es wieder seinen Sachen zu packen . Die Kolonne fährt gen
Roswell zurück. Vertraute Landschaft. Hier war ich schon vor Jahren während
meiner Ausbildung zum Bediener Patriot gewesen. Die 2 Nächte in der Halle
gehen schnell vorbei. Wir fliegen nach Washington zurück.
Bild : Autor
RS Stellplatz ACO
Der Launcher steht 220 m weg
vom Radar. Die startende Rakete lässt das Gebüsch und Sträucher brennen, der
Brand greift auf den LS über. Der Abschuss ist am Löschen mit Feuerlöscher und
Spaten. In der PX gab es diese Mütze zum Kauf. Genau diese Szene spielte sich
bei uns bei uns in der B Staffel ab und ist bis heute unbekannt geblieben und
wird auch im offiziellen Buch über RS 97 nicht erwähnt.

Bild : Flur der 3./22
© 2004 Peter Skarus
// 04/2005 //08/2005 12//2005 09/2007 Teilnehmer RS 97 FL ECS MON
In April 1997 a MI-24 Hind attack helicopter simulated ground attacks as it
flies in the mist of a simulated aerial chemical attack on an air defense site
at Dona Ana Range, Fort Bliss. The attacks on the camp were part of Exercise
Roving Sands '97. More than 20,000 service members from all branches of the
armed forces of the U.S., Canada, Germany, and the Netherlands participated in
Roving Sands '97. The exercise was designed to refine their skills in operations
using an integrated air defense network of ground, missile and radar early
warning systems combined with tactical fighter and bomber aircraft operating in
a simulated high-threat environment. The Russian made helicopter is operated by
Optec Threat Support Activity, Biggs Army Airfield, Texas.
At one time Dona Ana County, which contains Las Cruces as the county seat and
Old Mesilla, extended from the Colorado River to include most of the Arizona
Territory and eastward to include most of what is today Otero County. Today,
Dona Ana County's only river is the Rio Grande which is quite tame due to water
control by the Caballo and Elephant Butte Reservoirs. Dams across the Rio Grande
hold the water in reserve for irrigation of farms along the Mesilla Valley and
past El Paso and for use by Mexico. Very little water from this area ever
reaches the Gulf of Mexico.
Während der Übung stand eines
Morgens ein MI 24 Hubschrauber vor dem RADAR in Schwebe. Nachdem alle ihr
Foto gemacht hatten flog er zur benachbarten Einheit.

Episoden
Durchsage vom
CP : die DIXI sind ab sofort nicht zu benutzen , eine Schlange wurde gesichtet.
10 Minuten später kommt StUffz Thorsten Schim... ki vom DIXI ... er hatte
diese Durchsage nicht gehört ,allerdings auch keine Schlange gesehen. Wir haben
noch lange gelacht.
MRE meal ready to eat.
Draußen in der Stellung gibt es genug davon.
Wasserflaschen ebenfalls.
Wasser aufgießen bis zur Markierung am Plastikbeutel. Nun setzt eine heftige
chemische Reaktion mit dem
Wasser Hitze frei. Das Essen ( Beutel in Plastik ) wird erwärmt und wird sehr
heiß. Mit der Zeit wird es aber öde
jeden Tag das Gleiche zu essen.
Das Kompott ist trocken und lässt sich wie Holz brechen. Mit etwas Wasser lässt
sich ein Wunder vollbringen ;es quillt und wird richtiges Früchtekompott.
Ich wette jeden Tag mit Tom K... l... ich gewinne jeden Tag. Immer habe ich die
M & M in meinem Paket.
Mi 24
Eines Morgens steht ein MI
24 Kampfhubschrauber ( ehemalig NVA ) genau vor der Antenne und schwebt da.
Alle fotografieren. Danach fliegt er weiter zur nächsten Stellung. Der Pilot
fand es wohl interessant. Der Hubi fliegt zur benachbarten amerikanischen
PATRIOT Staffel . Dort begann für die Jungs damit das ABC Play ....
F117 Flugzeuge fliegen und sind mit dem Auge zu sehen. Ob sie auf dem Bildschirm zu sehen waren
sage ich nicht.
2 Soldaten
eines deutschen HAWK Verbandes wurden beim Überschlagen eines Fahrzeuges "Wolf "
tödlich verletzt.
Spaß in
Down Town
Ein deutscher
Hauptfeldwebel wollte in Downtown El Paso seinen Spaß haben. Nach Besuch
eines "Ettablüschemangs" wurde er nur mit Unterwäsche bekleidet
aufgefunden...
Ein Erk Team verfuhr sich in der Wüste. Groß angelegte Suche begann.
Amerikanische Apachi Hubschrauber suchten und fanden unsere Leute nach 2
Tagen....Alles ging gut aus.
Während deutsche Fla Rak
Soldaten in der
Hitze schwerste körperliche Arbeit leisten, bauen sich SAN Soldaten im Sand einen Golf Mini-
Parcours ...
Rückflug. Auf
dem Rückflug gingen 3 Soldaten ( HAWK ) verlustig. Wir durften in Washington
aussteigen. Der Flughafen ist sehr großräumig. Eine Stunde Zeit war gegeben.
Beim Einchecken fehlen 3 Soldaten... So habe ich einen Fensterplatz .
Das Flugzeug landet in Köln. Wir haben Glück. Noch
einmal 45 Minuten mit der Trall und wir sind in Penzing angekommen. Der Bus
steht schon da. In einer halben Stunde sind wir auf dem Lechfeld in der Kaserne.
Artikel aus der Presse :
BEDROHUNG 2000:
Krieg der Raketen Mit sechsfacher Schallgeschwindigkeit steigt die Rakete, eine
weiße Rauchfahne hinter sich herziehend, in den blauen Himmel über der Wüste von
Neu Mexiko. Dann ist sie nicht mehr zu sehen. Eine weiße Explosionswolke zeigt
wenig später an: Das Zielobjekt, eine fünf Meter lange ferngesteuerte „Drohne“,
wurde getroffen.
Und zwar unplanmäßig so genau, daß von der 250 000 Mark teuren Zielscheibe nur
noch Trümmer in den Wüstensand regnen. Noch dreimal feuert die „Patriot“-Staffel
aus Barnstorf westlich von Nienburg/Weser ihre Raketen ab. Zweimal holt sie
erneut die „Drohne“ vom Himmel, und auch der vierte Schuß war ein Treffer:
Programmgemäß explodiert der Sprengkopf mit Zündverzögerung in angemessenem
Abstand, ohne der „Arbeitsbiene“ den Garaus zu machen.
Eine Million Mark kostet der Abschuß einer „Patriot“-Rakete, das Feuerwerk
allein dieser Staffel also 4,75 Millionen Mark. Nur gut, daß dafür nicht der
deutsche Steuerzahler aufkommen muß. Die Raketenabschüsse bezahlt die
Herstellerfirma. Jedes Jahr werden nach einem Losverfahren aus den über 2000 „Patriot“-Raketen
der Luftwaffe vier ausgesucht und abgeschossen, um ihre Einsatzfähigkeit zu
überprüfen. Nur um die Kosten für die abgeschossenen „Drohnen“ wird es Streit
geben: Möglicherweise muß die Luftwaffe für ihre Treffgenauigkeit zahlen.
Doch das Geld ist gut angelegt: Das Flugabwehr-Raketengeschwader 3 aus Oldenburg
hat seine erste Einsatzprüfung als Krisenreaktionskraft der Bundeswehr auf allen
Gebieten „glänzend bestanden“, so ein hoher Offizier von der Führungsakademie in
Hamburg. Mit 1332 Soldaten und 700 Fahrzeugen war das Geschwader innerhalb
weniger Wochen über eine Entfernung von 10 000 Kilometern in die Wüste nördlich
von El Paso an der amerikanisch-mexikanischen Grenze verlegt worden. Das
Material kam mit dem Schiff an die texanische Küste, die Soldaten trafen mit
Flugzeugen ein. Gesamtkosten des Einsatzes: zehn bis 15 Millionen Mark.
Erstmals nahmen Deutsche mit einem geschlossenen Kampftruppenverband am weltweit
größten Flugabwehrmanöver „Roving Sands“ („Wandernder Sand“) der Amerikaner
teil, die für diese Übung 24 000 Mann aus ihrem Heer und dem Marine-Corps
mobilisiert hatten. Dazu stießen 500 Holländer mit einer Einheit, die ebenfalls
über „Patriot“-Raketen verfügte.
Das Wüstengelände, das die US-Army in den fünfziger Jahren zum Übungsplatz
ausgebaut hat, ist etwa so groß wie Schleswig-Holstein. Allein die Ausdehnung
des Schießplatzes McGregor Range beträgt 30 mal 60 Kilometer. Ideale
Voraussetzungen also, wie sie sonst auf keinem Truppenübungsplatz der Welt
anzutreffen sind.
Hauptaufgabe des deutschen Geschwaders war es, unter realistischen Bedingungen
ein „Krisengebiet“ gegen Angriffe feindlicher Flugzeuge zu schützen.
„Realistische Bedingungen“ – die Besatzungen der Staffeln, neben dem System
„Patriot“ auch „Hawk“- und „Roland“-Lenkflugkörper, waren den Angriffen von bis
zu 160 Kampfflugzeugen ausgesetzt, darunter modernste Bomber und Tiefflieger.
Sie schlugen sich trotz widriger Umstände in ihren Stellungen und trotz vieler
Sandstürme beachtlich. Meist konnten sie mehr als 40 Prozent der Angreifer
„abschießen“.
„Ich weiß nicht, ob wir strahlende Sieger waren, aber wir brauchten uns neben
den Amerikanern nicht zu verstecken“, kommentierte ein Oberst den Erfolg der
Übung. Und Geschwaderkommodore Oberst Ulrich Depkat ergänzte: „Jedenfalls haben
wir uns über die Anerkennung der Amerikaner sehr gefreut.“
Die setzten in dem Manöver wie in ihrer gesamten Luftverteidigung allerdings
einen anderen Schwerpunkt: Ihre „Patriot“-Raketen simulierten den Abschuß
taktischer ballistischer Raketen mit Reichweiten von einigen hundert bis einigen
tausend Kilometern. Seit dem Golfkrieg, als erstmals das „Patriot“-System gegen
irakische „Scud“-Raketen eingesetzt wurde, aber nur in Maßen erfolgreich war,
haben die US-Streitkräfte die Treffgenauigkeit durch neuartige Datenrechner
entscheidend verbessert. Sie sind von ihrem Ziel, jede Kurz- und
Mittelstreckenrakete abschießen zu können, offenbar nur noch einige Jahre
entfernt.
Dem Erreichen dieses Ziels soll auch ein neues Überwachungs- und
Früherkennungssystem dienen, das der Flugzeugbauer Boeing am Rande von „Roving
Sands“ auf dem Army Airfield von Fort Bliss vorstellte. Das „Airborne
Surveillance Testbed“ AST (Luftgestütztes Überwachungs-Testsystem) soll auf
Infrarotbasis den Start von Raketen in bis zu 1700 Kilometer Entfernung
erfassen, deren Flugbahn exakt berechnen und innerhalb von Sekundenbruchteilen „Patriot“-Abwehrraketen
aktivieren können.
Die Deutschen haben sich dem US-Programm zur Weiterentwicklung von „Patriot“
angeschlossen. Das System wird mit neuen Raketen ausgerüstet, die wesentlich
kleiner und leichter sind als die jetzigen. Statt mit vier „Patriot“-Raketen
können die Abschußvorrichtungen auf Lkws dann mit 16 neuen „Erint“-Raketen (ERINT
= Extended Range Interceptor = Rakete mit erweitertem Abfangbereich) bestückt
werden.
Darüber hinaus sind die Gefechtsköpfe elektronisch so ausgelegt, daß sie mit
Sicherheit den Sprengkopf der Angreiferrakete treffen und zur Explosion bringen.
Im Golfkrieg haben die „Patriot“-Lenkflugkörper meist das Triebwerk oder die
Kartusche der „Scud“ getroffen. Das hatte die Rakete zwar aus der Bahn gebracht,
den Sprengkopf aber nicht unschädlich gemacht.
Während die 36 „Patriot“-Staffeln der Luftwaffe zum modernsten Flugabwehrsystem
der Welt ausgebaut werden, das auch und insbesondere ballistische Raketen
abschießen kann, sieht es für die Nachfolge der vor 40 Jahren entwickelten „Hawk“
eher düster aus. Sie kann Flugziele bis in etwa 15 000 Metern bekämpfen, gilt
aber als veraltet. Franzosen, Italiener, Amerikaner und Deutsche basteln an
einem Nachfolgesystem, das die „Patriot“ ergänzen und sowohl gegen Flugzeuge als
auch gegen Raketen eingesetzt werden kann.
Doch die Kosten sind immens. Das Institut für Strategische Analysen in Bonn
beziffert sie auf bis zu sieben Milliarden, einschließlich der Weiterentwicklung
von „Patriot“ auf acht Milliarden Mark in den nächsten fünf bis zehn Jahren und
meint dazu: „Das vorgeschlagene Konzept kann nur verwirklicht werden, wenn
Europa und die NATO von der potentiellen Bedrohung durch ballistische Flugkörper
überzeugt sind . . .“
Bei „Roving Sands“ war deutsches politisches Interesse an der Notwendigkeit
verstärkter Flugabwehr nicht auszumachen: Nicht ein einziger Bonner Politiker
ließ sich beim Oldenburger Geschwader in El Paso sehen.
Auf der Hardthöhe spekuliert man mittlerweile, daß die Luftwaffe „Hawk“ auch
noch in den nächsten Jahrzehnten wird einsetzen müssen. Absolute Priorität räumt
die Luftwaffe dem Eurofighter und dem neuen Großraum-Transportflugzeug ein.
Diese beiden Großprojekte verschlingen derart viel Geld, daß der gleichzeitigen
Finanzierung einer neuen Flugabwehrgeneration so gut wie keine Chancen
eingeräumt werden.
Resignierend meinte in El Paso der deutsche nationale Befehlshaber von „Rovings
Sands“, Generalmajor Joerg Koepke: „Die ,Hawk- ist nun mal ein altes System, da
kann so etwas schon passieren.“ Mit „so etwas“ kommentierte der General den
Fehlschuß einer „Hawk“-Rakete, die statt am Himmel nach einigen hundert Metern
im Wüstensand explodiert war.
Quelle: Focus
Links zu Roving Sands
http://www.planet-interkom.de/musifant/reisen/usa/rs/rs.html
Bericht von einem
Schiessen aus Russland
Der Autor war 1987 in Russland dabei .
Firing run auf Kreta . Bericht aus Kreta ;
Der Autor war 1998 , 2002 in Kreta dabei .
© 2007 / 2009 Skarus
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