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        Kalter Krieg ,    wie die russischen Nuklearmittel durch den Fla Raketenkomplex S 75  verteidigt wurden

                                                     

        16. November 1959 : Abschuss eines amerikanischen Aufklärungsballon aus 28 000 m
                Höhe bei Stalingrad / Russland  durch russ. S 75 "Dwina"

            Der erste  Abschuss eines Flugzeuges erfolgte im Oktober 1959 durch die chinesische Luftverteidigung 

 

  •  16. November 1959 Abschuss eines amerikanischen Aufklärungsballons  bei Stalingrad
  •   7. Oktober 1959 Abschuss einer amerk. RB 57 über China
  •  U2 Abschuss  am 1. Mai 1960    Powers Abschuss mit der U2
  •  9 September 1962    Abschuss Aufklärungsflugzeug    U-2     Serien # 56-6711   über China 
  •  Abschuss U2 über Kuba im Jahr 1962
  •  27. Oktober 1962  US Air Force U-2A    Serien #  56-6676
     Pilot Rudolf Anderson,  Abschuss über Cuba. Pilot getötet .
  •  1  November 1963  U-2C     Serien #  6688  Abschuss über China
     Jiagxi, . Pilot  1983 entlassen aus Gefangenschaft
  •  7 Juli 1964  U-2G    Serien #  56-6695   Abschuss über China  Fujian,    Pilot getötet.
  •  24. Juli 1965.  Die erste Phantom fällt in Nordvietnam
  •  Linebaker II  18.Dezember 1972  Nordvietnam               heavy metal steel down range
  •  Yom Kippur Krieg. 1973 Ägypten vs. Israel .     14  Abschüsse durch S75   ( von 114 )
  •  Indien vs. Pakistan  1965  , 1971        
  •  Syrien    1982  und 1973  
  •  China    1959 /1960   mehrere  Abschüsse U2.    7. Oktober 1959  erste Feuereröffnung des S 75 in China  
  •  Kuba      1962  Abschuss  eines  amerikanischen Aufklärungsflugzeuges  U2    
  •  Irak    1990 / 91            
  •  Angola            gegen Südafrika
  •  Nordkorea    1 Abschuss   U2
  •  Jugoslawien  1999   
  •  SR 71 in Vietnam
  •  Georgien 1993      Abschuss russ. SU27 Jäger

 

                                                                                                            


 

       Einsatz des S 75 "Dwina/Wolchow "  im Krieg       Lokale Kriege   Vietnam , Naher Osten , Yom Kippur , linebaker II ,  Abschuss der U2 über Russland.      

        " Meine  Herren ich bin getroffen worden ..."

1. Mai 1960    Abschuss des amerk. Piloten Powers über Swerdlowsk , Russland. Der Befehl zum Vernichten des Aufklärungsflugzeuges wurde vom russ. Staatschef Chrustchow während der Maiparade am 1. Mai direkt von  der Tribüne gegeben. Der Aufklärer konnte mit eigenen Verlusten und Vorschuss von 14 Fla Raketen vernichtet werden.

          Vietnam und  linebaker II         Erfolge gegen amerikanische B 52 Bomber   1972 / 73

          30. Juni 1970                              Kämpfe mit der israelischen Luftwaffe. Die Luft brennt und einige Flugzeuge auch ...

           Yom Kippur Krieg  1973           Ein Nimbus bricht zusammen . Israel verliert 100 Flugzeuge in 10 Tagen

           Russland                                      Russlands PWO Systeme der Luftabwehr

          Fla Raketen in Vietnam

                                                                                                    

                                                                                                              

 

                             Kuba Krise 1962 und der Einsatz von S 75 ( SA2 ) Luftabwehrsystemen.

 

Russland verlegte 1962 auf dem Schiffswege taktische Boden Boden Raketen und nukleare Gefechtsköpfe nach Kuba. Angeblich wollte man damit einer Invasion der USA auf Kuba begegnen. Es hatte in der Vergangenheit Versuche des Sturzes der politischen Führung auf Kuba gegeben. Die USA griffen militärisch an ( Schweinebucht 1961) und erlitten eine Niederlage. In den USA gab es milit. Pläne   ( Ops_plan  ) für ein militärisches Eingreifen auf Kuba. Russlands Reaktion wurde durch seine milit. Stärke und den Starrsinn des Herrn Chrustschow sowie des Politbüros der UDSSR  bestimmt :  Konfrontation und einen taktischen Gewinn  :   Raketen vor den USA .

Zur Deckung der taktischen Raketen auf Kuba transportierten die Russen eine Vielzahl von S -75 Luftabwehrsystemen auf dem Schiffsweg nach Kuba. Russland leugnete  über seine staatliche Nachrichtenagentur TASS jegliches milt. Eingreifen auf Kuba . Es wurde sogar behauptet , dass nur zivile Güter nach Kuba transportiert werden. Russland hätte es gar nicht nötig seine milit. Kapazitäten nach Kuba zu verlegen. Insgesamt befanden sich 1962    160russ. nukleare Sprengköpfe auf Kuba.

Fakt war : es befanden sich 40.000 Russen auf Kuba, nukleare Gefechtsköpfe und Raketen. Es waren allerdings nur eine geringe Anzahl der geplanten Flugkörper transportiert und einsatzbereit. Die USA griffen zum Selbstzweck und flogen Aufklärung. ( Keine Spionage ) Kuba wurde dabei von Aufklärungsflugzeugen überflogen. Das ging solange gut bis die Luftverteidigung aktiv handelte.

Die USA flogen verstärkt Aufklärung über Kuba: Russland installierte taktische Raketen mit der Option von Kernwaffen auf Kuba. Es wurden 2 Luftverteidigungsdivisionen aus Russland nach Kuba verlegt. Es handelte sich um die 10. und 11. LVD , jede mit jeweils 3  Regimentern und 4  Feuereinheiten. Insgesamt waren 24 Feuereinheiten S 75 DESNA  auf Weg nach Kuba. 

Im Juli  1962 begann die Installation, diese zog sich bis zum September mit den ersten Inbetriebnahmen hin. Am 29. August 1962 wurden durch Aufklärungsflüge der USA über Kuba mit dem Höhenaufklärer U2 ( CIA ) die ersten 8 Feuereinheiten entdeckt.

Die Luftverteidigung über Kuba hatte vorerst den Kampfauftrag nur in Selbstverteidigung zu handeln. Aber wegen der ständigen Überflüge über kubanisches Territorium ordnete Kubas Staatschef Fidel Castro die Vernichtung der Aufklärer an. Durch die eigene Flak und Luftabwehr waren die Überflüge nicht zu unterbinden. Die U2 flog  zu hoch.

Die Kontrolle über die S 75  lag in russischer und kubanischer Verantwortung. Die LV  wurde von Generalleutnant Grechko kommandiert. Kubas Staatschef Castro war über die Untätigkeit der russ. Luftabwehr verärgert.  Armeegeneral  Isa Plijew befehligte  die russ. Gruppierung auf Kuba.

Am 26 . Oktober ordnete Castro die eigenen Kräfte an  , von nun an alle Überflüge zu unterbinden.

GenLeutnant Grechko versuchte während eines neuerlichen Überfluges seine Vorgesetzten der russischen Gruppe der  Streitkräfte  auf Kuba  um Erlaubnis zur Vernichtung der Aufklärer zu erreichen. Das misslang.  So wurde auf seine Verantwortung und Befehl Feuerbefehl gegeben. ( der Stab saß in Havana. )

Am 27. Oktober  1962  wurde durch das  507 . FlaRegiment  und deren 4. Batterie unter dem Schiessenden Kommandeur Oberstleutnant Gerchenow das Feuer eröffnet. In der Nähe von Victoria-de-las –Tunas erfolgte um 10: 19 Uhr Ortszeit die Vernichtung einer U2 mit eine Raketenreihe von 3 Flugkörpern ( Salvo ) Der Pilot Major Anderson kam dabei ums Leben.       US Air Force U-2A    Serien #  56-6676.

 Wegen der Stationierung der taktischen Raketen in unmittelbarer Nähe der USA und durch den Abschuss eines amerikanischen Flugzeuges spitze sich die politische Lage zwischen USA und Russland innerhalb von Stunden dramatisch zu.

Die Welt stand am Rande eines Nuklearkrieges :  Der russ. Staatschef Chrustschow  erkannte , dass die gegebenen Befehle nicht genau genug gegeben worden waren . General Grechko wurde zur äußersten Vorsicht aufgefordert.    „ Du warst  vorschnell „   wurde  er getadelt. Auch die USA erkannten , dass die Situation außer Kontrolle geriet.

Die USA nahm Teile der strategischen Raketentruppen in eine höhere Stufe der Gefechtsbereitschaft :  " Atlas" sowie  "Titan I " wurden vorbereitet nukleare Schläge zu führen. Die Luftwaffe zog über 600 Bomber auf Flugplätzen zusammen und wurden in den Zustand überführt aus dem Stand heraus nukleare und Bombenangriffe zu fliegen. 60 Bomber befanden sich ständig in der Luft .

Nach der Rede von Chrustschow am 27. Oktober 1962  im Radio Moskau und dem Versprechen auf Rückzug der Raketen aus Kuba geriet  die  Situation wieder  unter Kontrolle.  Gleichzeitig mit dem Abbau der russischen taktischen Raketen auf Kuba wurden die S75 "Desna" Luftabwehrsysteme bis zum Jahr 1963 nach Russland zurückgeführt.

Der Abschuss der U2 wurde auf beiden Seiten mit Geheimhaltung belegt. Castro behauptete ,er selbst hätte die Vernichtung des Aufklärers angeordnet. In Verhandlungen wurde für den Abzug der Russen aus Kuba ein quasi Staus Quo Erstritten : die USA greifen Kuba nicht an.  Geschichten  , dass kubanische Truppen die russ. Feuereinheit stürmten, um den Abschuss zu erzwingen, kursierten jahrelang in der amerikanischen Presse.

Während sich die Welt dem Geschehen auf Kuba zuwandten, gerieten Handlungen des S 75 aus dem Blickfeld und wurden nicht wahrgenommen :  die kanadische airforce war seit längerer Zeit über China tätig. Die USA verstärkten ihre Aufklärung mit tiefen Einflügen über Russland und China.  Noch 1962 wurden die meisten U2 Aufklärer nach Taiwan überführt.

Am 9. September 1962 wurde eine Aufklärungsmaschine der taiwanesischen   airforce   ( U2 ) über Cina bei Nachang abgeschossen. Zwischen 1962  und 1970 wurden 11 Aufklärungsflugzeuge U2 durch die chinesische Luftverteidigung abgeschossen.

 

Die Stationierung russ. Truppen auf Kuba lief und dem Code  ANADYR   und KAMA und wurde am 27. 5.1962 im Politbüro beschlossen.

Die praktische und militärische Umsetzung war wie folgt :

Seit Juli 1962 wurden  183 Fahrten mit 85 Schiffen durchgeführt. Den Schutz der Flotte übernahmen 4 U-Boote. Auf Kuba befanden sich:

160 nukleare Sprengköpfe   und 5 Raketenregimenter
6 Flugabwehr-Raketenregimenter
2 Flügelraketenregimenter
3 Mot.-Schützenregimenter verstärkt mit 1 Panzerbataillon
1 Raketenschnellbootbrigade
1 U-Boot-Brigade
1 Regiment IL-28 : nukleare Bewaffnung
1 Regiment IL-28
1 Regiment MiG-21
1 Hubschrauberregiment
1 Abteilung Luna", FROG-3 taktische Raketen Boden Boden

 

          Leitoffizier , Kabine UW  S 75 WOLCHOW

   http://sites.google.com/site/samsimulator1972/home  mit freundlicher Genehmigung für Peters-ada.de

 

 

                                                                                            

 

 

   Naher Osten    1970 -1973    Yom Kippur Krieg

Der S 75 wurde von Ägypten mit 18 Feuereinheiten im Krieg mit Israel im Juni 1967 eingesetzt.Im Yom Kippur Krieg 1973 wurden allein durch den S 75 14 Luftziele abgeschossen .Dabei wurden viele Einheiten wurden durch das israelische Heer überrollt und erobert. Ägypten besaß ca 65 Systeme S 75
( 400 Rampen ) .Eine hohe Anzahl S 75 Abteilungen wurde durch die israelische Luftwaffe, Heer und Diversanten zerstört.
 

Am 30. Juni 1970 kam es zu ausgedehnten Gefechten mit der israelischen Luftwaffe .Der S 75 "Wolchow" teilte empfindliche Schläge aus. An diesem Tage hatte der kleine Bruder des S 75 , der  S 125 NEVA seine Feuertaufe.Die ganze Geschichte....   ( sehr umfangreich )
 

                               

                                          zerschossene PW  SA 2     / Naher Osten 1973

Am  30. Juni 1970  erfolgten Schläge der israelischen Luftwaffe gegen die ägyptische Luftverteidigung am Suezkanal westlich des bitteren See.  S75  schlägt sich mit F4 Phantom Flugzeugen. Der  Wolchow   S 75 schoss einige Sky-Hawk und Phantom aus dem Himmel . An diesem Tage hatte der S 125 "NEVA"  um 19:14 Uhr Ortzeit seine Feuertaufe und vernichtet 2 F4 "Phantom".

                            Zerstörter S 75 , hier Startrampe SM 90 . Irak 1994

 

 

 

                                 5 Tage Krieg gegen Ägypten  1967

 

Ägypten begann  1965 mit dem Aufbau der Lv mit S 75 Systemen. 18 Feuerabteilungen waren bis zum Krieg mit Israel im Jahr 1967 installiert. Im Überraschungskrieg gegen Ägypten ( 5 Tage Krieg ) im Juni 1967 wurde die ägyptische Luftwaffe ( fast ) komplett am Boden zerstört. Die überraschte Luftverteidigung        schoss am 7. und 8. Juni 1967  22 Flugkörper   W 750     ( S 75 )    und vernichtete immerhin 2 Flugzeuge    Mirage IIICJ .

8 Fla Raketenabteilungen wurden durch die israelische Luftwaffe vernichtet. Eine FRA S 75  wurde erobert.

 

9. März 1969 schießt ein ägyptischer S 75 ein Flugzeug Piper Cub. ( Aufklärungsflugzeug der israelischen Armee ). Bis 1973 ( Jom Kippur Krieg ) werden durch ägyptische SAM 10 Flugzeuge vernichtet.

  Rakete 13 D auf Rampe  .

 

 

Die Effektivität in den  Nah Ost Kriegen

 

 

Statistik der Gefechtseinsätze der FRT in Vietnam und im Nahen Osten


(gekürzte Übersetzung aus dem russischen) Quelle : BKO 6/2005

Die Ergebnisse der Gefechtshandlungen der Fla Raketentruppen  gehörten zu den großen Geheimnissen, die nur wenige kannten, denn aus ihnen konnten und mussten wichtige Schlussfolgerungen über die Wirksamkeit des Einsatzes von Mensch und Material beider Seiten abgeleitet werden.

In den lokalen Kriegen wurden tausende Fla-Raketen auf den Luftgegner abgefeuert.

Die Analyse der Resultate und Bedingungen der durchgeführten Starts von FAR gibt die Möglichkeit, die Angriffsmittel des Gegners und der Einsatzverfahren jener Zeit zu bestimmen und charakteristische Methoden des Gefechtseinsatzes der FRT zu betrachten.

Die Fla-Raketentruppen Vietnams hatten in der betrachteten Periode der Gefechtshandlungen (1965 - 1973) über FRK SA-75M, die FRT in Ägypten und Syrien nutzten FRK der Typen SA-75 MK, S-75, S-75 M, und S-125.

Unter den durch die FRT vernichteten Kampfflugzeugen der USA und Israels befanden sich 76 % moderne Kampfmaschinen (F-111, F-4, A-7 und andere). Die allgemeinen Ergebnisse der Gefechtseinsätze der FRT sind in der Tabelle 1 dargestellt.

1965 - 1968

Zu Beginn des Einsatzes der FRT verwirklichten diese in Anbetracht der geringen Anzahl ihre Schläge auf den Luftgegner durch plötzliches Handeln aus dem Hinterhalt. In dieser Periode konnten die amerikanischen Fliegerkräfte keine wirksamen Gegenmaßnahmen gegen die FRT verwirklichen und erlitten bedeutende Verluste.
Die Resultate der ersten Kämpfe waren nicht zum Nutzen für die LSK der USA. Die Führung erhielt Anregungen zur Veränderung der Auffassungen über den Gefechtseinsatz der Fliegerkräfte. Im weiteren entwickelten sich die Bedingungen der Gefechtshandlungen in Richtung : Erhöhung der Anflugdichte, Ausnutzung geringer und extrem geringen Flughöhen, Einsatz von funkelektronischen Gegenmaßnahmen, Manöver gegen die Feuerleitung und das Schießen; Organisation der Niederhaltung der FRT durch Raketen- und Bombenangriffe.

 

De Analyse der Schießen zeigt, dass die Effektivität der Schießen unter einfachen Bedingungen bei 0,69 - 0,89 lag. Mit der Zunahme der schwierigen Bedingungen ( manövrierende Ziele, Ziele unter Störungen, u.a.) ging die Effektivität der Schießen deutlich von 0,87 auf 0,35 zurück. Auch der Einsatz von Drohnen der Typen PQM-34 des Typs 147 j, c, f war erfolgreich.

Die Effektivität der Schießen wurde vor allem auch durch die massiven Schläge mit speziellen Fliegergruppen zur Niederhaltung und Zerstörung der FRA deutlich verringert.
Die Komplizierung der Schießbedingungen beeinflusste die Besonderheiten der Gefechtsarbeit des Personals der FRA. War zu Beginn 1965 die Hauptbegleitart der Ziele unter Funkmessstörungen zu 29 % die Handbegleitung (RS) so wurden 1968 schon 85 % der Schießen so durchgeführt. Die Ergebnisse der Schießen unter diesen Bedingungen der Handbegleitung waren unmittelbar von den subjektiven Fehlern der Funkorter und damit vom Grad ihres Ausbildungsstandes abhängig.
Der Einsatz von Manövern gegen das Schießen führte dazu, dass die Bekämpfung der Ziel an der fernen Grenze der Vernichtungszone nicht mehr erfolgreich war. Das Manöver zum Ausweichen in extrem geringe Höhen führte zur Veränderung des Betriebsregimes der Raketenleitstation (RLS) nach dem Start der Raketen und damit zur Verminderung der Effektivität des Schießens. Der Einsatz von Anti-Funkmessraketen durch den Gegner erforderte ein neues Reglement für die Abstrahlung der hochfrequenten Energie der RLS in den Raum.

Die Komplizierung der Luft- und Störlage erforderte einen Komplex taktischer und technischer Maßnahmen zur Erweiterung der Gefechtsmöglichkeiten der Fla-Raketenkomplexe und neuer Methoden des Gefechtseinsatzes sowie die Verbesserung der Gefechtsausbildung des Personalbestandes.

Eine Analyse der Handlungen des Leitoffizier bei der Bekämpfung eines Zieles ermittelte, das dieser in 60 Sekunden 18 - 25 Tätigkeiten ausführen musste. Wenn die Bekämpfung in der garantieren Vernichtungszone erfolgen sollte, dann mussten diese Tätigkeiten in 30 Sekunden ausgeführt werde.

 

1969 - 1971

Die Aktivitäten der Israelischen Fliegerkräfte in der Suezkanal-Zone waren der Beginn des Gefechtseinsatzes der ägyptischen FRT. Neu in dieser Periode ist die Taktik des zusammengefassten Feuers zweier oder mehrerer FRA auf ein Ziel.

 

 

 

Die Ergebnisse der FRT in Ägypten zeigten deutlich, die israelischen Fliegerkräfte hatten aus den Verlusten der Amerikaner in Vietnam gelernt, hatten sich viel besser auf ihren Gegner eingestellt und der Ausbildungsstand der ägyptischen FRT war offensichtlich nicht der beste

Für die Erhöhung der Effektivität des Schießens wurde eine Reihe von neuen Maßnahmen eingeführt. Das Schießen auf manövrierende Ziele wurde ab sofort nur in der garantierten Startzone durchgeführt. Bei der Anwendung aktiver Funkmess-Störungen gegen die RLS durch den Luftgegner war die Entfernungsbestimmung nicht möglich. Diese Ziele wurden im Regime Handbegleitung aufgefasst und nach dem Höhen- und Seitenwinkel begleitet. Bei der Bekämpfung kam die Dreipunktmethode zum Einsatz. Durch die Anwendung aller dieser Gegenmaßnahmen durch die amerikanischen und israelischen Fliegerkräfte wurden die Gefechtshandlungen der FRT immer komplizierter und die verfügbare Zeit zur Bekämpfung der Luftziele immer kürzer.

Von Juli 1969 bis März 1970 führten die FRA 36 Schießen, vernichteten 8 Flugzeuge mit einer Effektivität von 0,22 und einem mittleren Verbrauch von 9,1 Rakete je vernichtetem Ziel. In dieser Periode erfüllten die FRT ihre Aufgabe nicht. Durch Schläge des Gegners wurden 19 FRA außer Gefecht gesetzt.
Die Analyse von 72 erfolglosen Schießen zeigt : in 46 Fällen (63,8%) war die Arbeit der Gefechtsbesatzungen die Ursache, in 13 Fällen waren Ausweichmanöver gegen die Raketen mit mehr als 8g die Ursache, in zwei Fällen wurden die FRA während des Schießens außer Gefecht gesetzt, in einem Fall kam es während des Schießens zum technischen Ausfall der RLS und in 10 Fällen war die Ursache nicht feststellbar.

Die Schießen der FRA S-125 wurde bei automatischer Begleitung der Ziele durchgeführt, der Einsatz aktiver Störungen und Manöver gegen das Schießen hatten keinen bedeutenden Einfluss auf die Ergebnisse. Der Einsatz der FRA S-125 war eine Überraschung für den Gegner.

Die Anzahl der Raketen, die unter verschiedenen Schießbedingungen auf ein Ziel geschossen werden soll. wird in zahlreichen Erprobungsschießen ermittelt und ebenso wie die anzuwendenden Leitmethoden in den Schießregeln für jeden FRK festgelegt. Mit der Anwendung von Raketenausweichmanövern durch die gegnerischen Fliegerkräfte wurde die Zeitbilanz für die Durchführung eines Schießen auf den Kopf gestellt. Das Schießen wurde immer mehr zu einem Zwei-Kampf zwischen Flugzeugbesatzung und der Gefechtsbesatzung der FRA.

Wie die Übersicht zeigt wurden die verbesserten Ergebnisse durch die bessere Ausnutzung der Gefechtmöglichkeiten erreicht, ungeachtet der Tatsache, dass das arabische Personal die Nutzung des optischen Visiers bei einer komplizierten Luft- und Störlage nicht beherrschte.

Grundlegende Ursachen für erfolglose Schießen in der vierten Periode waren :

  • unzureichende Gefechtsausbildung der Gefechtsbesatzungen der FRA,
  • Zulassung von Verletzungen der Schießregeln,
  • fehlende Fertigkeiten der Funkorter zur Handbegleitung manövrierender Ziele,
  • und zum Erkennen von Festzielen und Funkmessfallen,
  • der geringe technische Ausbildungsstand des arabischen Personals,
  • die unzureichende Fertigkeit zur ständigen Aufrechterhaltung der technischen Einsatzbereitschaft und Gefechtsbereitschaft,
  • ungenügende Anwendung des Systems zur Selektion beweglicher Zielen zur Unterdrückung der Festziele beim Schießen in extrem geringen Höhen u.a.m.

Die Handlungen der FRT in Vietnam und im Nahen Osten zeigen, dass sie ein wesentliches Element der Luftverteidigung sind und die vorhandene Fla-Raketentechnik in der Lage war unter verschiedenen klimatischen und geografischen Bedingungen erfolgreich zu handeln. Von großer Bedeutung ist der menschliche Faktor. Nur durch konsequente Gefechtsausbildung der Gefechtsbesatzungen der FRA und ständige Modernisierung der Fla-Raketentechnik und der Methoden des Gefechtseinsatzes ist erfolgreiche Luftverteidigung möglich.

Andrej Michailow

Mit freundlicher Genehmigung Siegfried Horst Oberst aD  http://www.lv-wv.de/    lesen Sie mehr über die NVA LSK / LV , GSSD und Jagdfliegerkräfte

gekürzte Übersetzung aus dem Russischen) Quelle : BKO 6/2005      www.vko.ru

 

 

 

 

                                                                                          

 

                                                         S 75 lokalen   Kriegen

                              weitere Einsätze und Episoden       Heavy metal steel down range

1. Mai 1960    Abschuss des amerk. Piloten Powers über Swerdlowsk , Russland.

Der Befehl zum Vernichten des Aufklärungsflugzeuges wurde vom russ. Staatschef Chrustchow während der Maiparade am 1. Mai
direkt von der Tribüne gegeben. Der Aufklärer konnte mit eigenen Verlusten und Vorschuss von 14 Fla Raketen vernichtet werden.
 

  7. Oktober 1959 Abschuss eines amerik. Aufklärungsflugzeuges am über China .

  9 September 1962    Abschuss Aufklärungsflugzeug    U-2     Serien # 56-6711   über China ( 15 Km südlich     Nunchang )    Huai Sheng  15 Km südlich Nunchang. Pilot  Sheng konnte aussteigen und  starb später im Hospital.

 Am 5. Oktober 1987 schoss ein chinesisches System HQ2   einen vietnamesischen Aufklärer vom Typ MIG 21 R ab. ( Grenzgebiet zu Vietnam )

Am 8. September 1967 wurde mit dem neuen HQ2 System eine U2 über Ostchina abgeschossen.  Dabei schossen 2 Systeme HQ2 und ein System HQ1 gegen die U2. Ein Flugkörper der HQ2 Abteilung vernichtete die U2.   Das Feuergefecht fand unter elektronischen Gegenstörungen gegen die Luftverteidigung  durch den U2 Aufklärer statt.

Im Jahr 1970 wurden 4 weitere U2 Aufklärer über China vernichtet.

China verkaufte sein System HQ2 ( es basierte auf dem russ. S 75 / SA2 )  in den mittleren Osten , nach Nord-Korea , Pakistan , Ägypten  und Iran.

Iran nutzte das HQ2 Luftabwehrsystem in Iran-Irak Krieg ( Februar 1986 ) Bis zum Jahr 1992 wurden verbesserte chinesische System HQ2 nach Iran verkauft

 

               Indien -  Pakistan Krieg 1965

25 FRA  S75   wurden 1963 in Indien um Neu Dehi  und Flugplätze  aufgebaut.

Am 6. September 1965 schoss ein S 75  einen eigenen indischen Transporter vom Typ AN- 12 ab. Es  war eine Verwechselung mit einer pakistanischen C 130 Transportermaschine.

In den letzten Kriegstagen wurde eine pakistanische Aufklärungsmaschine RB75 in 18 Km Höhe beschädigt und stürzte im Landeanflug ab.

Im Krieg Indien / Pakistan 1971 wurde durch das S 75 System ein Luftziel abgeschossen.

       indischer Fla Raketenkomplex S 75 DWINA . Startrampe.

      Quelle : Westnik PWO.

 

Im  Dezember 1965 wurde eine amerikanische Maschine RB75 über dem schwarzen Meer in Küstennähe zu Russland durch S 75 abgeschossen. Näheres dazu noch nicht bekannt.

 

 

 

                    Krieg Iran - Irak 1980 - 1988

Iran nutzte die chinesische Variante HQ2  von China im Krieg gegen den IRAK. Außerdem wurden aus Libyen S 75 russ. Herkunft beschafft. Irak nutze den moderneren S 75 Wolchow gegen Iran. Immerhin wurden 5 Abschüsse iranischer Flugzeuge erreicht.  Iran besaß 8 Feuersysteme HQ2 chinesischer Produktion.

 

 

 

                                           

 

                                        S 75    im Vietnamkrieg

 

          24. Juli 1965

Am 24 . Juli 1965   eröffnete eine russische Kampfbesatzung in Vietnam das erste Feuer mit dem S 75 gegen amerikanische Flugzeuge. Kanstantinow Wladislaw Nikolaiewitsch war der erste , der 2 Phantom F4 abschoss.

La Ding Ti war als Leitoffizier der erste Vietnamese , der mit dem Luftabwehrsystem S 75 gegen amerikanische Flugzeuge kämpfte.

Was geschah am 24. Juli 1965 in Vietnam ?      Artikel Ausführlich :  

 

 Operation   Linebaker II


Während der Operation "Linebaker II" im Dezember 1972 wurden innerhalb der  10 Tage Luftkrieg  17  Bomber "B 52  durch den S 75 "Dwina" vernichtet.

 

Sender PW. "Hexenhaus" auf dem Dach - zum optischen Begleiten von Luftzielen. Erst- Einsatz in Vietnam .
Damit wurde elektronische Niederhaltung umgangen .Hier wird über ein optisches Visier das Flugzeug begleitet
und die Antenne bewegt. Für den S75 Wolchow später wurde eine TV Kamera in das System integriert.

 

System DWINA , "Starkasten"  . 2 Soldaten als Steuerer der Antenne im Seiten und Höhenwinkel im Regime BEGLEITEN  auf Luftziele .RADAR Abstrahlung ( bis auf Raketensender ) nicht notwendig.    Damit wurde elektronische   Niederhaltung umgangen .Vorläufer des in den 70er Jahren eingeführten teleoptischen Kanales TOW )    Der Aufsatz hatte die Bezeichnung  PA-00. Die Bediener mussten sich am Stuhl festbinden. Wurde auch zur Zielsuche genutzt. Über Sprechverbindung mit Kabine UW verbunden .Die Temperatur errichte in Einsatz in Vietnam  80 °C. Auch im Einsatz in Kuba 1960 fand der Aufsatz Verwendung.    

 

         

Während dieser Operation der amerikanischen Luftwaffe gegen Nord-Vietnam wurden von einer vietnamesischen
Nachlade-Mannschaft ununterbrochen ( ! ) 24 mal  Startrampen beladen . Diese Soldaten waren Frauen .

                            Zahlen : Luftabwehr der Vietnamesen im Vietnamkrieg :

Innerhalb von 8 Monaten im Jahre 1967 wurden an die 1000 Fla- Raketen geschossen.
Im Verlaufe des Jahres 1972 wurden bei 1155 Feuereröffnungen durch den  S 75 "Dwina "    2059 Fla Raketen geschossen.

In der ersten Nacht der Operation Linebaker II am 18 . Dezember 1972 wurden 200 Fla Raketen geschossen.               ( 60 Systeme  )
Man kann sich vorstellen ,unter welchen körperlichen Anstrengungen diese Anzahl von Raketen  auf die Rampen geladen wurden.

Der psychische Druck der Feuerleitoffiziere, der taktisch Schiessenden und Funkorter in der Raketenleitstationen muss groß gewesen sein. Amerikanische Piloten sprechen mit großer Achtung von der Fla Raketenabwehr in Nordvietnam. Bei Sichtung fliegender S 75 Raketen wurde alle Waffenlast fallengelassen und die Flucht angetreten .

                                                                                                      

 

    S 75 Dwina im Vietnam Krieg und Linebaker II     ( sehr umfangreich )

 

 

Flugbericht   Unterdrückung   SAM 2 Flugabwehr   SEAD operation 

Flugbericht   Unterdrückung  SAM 2 Flugabwehr    SEAD operation 

Flugbericht   Unterdrückung und Zerstörung von SAM durch air force   1. Nacht linebaker II

Ein Augenzeuge    englisch

LINEBACKER II     Linebaker und B52 Seite

 

                                                                                                      

                                            Der Einsatz des "Dwina " in Nordvietnam 1964 - 1973 

                                            Episoden.    Übersetzungen aus dem russ.    http://www.army.lv/  

Ausriss...

Der funkelektronische Kampf der angreifenden US Airforce und NAVY spielte eine sehr große Rolle.

So waren die vietn. funktechnischen Truppen allein ( Radar Luftraumauflärung , Jägerleitung und Zielzuweisung für Fla Raketentruppen ) 685 Luftschlägen ausgesetzt. Die Hälfte davon erfolgte mit " Shrike " gegen die Radarsysteme . 241 mal wurden im Krieg Fla Raketenkomplexe oder Radarsysteme zerstört / beschädigt.

                  Im Schnitt wurde jede Fla Raketenabeilung im Jahr einmal zerstört.

                  Während Gefechtshandlungen  wurde die Stellung    2 - 4   mal  gewechselt .

                 Von 95 von Russland gelieferten Fla Raketenkomplexen waren nach dem Krieg 1973 noch
                 39 einsatzbereit  ( dazu noch einmal 4 an Lehreinrichtungen )

Fla Raketenabteilungen verlegten unter Tarnung in den Dschungel  an vorbereitete Stellungen. In der Anfangsphase des Einsatzes der neuen Fla Raketenkomplexe genügten 2 - 3 Raketen zur Vernichtung eines Flugzieles.50 % aller Ziele wurden mit 2 Raketen bekämpft , 6 % aller Ziele wurden mit 3 Fla Raketen bekämpft. Der Rest wurde mit einer Fla Rakete bekämpft.

Jede Abteilung hatte für die Nah- Luftverteidigung und Eigenschutz 2 - 3 37 mm FlaK  Abwehrbatterien .Nach Bezug der neuen Stellung wurde die Einsatzbereitschaft hergestellt. Über Feuereröffnung und Zielvernichtung entschieden Minuten.

Am 15. Oktober 1967 beim Anflug auf Hanoi  wurden unter sehr effektiver Funkmess Niederhaltung ( jamming ) 90 gestartete Raketen unwirksam geschossen. Kein einziges Flugzeug konnte abgeschossen werden. Vietnamesen und Russen suchte Ausweg aus dieser Situation.

Ende 1967 wurde eine Lösung gefunden. Ein System der Umschaltung der Frequenzen der Antwortsender der Fla Raketen wurde gebaut und die Leistung der Antwortsender der Fla Raketen ( Bake ) erhöht.( Nun weiß man auch , warum die Raketensender in der Leitstation bzw. an der Rakete selbst überdimensioniert erscheinen , bes. am SA3 S 125 NEVA System , Übersetzer und Autor ) . Im Winter 1968 war dieses Problem erledigt.
Zusätzlich wurde neue Taktiken eingeführt. Aktive Störer wurden ohne Anstrahlung durch die RLS in der ( passiven Betriebsart begleitet. ( Sender an , Hochspannung aus ... Autor und Übersetzter ) Die Funkorter der RLS deckten die vertikale Marke nach dem Maximum der Aufhellung an ihren Begleitsichtgeräten ab.

Im Verlaufe des Jahres 1972 wurden bei 1155 Feuereröffnungen durch den S 75 "Dwina " 2059 Fla Raketen geschossen und dabei 421 amerikanische Flugzeuge abgeschossen.

Wie auch immer , die Amerikaner wollen 4224 geschossenen Fla Raketen gesehen haben und nur       49    Flugzeuge verloren                   haben.        (    Linebaker II )

Während des Vietnam Krieges wurden 1163 Flugzeuge durch die Fla Raketentruppen vernichtet ,   davon      54      Bomber "B 52"       und        ( Gesamtzahl 4118 Flugzeuge . dh. ca 25 % durch S 75 "Dwina ")    130 Drohen .

Im Krieg  wurden 6806 Fla Raketen verschossen .

Die Amerikaner behaupten 8038  gesehen zu haben. Auch behaupten die Amerikaner nur 15  "B52" Bomber verloren zu haben.( LINEBAKER II.)

Im Verlaufe des Krieges gingen 40 Bomber B52 durch Fla Raketen verlustig. ( 34 Abschüsse direkt )
 

                          Stark gekürzter Beitrag.  Der vollständige Artikel  hier .

 

                  

Über das Schiessen mit russ. Fla Raketen in lokalen Kriegen gab es bis zum Jahr 2000 kaum  etwas zum Lesen . Das Material war früher GEHEIM und selbst die Operateure am System bekamen nur die Nachrichten aus 2. Quelle und die geheimen Analysen nicht zu sehen . Was ankam bestand zu 80 % aus Behauptungen , Propaganda, Retuschierung und Fehlinformation .*

Die amerikanischen Quellen erfassen nicht alle Aspekte und nur aus der Sicht der Airforce. Die russ. Quellen beruhen auf Augenzeugen . Nach Ablauf der Geheimhaltungsfristen kommen von russ. Seite interessante Beiträge in der milt. Fachliteratur. Russische Militärberater haben vor Ort in Vietnam vietn. Soldaten ausgebildet und im Einzelfall selbst an Kampfhandlungen teilgenommen .

 

Angaben zur Effektivität , Augenzeugenberichte und Analysen wurden von den Vietnamesen und den beteiligten russischen Instrukteuren  nicht den Nutzern der Systeme in aller Welt zur Verfügung gestellt .

Lehren und Konsequenzen fanden aber den Weg in die Ausbildung der Fla Raketensoldaten zB. in der NVA / DDR .

Die genauen Gründe, Zahlen , Augenzeugenberichte etc. hätten die  Ausbildung verständlicher und  plastischer erscheinen  lassen. Bei uns Deutschen hieß es immer : die Erfahrungen der vietn. Streitkräfte ... gegen die amerikanischen Streitkräfte.. 

Bei der Obrigkeit lag die Information , beim Soldaten am System gab es solches nicht . Nachrichten wurden gezielt gefiltert und als  "Herrscherwissen " nach unten in kleinen Portionen gereicht .

Es gibt heute viele offene Angaben der amerikanischen Luftwaffe zur Effektivität der vietn. Fla Raketentruppen . Unterschiedliche Zählweisen  bringen verschiedene Ergebnisse.

So gehören zum Schiessen mit Fla Raketen am System S 75 DWINA / Wolchow 3 zu startende Fla Raketen auf ein Ziel.

Die Amerikaner sagten : 3 Raketen und ein fallendes Ziel :also eine Effektivität von  0,3 statt 1,0 .

Man zählte die Anzahl der geflogenen Flugzeuge zu den verlorenen und kam zu einem Koeffizienten.

Man zählte die Anflüge und Verluste während eines Angriffes .

Die Vietnamesen zählten die abgeschossenen Flugzeuge und verrechneten das mit der Anzahl der Feuereröffnungen . Eine Feuereröffnung hatte 3 Fla Raketen zur Folge.

Mit Knappheit an verfügbaren Fla Raketen wurden 2 Fla Raketen in Reihe ( Salvo a 3 sec ) auf ein Ziel geschossen.

Die Anzahl der verschossenen Fla Raketen wird unterschiedlich angegeben :

                    5777  oder    6806       .     Russland soll insgesamt  7568 Fla Raketen geliefert haben .

 

Auf der vietn. Seite wurde  das russ. Fla Raketensystem         FRK S 75 M    eingesetzt.  95 Systeme wurden von Russland an Vietnam geliefert. Im Großraum Hanoi - Haiphong  waren in 3 Luftverteidigungsringen  ca. 65 FRK - S 75 aufgebaut .

                                      

Während  3372   Feuereröffnungen  durch den Fla Raketenkomplex   wurden  1370 Luftziele vernichtet ,  dabei wurden   5777   Fla Raketen geschossen . Im Schnitt wurden 4,2 Fla Raketen auf ein Ziel bis zu dessen Vernichtung verbraucht .   

Im Jahr 1965 kam der Einsatz von Fla Raketentechnik gegen Flugzeuge für die Amerikaner nicht unerwartet, aber verlustreich. Flugzeuge sollen so eng beieinander geflogen sein , dass Splitter der Fla Raketen  2 Jagdbomber gleichzeitig trafen. Der vietn. Präsident Ho Chi Minh  gab die Parole heraus und forderte  mit einer Fla Rakete nicht nur eine ,  2 ---    nein 3 Flugzeuge zu treffen.

 (  **  wem das bekannt vorkommt , ja auch in der DDR wurden Parolen am Leben vorbei an die Hauwände geschrieben.... )

Die Amerikaner lernten und passten sich schnell an. Die Anflugdichte überforderte die Fla Raketentruppen. Mit Einsatz von elektronischen Störungen gegen die RADAR Systeme der Luftraumaufklärung und das Feuerleitradar des S 75 DWINA  gingen während des Fluges von Fla Raketen diese verlustig oder detonierten in großer Entfernung. Das automatische Regime der Zielbegleitung funktionierte nicht, die Raketenleitstation von wurde nun von Hand gesteuert.

Eine neuer Ära der Luftkriegsführung wurde  geboren : elektronische Kampfführung . Zusätzlich und in Kombination wurden Manöver gegen die Feuerleitung , gegen die Reichweite und erste Raketenausweichmanöver angewandt.

                                 

Die psychologische Festigkeit von Kampfbesatzungen wurde ab jetzt neu bewertet. Auf beiden Seiten führte der Anflug von Flugzeugen und  die Feuereröffnung zu Anspannung . Raketensoldaten mussten lernen , den richtigen und einzigen Zeitpunkt der Feuereröffnung abzuwarten. Der Einsatz von Düppel / Chaff und elektronischer Abstrahlung gegen die Raketenleitstation hatte ( und hat biss heute ) psychologische Auswirkungen die Kampfbesatzungen der Raketenleitstation.

Der Kampf in der Raketenleitstation am Arbeitsplatz bewirkt keinen Hass auf den Gegner. Unter Konzentration werden aus kleinen Fetzen im Rauschen das Flugzeug am Sichtgerät feinfühlig abgedeckt. Der Funkorter umklammert mit beiden Händen das Handrad. Die Knöchel sind weiß. Die Kabine ist abgedunkelt , alle Sichtgeräte flackern grünlich weiß. Alle Lauschen dem Schiessenden. Er hält das Gefecht und die Kampfbesatzung . Mit seiner Erfahrung kann die Abteilung  Stahl in den Himmel bringen  und ein Flugzeug vernichten . Der Leitoffizier fand das Ziel im Rauschen. Nun ist es an den 3 Funkorten das Ziel im elektronischen Visier zu halten. Zu hören sind nur kurz abgehackte laute Meldungen . Jeder hört , was er hören muss. Der Blick ist nur auf dem Sichtgerät. Der Leitoffizier hat den Blick auf seine 3 Funkorter. Die Rampen sind synchron auf der Antennenbewegung. Der Start von Fla Raketen geht durch den Körper. Alles vibriert. "Ziel halten " , das hört noch der Funkorter. Tunnelblick . Konzentration. Das Ziel beginnt zu manövrieren. Die da oben haben den Start von Fla Raketen bemerkt. Die abgestrahlten Lenkkommandos für die Raketenlenkung hat der SAM Operator in der B 52 bemerkt .

 

 

 

                    Nacht über Hanoi , Dezember 1972. Bis zu 20 Fla Raketen von  gleichzeitig am Himmel zu sehen

 

Während  in der Leitstation die Luftlage von Raketensoldaten bewertet wurde, wurden  in der Umgebung  Flugkörper montiert und betankt . Nach Verschuss der  Fla Raketen mussten die Rampen neu beladen werden .

Bekannt  ist eine Episode aus dem Jahr 1972. Im Dezember 19 72 wehrten die Fla Raketentruppen und MIG 21 Jäger die schwerste Operation gegen den Raum Hanoi und Haiphong ab. Innerhalb von 10 Tagen fielen während  " linebaker II "  15 Bomber vom Typ B 52. ( von 188 ) 

Geschossen wurde so lange , bis keine Fla Raketen mehr von der technischen Abteilung zur Verfügung gestellt werden konnten .

Eine Nachlademannschaft der  vietn. Streitkräfte lud ununterbrochen   24 mal  Fla Raketen auf die Rampen  . Diese Mannschaft bestand  aus Frauen .

Der Raketenverbrauch stieg ab dem Jahre 1966 dramatisch an . Russische Spezialisten unternahmen vor Ort umfangreiche Modernisierungen. Das optische Visier bewährte sich nicht wie erwartet . Die Raketenleitstation war empfindlich gegenüber den ständigen Verlegungen und Auf und Abbau. 

Der Raketenverbrauch während der massiven Anflüge sprengte jeglichen Nachschub und Montagemöglichkeiten der technischen     Abteilungen . Nachschub kam aus Russland auf dem Seeweg über Haiphong und über den Landweg über China .Der Wert einer einzigen Fla Rakete entsprach dem  3er PKW Wolga . 

Die Anzahl der zu schießenden Fla Raketen wurde auf max. 2 befohlen. Durch diese taktische Maßnahme wurde der Raketenverbrauch kontrolliert .

                              Quelle  Forum   www.quansuvn.net

 Raketenleitstation S75  , vietnamesische  Funkorter beim Abdecken des Zieles. Epsilon , Beta und Entfernung ( Mitte )

Die 77. Fla Raketenabteilung  vernichtete    während  " linebaker II "  allein  4 Bomber  vom Typ B52

 

In Süd- Ostasien während der Luftabwehrkämpfe der Vietnamesen gegen die amer. Luftwaffe war der Fla Raketenkomplex   S 75" Dwina" eine der tragenden Säulen der Luftverteidigung gegen B 52 Bomber.

Russland lieferte 95 Systeme. Davon waren 1973 nach dem Friedensvertrag 1973  ( nur ) noch 39 Systeme  75"Dwina"  einsatzbereit.

siehe auch  :   Funkorter , FUTK ,  SA 2

 

        .

                                                      

 

Die Raketenleitstation strahlt mit 1 Megawatt  Leistung. Für den Seiten und Höhenwinkel gibt es jeweils einen  Sender und Empfangstrakt. Störungen auf den Zielkanal werden durch spezielle Flugzeuge genau auf den  beiden Sendefrequenzen gegen die Station  abgestrahlt.

Diese Abstrahlungen stellen sich auf den Sichtgeräten  "Höhe" bzw.  "Seite " als Aufhellungen dar. Das Ziel ist nicht zu sehen.

Düppel / Chaff und weitere Impulsstörungen hellen das Bild grell auf.  Der Funkorter ist blind .

Vorsichtiges Drehen am Handrad nach links und rechts lässt die maximale Aufhellung erkennen. Da muss das Flugzeug sein... Genaues Abdecken und Begleiten nach dem Maximum der Helligkeit ist schwierig und erfordert Training. Training gibt es nicht , es ist Krieg.

Der russ. Instrukteur hat es einige Male so gemacht, die Vietnamesen schauten zu... Nun sind sie selber am Sichtgerät und kämpfen gegen einen technisch weit entwickelten Gegner .

                      

                    Dezember 1972  fallender B 52    über Hanoi  .   "Ebony2 " wird aus dem Himmel gestoßen .

Neue Taktiken werden gegen den Eigenschutz der Bomber entwickelt .Jeder anfliegende B 52  strahlt Störungen gegen die Raketenleitstation und den Flugkörper ab. Die Raketenleitstation selbst arbeitet jetzt  passiv . Ohne Abstrahlung wurde auf dem gestörten Zielkanal nur empfangen. Durch vorsichtiges Schwenken der Operateure in Seite und Höhe wurde das Maximum dieser Störungen auf dem Sichtgerät begleitet . Da die Entfernung nicht bekannt war , konnte nur nach den Angaben des Sichtgerätes des Rundumradars durch den Schiessenden die Startentfernung abgeschätzt werden. Der Funkzünder der Fla Rakete arbeitete die ganze Zeit während des Fluges. Die Abdeckung nach dem Rauschstreifen  war sehr  ungenau. Fla Raketen trafen nicht.

Nur im Moment des Abdrehens der B 52 Bomber lies die Störstrahlung geringfügig nach. Die Methode  Handbegleitung wurde ab dem Jahre 1968 mit 85 %    beim Schiessen gegen B 52  angewendet . Die Betriebsart AS automatische Begleitung wurde durch Störstrahlung unbrauchbar .   Mit der Handbegleitung nahm die Vernichtungswahrscheinlichkeit beträchtlich ab.

Als besonderst wirksam zur Verringerung der Trefferwahrscheinlichkeit erwiesen sich Störungen gegen den Raketenkanal der Leitstation. Fla Raketen wurden kurz nach dem Start von de eigenen Leitstation nicht erfasst ( nicht gesehen ) oder nicht gelenkt. Auch dieses technische Problem wurde durch russ. Ingeneure vor Ort abgestellt .

Diese Erfahrungen des Schiessens in einer massiven elektronischen Störlage führte zur weiteren Entwicklung der Fla Raketentaktik und Technik in der östlichen Welt .  (  *** )

Da der Ausbildungsstand und die praktische Erfahrung der Vietnamesen zunahm stiegen die Vernichtungszahlen abgeschossener Flugzeuge langsam und stetig. Russen als Berater leisteten technische Entwicklungshilfe , taktisch und praktisch hatte die Vietnamesen alles notwendige gelernt.

                  Klares Bild. 4 Phantom F4 . Das 2. von unten wird durch die Raketenleitstation begleitet / getrackt .

Ab jetzt gewann der menschliche Faktor im Krieg  seine Rolle.  Kämpfen gegen einen technisch hoch entwickelten Luftgegner. Kampf  gegen elektronische Störungen und Raketen gegen die eigene Leitstation. Der Luftgegner flog nur noch im Schutz der Nacht an. Die massierte Angriffe dauerten Stunden .  Jeder Anflug begann mit Störungen gegen die RADAR Systeme der Luftlagedarstellung . Jede Gruppe B52 bestand   aus 3 Flugzeugen, jede Gruppierung hatte 3 Minuten zeitlichen Abstand  zueinander . Einzelne Gruppen von Deckungsflugzeugen versuchten Fla Raketenabteilungen zu vernichten.

 

                               HARM               high speed antiradiation missile

       

typisches Anflugprofil Shrike                     Bild  Peters-ada


Im Vietnamkrieg war die amerikanische Lufthoheit plötzlich gefährdet: die neu eingeführten sowjetischen SAM (Surface-to-Air Missile) Systeme fügten schwere Verluste zu. Als Reaktion begann man die Entwicklungsarbeiten für sog. "Anti-Radar-Missiles ( ARM )". Schließlich wurden 2 unterschiedliche System eingeführt: Die "Shrike" war eine relativ einfache und billige Variante, deren Einsatzspektrum jedoch wegen des beschränkten Frequenzbereiches, der geringen Reichweite und der ungenügenden Treffergenauigkeit begrenzt war. Eine andere Entwicklung brachte die "Standard ARM" hervor, einem aufwendigeren LFK, der aber wegen seiner mangelhafter Zuverlässigkeit und seines hohen Preises nur in geringen Stückzahlen gebaut wurde.

 

Bei Treffern von ARM Type SHRIKE wurden folgende typische Ergebnisse gegen den SA2 / S75 Fla Raketenkomplex erreicht :

Bei Detonation der ARM in Entfernung con ca. 60 m vom Antenneposten ( PW ) der Raketenleitstation wurden bis 70  Löcher an der Sendekabine / Antenne  gezählt . 10 HF Kabel wurden beschädigt. An einer Startrampe wurden ein Powerkabel und ein Steuerkabel zerstört. Die Staffel war längere Zeit nicht mehr einsatzbereit. Personenschaden oder Verluste gab es keine.

 

Jede Minute Abstrahlung barg Gefahr der Vernichtung durch Raketen gegen das eigene RADAR. Trainierte Phantom F 4 Besatzungen stürzten sich Minuten vor dem Einflug der B 52 Bomber auf die Fla Raketenabteilungen .

Über die Befindlichkeiten der Bomberbesatzungen ist nichts bekannt. Was fühlten diese Menschen beim Anflug auf stark verteidigte Großräume Hanoi und Haiphong ?

           

                     Flugrouten der B52 Bomber und SR 71

 

Über die   Reaktionen von Flugzeugbesatzungen während des Anfluges von Fla Raketen ist so   gut wie nichts beschrieben worden . Typischerweise wird sofort die Bombenlast  im Notwurf abgeworfen. Der Bomber dreht und versucht aus der Vernichtungszone auszufliegen . Man wird getroffen. Die Detonation der Gefechtsteile   ist auf den Sichtgeräten  der Raketenleitstation zu sehen. Die Zielmanöver ändern sich abrupt. Das Ziel fällt. Manche Bomber kommen mit Gefechtschäden zur Heimatbasis zurück. Bekannt sind   Abstürze über Laos. Während "Linebaker II " schaffte es die Besatzung noch zurück Richtung Heimat . Irgendwann fällt der Bomber wegen der Treffer durch Fla Raketen. Diese Abstürze tauchen nicht in der Statistik auf und werden als Gefechtschäden , aber nicht der Fla zugeordnet. Auch werden wegen Gefechtschäden abgewrackte Flugzeuge nicht der SAM angerechnet. Von 1965 bis 1973 werden 34 Bomber 52 verlustig.  Gut 30 % werden nicht der Fla als Verursacher angerechnet.

 

              Bild : Autor

Typische Handlungen gegen die Fla Raketentruppen . Gleichzeitig fanden zeitlich abgestimmt Handlungen gegen Flugplätze der nordv. Streitkräfte statt.

Anfliegende Gruppierungen Bomber 52 wurden durch B52 mit jamming und eigenen Störern geschützt. Jamming wirkte gegen die Darstellung der Luftlage ( Aufklärungs- - und Zielzuweisungs- RADAR )  und gegen Feuerleitradar. Mit Chaff ( Düppel mit "Beleuchtung " durch jam, Störungen gegen RADAR  ) wurde die Zielbekämpfung erschwert und die Effektivität des Schiessens mit Fla Raketen deutlich gesenkt. Jamming und Chaff bewirken eine deutliche Abnahme der Vernichtungswahrscheinlichkeit. Der von Laien behaupte Effekt , dass das Flugzeug quasi nicht entdeckt wird etc. ist nebensächlich und  wird durch technische Mittel in der Raketenleitstation kompensiert . 

Durch Chaff und Jamming nimmt die Ablage der Fla Rakete am Treffpunkt zu.

Die fliegende Fla Rakete wurde nach dem Start von F4 Phantom Flugzeugen gezielt gestört. Der Raketenkanal ( die Flugkörper strahlen selbst RADAR Signale zur Raketenleitstation zurück ) wurde mit jamming gestört. Dadurch wurde die Ablage im Treffpunkt zusätzlich erhöht. Auch wurden so  Fla Raketen nach dem Start durch die Raketenleitstation verloren bzw. nicht erfasst. Durch technische Gegenmaßnahmen konnten diese elektronischen Störungen teilweise kompensiert werden ( Erhöhung der Sendeleistung Raketensender im Flugkörper und Station )

Gegen die Fla Raketenstellungen wurden gezielt Schläge geführt ,um diese zu unterdrücken und zu vernichten.

 Siehe auch :

           Winkelfehler, Chaff und Ablage     Theorie zum jaming

 

 

Ein Operator und Bediener der Störanlage im B 52 beschreibt seine Erlebnisse am ersten Anflug während linebaker II : "Als wir uns dem Zielgebiet näherten wuchs die Anzeige für das E/F-Band über die Skala hinaus. Es gab so viel Radar- und Jammeraktivität im Bereich von 2.800MHz bis 3.100MHz, dass die einzelnen Signale ineinander verschwammen. Ich spulte auf der Suche nach Fan Song Signalen manuell durch den Bereich. Als ich eins fand markierte ich den betreffenden Bereich mit einem Farbstift auf dem Bildschirm und setzte je zwei Jammer auf die horizontale und die vertikale Radarkeule. Den Bereich des Raketen-Peilsignal musste ich gemäß Instruktionen schätzen und setzte die restlichen sechs Jammer darauf an. Auf dem Bildschirm konnte ich auch ein A-Band Signal eines Spoon Rest erkennen  ( P12 Rundumradar )  und legte meinen A-Band-Jammer darauf. Danach konnte ich nur noch warten - und hielt ständig ein Auge auf den Frequenzbereich zwischen 850MHz und 875MHz, wo die uplinks  ( Lenkkommandos an die fliegende Fla Rakete vom Sender am Boden ) für die SA-2s zu erwarten waren."

                               Bild : Airforce    B52 jamming Operator
 

Die Systeme S 75 sind heute ( 2010 ) nicht nur technisch , sondern auch moralisch verschlissen. Ein Fla Raketenkomplex S 75 hat auf dem heutigen Gefechtsfeld gegen moderne Flugzeuge  keine Chance.

Aus dem Flugabwehrsystem S 75 , aus Erfahrungen in lokalen Kriegen und aus der langjährigen Produktion mit ständigen Modernisierungen  ging der Fla Raketenkomplex S 300 und S 400 hervor. Während der S 300 ( Nato SA 10 ) dem amerikanischen ähnlichen System PATRIOT  " nur " in 40 -60 %  der taktischen , technischen und Gefechtsparameter überlegen ist , stellt der S 400 alles in den Schatten.

Die US Airforce lernte im Vietnamkrieg  mit der bodengebundenen Luftverteidigung umzugehen . Diese Erfahrungen leben bis heute fort.

Die russ. Fla Raketenstreitkräfte lernen in 50 Jahren  Fla in jedem Feuergefecht und diese Erfahrungen leben in neuen Entwicklungen bis heute fort. Russland gilt bis heute als der Spezialist für RADAR , Fla Raketensysteme , Taktik der Luftverteidigung mit  innovativen  Ideen . Raketentechnik ist die wichtigste Domäne der russ. Militärwissenschaft.

Die USA und NATO haben sich auf den Verbund  fliegender Waffensysteme , Planung von Luftkriegsoperationen  und Niederhaltung der Fla Rak  spezialisiert. Die westliche Luftwaffe kann mit Plattformen jede elektromagnetische Abstrahlung von Fla Systemen analysieren , bewerten und unterdrücken . Die Luftverteidigung der westlichen Welt beruht auf fliegenden Systemen. Die bodengebundenen LV Systeme befinden sich in der Phase der Stagnation .

Es bleibt die Erfahrung , Menschen entscheiden Kriege. Technik ist wesentlich , aber nicht bestimmend.

 

Dieser Artikel stellt eine persönliche Meinung dar und muss  nicht der offiziellen Darstellung der Streitkräfte entsprechen.

Schreiben Sie dem Autor .

 

Autor :   Skarus    2010

 

 

( * )  siehe " Neues Deutschland " 1985 zum Abschuss von 20 Luftpiraten über Libyen . Als Wahrheit stellte sich heraus : 1 Flugzeug  F111  wurde getroffen und fiel . Das GVS zum Vorgang innerhalb der NVA war auf den ersten Blick objektiv , wurde den FLA Soldaten nicht zur Einsicht gegeben. Erst nach der Wende wurde es in Teilen zugänglich. Über Gründe vermag man zu spekulieren . Vernichtet wurden  1 Flugzeug F 111. Im Material der NVA / DDR werden 10 vernichtete Flugzeuge behauptet.

 

( ** ) Das Polit-Büro der DDR beschließt zu Ehren des 40. Jahrestages der Gründung der DDR eine Rakete auf der Sonne landen und ein Banner so aufzubauen , dass es alle Welt lesen kann.    Es meldet sich ein junger 50 jähriger FDJler aus der Produktion zu Wort und bedenkt , dass die Rakete auf der Sonne verbrennen könnte.

Nach langem Nachdenken wird auf  Vorschlag des Vorsitzenden der staatlichen Plankommission der Vorschlag angenommen :

" Wir landen in der Nacht " .

 

(  *** )  Diese Erfahrungen stehen modernen westlichen Fla Systemen noch bevor . Das  HAWK Fla System  wurde im Jom Kippur  Krieg gegen Israel bis zur Unbrauchbarkeit elektronisch nieder gehalten .

 

 

 

 

                                                                                                

Die Feuereröffnung des S 75 "Dwina" über China am 7. Oktober 1959

Am Morgen des 7. Oktober 59 flog ein Flugzeug in 18 Km Höhe auf Peking zu. Bei einer Entfernung von 400 - 500 Km meldeten die Feuereinheiten des SA2 ihre Gefechtsbereitschaft ...

Die chinesischen Abfangjäger erhielten Befehl sich aus der Zone des Wirkens der Fla Raketentruppen zu entfernen. Am 7. Oktober 1959 um 12. 04 Uhr schoss der Chinesische S 75 "Dwina" seine erste Salve mit 2 Raketen. Beide detonierten in unmittelbarer Nähe des Zieles. Nach Auswertung der Trümmer stellte man den Flugzeugtyp RB57 D fest. Der Pilot wurde tödlich verletzt. Die schießende Abteilung wurde hoch dekoriert.

In der chin. Presse wurde mitgeteilt , dass ein amerikanisches Flugzeug durch die Luftstreitkräfte der Volksbefreiungsarmee vernichtet wurde.

Dass es russ. Fla Raketen waren wurde, nicht erwähnt. Erst am 1. Mai 1960 mit dem Abschuss einer amerikanischen U2 bei Swerdlowsk im Ural / Russland war nun auch den amerikanischen Spezialisten der Aufklärung klar , dass sie es mit einem neuen System der Luftabwehr zu tun hatten.

Stark gekürzt .  Ausführlicher Artikel bei     U2 über China

 


 

 

                                                                             

 

                                                                                                 IRAK 1991

 

Der letzte Einsatz des System SA2 S 75 Wolchow  erfolgte im ersten Golfkrieg gegen britische und amerikanische Flugzeuge.

 

21. Januar 1991 durch die irakische Luftverteidigung :

          Abschuss US Airforce -14A       Pilot : Jones

           S 75 // SA2        Abschuss mit teleoptischem Kanal TVK


14. 2. 1991

Abschuss britischer Tornado    über Al Taqadum Airfield

2   S 75 Flugkörper // SA 2  wurden geschossen.

Es lassen sich nicht alle Abschüsse exakt verschiedenen SAM Systemen zuordnen. Es gab ca 20 Verluste von Kampfflugzeugen durch Gegenwirkung der irakischen Luftverteidigung. Eine weitere 2stellige Zahl  von Flugzeugen ging durch Training und technische Ursachen verlustig.

 

                                                                    

 

Krieg Georgien va Abchasien 1992 / 93

Die Georgier nutzen den S-75 / SA2 im Krieg gegen Abchasien ( 1992/93 ) und schossen ein russisches
Flugzeug Su-27 in der Nähe von Gudauta ab ( 19 . März 1993 )

 

 

                                                                 

 

                                           Kalter Krieg      1955 ....

 

         |  S 75 im kalten Krieg  |  Schutz der nuklearen mobilen Trägermittel durch die Luftverteidigung    |  S 75 

 

Der Einsatz russischer S-75 Systeme zum Schutz eigener nuklearer Trägermittel und Raketen von strategischer Bedeutung .

 

In Russland schützten Truppen der Luftverteidigung ( PWO ) Objekte von höchster Bedeutung vor Luftschlägen eines Angreifers im Spannungs- und Kriegsfall .

Die Zerstörung der russ. mobilen strategischen nuklearen Raketensysteme und der Raketensystemen auf Eisenbahnschienen konnte nur durch feindliche Luftstreitkräfte großer Reichweite bzw. Marschflugkörpern großer Reichweite erfolgen .

Die eigenen Kernwaffeneinsatzmittel wurden durch massive ( ! ) Luftverteidigungstruppen gedeckt. Um einem ersten Luftschlag und Enthauptungsschlag mit herkömmlichen Luftangriffsmittel zu bestehen ,  setzten die Russen bis zum Jahr 1995 auf Massierung der  Luftverteidigungsmittel . Erfahrungen vergangener lokaler Kriege und Schläge gegen die Luftverteidigungsmittel lehren : Neben der Qualität , Standhaftigkeit und taktisch -technischen Eigenschaften kommt es unbedingt  auf eine Mindestanzahl von Fla Mitteln an.

 2 - 3 Luftschläge gegen einen zu deckenden Raum und gegen die LV Mittel müssen " ausgehalten "  werden . So ist bekannt , dass zur Deckung von U Boot Basen ( Marinestandorte  ) mit Trägern nuklearer Flugkörper   6 -8 Fla Fla  Systeme S 300   oder 2 Systeme      S 200  Im Verbund mit  4 Systemen S 300  eingesetzt wurden .

               Quelle vko.ru

System TOPOL M der russ. Raketenstreitkräfte. Solche Objekte müssen in Bereitschaftsräumen gegen herkömmliche Luftangriffsmittel geschützt werden.

Es war anzunehmen, dass zu Beginn von Kriegshandlungen ein Gegner versuchen würde die russ. Kernwaffeneinsatzmittel zu zerstören.

Laut START Vertrag mit den USA hatte sich Russland entschieden ,seine eigenen  Anti -Raketen - Mittel zur Abwehr von strategischen Raketen um die Hauptstadt Moskau zu platzieren. Die USA entschieden sich zur unmittelbaren Deckung der eigenen Kernwaffensilos .

Ein typisches Szenario wäre der massierte Anflug von Bombenflugzeugen , von Bombern vom Typ B1 , B2 und B 52 und Marschflugkörpern gewesen. Auch von See aus dem Norden wären Angriffe mit Marschflugkörpern aus feindlichen U-Boten möglich gewesen .

Die Russen gingen in ihren Analysen zu den Deckungsmöglichkeiten im Verbund der Systeme  von einem Schutzkoeffizienten von 0,4 - 0,6 aus. Dh. die Hälfte der Luftangriffsmittel hätte den Raum der Kerneinsatzmittel nicht erreicht . Es ist anzunehmen , dass die Russen dort auch Fla Raketen mit nuklearem Gefechtskopf stationierten . Für den Fla Komplex S 75 sind das die Typen 5W29  und 15D. Beim S 200 WEGA sind das der Raketentyp 5W28N   ( W-880N )

 

 

Warum schützen eine große Anzahl von Fla Mitteln wenige Schutzobjekte.

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten .  Ein kurzer Exkurs in die Grundlagen der Fla :

Man könnte annehmen , viele Flugzeuge müssen von vielen Fla Mitteln bekämpft werden. Dem ist nicht so. Mehrkanalige Raketensysteme können viele  Flugzeuge gleichzeitig bekämpfen . Einkanalige Systeme können gleichzeitig immer nur ein Ziel bekämpfen, die anderen Flugzeuge nähern sich weiterhin dem Schutzobjekt und werden erst nach erneutem Auffassen , tracken und Start von Fla Raketen bekämpft .Einzelne Ziele erreichen das Schutzobjekt bei Überlastung der Zielbekämpfungsmöglichkeiten der Fla Anlage.

Die typische Vernichtungswahrscheinlichkeit bei Schiessen mit Fla Raketen beträgt unter einfachen taktischen Bedingungen 0,4 ( Marschflugkörper ) bis 0,8 auf taktische Flugzeuge  .Manövrierende Ziele im Endanflug der Fla Rakete, oder jamming gegen die Raketenleitstation ( elektronische Niederhaltung ) lassen die Vernichtungswahrscheinlichkeit auf 0,4 - 0,1 sinken. Bei Verdopplung der Anzahl der Fla Raketensysteme ( oder gar Verdreifachung ) steigt  die Vernichtungswahrscheinlichkeit   leider   nicht um den Faktor 2  bis  3  .

Trotzdem werden bei zu schützenden Hochwertobjekten eine größere Anzahl Fla Raketensysteme eingesetzt. die Begründung liegt in der zu erwartenden großen Anzahl von angreifender Flugzeugen gegen diese Objekte. Außerdem sind die Fla Mittel selbst Objekte , die angegriffen werden. 

Entgegen weitläufiger Meinungen decken sich Fla Raketensysteme nicht gegenseitig. So könnte man annehmen , Systeme geringer Reichweite würden im Nahbereich die "großen " Systeme gegen Luftangriffsmittel decken. Alle  Typen der Luftverteidigungssysteme haben Vor und Nachteile. So ist das System S 125 NEVA auf Anflüge in geringen Höhen    ( Untergrenze 20 m bis ca. 10 Km im Anflug ) technisch optimiert. Solche Systeme werden im Layout an tieffluggefährdeten Einflugschneisen positioniert. Die Eigenschaft geringe Reichweite und damit Deckung im Nahbereich für ein anderes LV Mittel ist nicht entscheidend.

Der S 200 Luftabwehrkomplex hat den Vorteil der großen Vernichtungsreichweite. Jammen , elektronisch stören lassen sich solche Systeme aus Entfernungen von 200 Km kaum .Der S 75 ist für mittlere Entfernungen bei Vernichtungszonen um 50 Km optimiert.

  VZ   Luftabwehrsystem S 200  SA 5

Es handelt sich um einkanalige Systeme. Ein Ziel wird an der Startzone aufgefasst und bekämpft. Die fliegenden gelenkten Raketen treffen das sich annähernde Ziel im Idealfall an der äußeren Grenze der Vernichtungszone . Jetzt kann ein nachfolgendes Ziel bekämpft werden. Das Ziel wird in der Tiefe der Vernichtungszone getroffen. Ein weiteres     ( 3. ) Ziel wird bei einkanaligen Systemen nicht bekämpft , es kommt zum Überflug und Durchflug zum Schutzobjekt. Typischerweise werden solche Luftabwehrsysteme weit vor dem Schutzobjekt in der angenommenen Hauptanflugrichtung positioniert. Hinterher schießen wäre technisch möglich ( S 125 , S 75 , S 300 ) wird aber wegen Gefährdung des zu schützenden Objektes nicht angewendet.

Um anfliegende Luftziele mit hoher Anflugdichte ( zeitlich  und zahlenmäßig ) bekämpfen zu können werden Fla Raketensysteme in großer Anzahl ( 4- 6 ) für den jeweiligen Anflugsektor positioniert. Über Zielverteilung über ein automatisches Führungssystem werden einzelne Ziele den jeweiligen Feuereinheiten zur Vernichtung zugewiesen. Hierbei wird nicht nach den technisch günstigsten Bedingungen ( an der fernen Grenze der Startzone ) , sondern nach der optimierten Zielverteilung das Feuer eröffnet. Nachschüsse sind bei dieser Methode des Feuerkampfes nicht möglich. Das automatische Führungssystem leitet auch Jagdfliegerkräfte an die Luftziele und führt die fliegende LV mit der bodengebundenen LV.

           

 

Was ist die Vernichtungszone :   

Vernichtungszone  VZ  :  in diesem  räumlichen Bereich wird die Zielvernichtung mit einer vom Hersteller vorgegebene Wahrscheinlichkeit garantiert. ( z.B..  0,8  )

Formal gibt es eine Möglichkeit alle Luftziele im blauen Kreis zu vernichten. Voraussetzung ist , dass sich Ziel und Flugkörper innerhalb des blauen Kreises treffen. Die Vernichtungszone wird bestimmt durch die Eigenschaften des Zieles ( Geschwindigkeit , Parameter und Entfernung ) und den Eigenschaften des Flugkörpers. Voraussetzung für den gesamten Prozess ist die ( technische ) Möglichkeit das Luftziel durch ein Feuerleitradar aufzufassen. Dieser Prozess ist nicht zeitkritisch.

Für die Vernichtungszone wird die Vernichtung mit einer mathematischen Erwartung angenommen. Für alle Punkte im Raum der VZ wird die gleiche Vernichtungswahrscheinlichkeit angenommen. Damit ist die VZ ein theoretisches Abstrakt. Das hat Auswirkungen bei automatischer Feuerführung durch Waffenleitrechner. Diese kennen die Ausmaße der VZ und errechnen nach vorgegebenen Regeln ( Grenzen der VZ in Entfernung , Seite und Höhe ) den optimalen Startzeitpunkt. Auch " behaupten " diese Rechner , dass eine Zielbekämpfung unter bestimmten Zielbedingungen nicht möglich wäre .

Feindliche Luftangriffsmittel und Planer zur Überwindung der Luftverteidigung kennen diese Schwächen.

Die VZ ist ein Anhalt . Die letzte Entscheiddung zum Start von Fla Raketen fällt der Mensch. Das setzt praktische Erfahrungen und Wissen über die Theorie der Lenkung und des Schiessens mit Fla Raketen voraus.

Bei automatisierter Feuerführung durch Führungssysteme der Fla Rak mit Zielen im 3stelligen Bereich wäre bei manueller Zielverteilung und Versuch einer Optimierung der Mensch überfordert .

Bild:      Der  Vernichtungszone ist die Startzone vorgelagert. Die Reichweite de Fla Rakete bleibt von der Vernichtungszone unberührt. Die technische Reichweite liegt in der Schrägentfernung ca. 1/3 weiter als die Vernichtungszone selbst. Fälschlicherweise werden im Internet die Ausmäße der Vernichtungszone mit der Reichweite angegeben. Das ist falsch und liegt daran , dass Laien den Unterschied Vernichtungszone, Reichweite und Startzone nicht kennen.

 

 

Regeln

 

Die VZ bezieht sich immer ( ! ) auf das Feuerleitradar zur Steuerung der Flugkörper und Zielbeleuchtung.

Jedes anfliegende Ziel hat seine eigene VZ. Für 3 anfliegende Luftziele gibt es 3 VZ gleichzeitig .

Es gibt keine ( ! ) statische VZ .

Typischerweise werden VZ als Kreis um das Feuerleitradar angegeben. Die VZ selbst hat Ähnlichkeit mit einen Kreissegment . Die amerikanische Bezeichnung für die VZ lautet : footprint : Fußabdruck.  Die VZ sieht einem Fußabdruck ähnlich.

Die VZ wird durch das Luftziel bestimmt. ( Geschwindigkeit , Höhe , Parameter , Winkelgeschwindigkeiten )

Die Ausmaße der VZ werden nicht durch die Ausmaße der Auffasszone des RADAR bestimmt ( obwohl es hier einen Zusammenhang gibt , bes. für das Kapitel : Schiessen in geringen Höhen )

Schiessbedingungen , z.B. manövrierendes Ziel , Einsatz von jamming , Chaff , Ziele in geringsten Höhen , aber auch Methoden der Raketenlenkung beeinflussen die VZ in den räumlichen Ausmaßen.

Der fliegende Lenkflugkörper muss Manöver des Zieles und besonders die Lastvielfachen im Endanflug aufbringen. Typische aufzubringende Lastvielfache  innerhalb der VZ sind 7 - 9 g . Mit Brennschluss des Raketenmotors ( nach ca. 1/3 Flugzeit in der VZ ) werden die aufzubringenden Lastvielfachen über Ruder immer langwieriger und träger aufgebracht. Mit weiterer Verlangsamung des Flugkörpers ( Luftwiderstand ) wird dieser immer träger in seiner Lenkung. Außerhalb der VZ sinkt die Vernichtungswahrscheinlichkeit auf manövrierende Ziele dramatisch auf Werte gegen 0,1 .

Das Verhältnis Geschwindigkeit Flugkörper zu Ziel beträgt in einer typischen 0815 Vernichtungszone 3:1 .

Für jedes anfliegende Ziel gibt es eine ( ! )  VZ. Bekämpft ein mehrkanaliges System 3 Luftziele gibt es simultan 3 Vernichtungszonen mit unterschiedlichen Ausmaßen . Zur Vereinfachung werden Flugzeugparameter ( Geschwindigkeit , Höhe und Parameter ) in Gruppen zusammengefasst . So gibt es für einen Geschwindigkeitsbereich gemeinsame räumliche Ausmaße .Für jedes der 3 Ziele gibt es dann auch unterschiedliche Startzonen . Das ist der Grund , warum keine Vernichtungszone grafisch .in das Feuerleitsichtgerät eingeblendet wird .

Für Ziele im Vorbeiflug dreht die VZ parallel auf den Richtungsvektor des Zieles. Es gibt für bestimmte "ungünstige " Anflugrichtungen bezogen auf auf ein Schutzobjekt keine ( ! ) Vernichtungszone. Deswegen sollten in 1,5 bis 2 facher Breite der VZ zusätzliche Luftabwehrsysteme gleichen Typs positioniert werden. ( versetzt )

Ein Begriff in diesem Zusammenhang ist der " Parameter " .

                  siehe auch     Vernichtungszone / Basic Fla

Entfernung ( Schrägentfernung aus der Sicht des RADAR ) und Geschwindigkeit ( bezogen auf die Schrägentfernung ) gegen ein Luftziel sind die beiden wichtigsten Faktoren zur Beurteilung der Vernichtungsmöglichkeit. Der Höhenwinkel  wird zur Bestimmung der Höhe benötigt . Diese bezieht sich ebenfalls auf das Feuerleitradar und wird zur Beurteilung der Feuereröffnung benötigt. Der Kurs des Luftziels bestimmt die Möglichkeit der Zielvernichtung wesentlich und gilt als der 3. Faktor der Beurteilung der Feuermöglichkeiten . ( die Höhe als solche wird nicht beachtet , da über die Schrägentfernung die Vernichtungszone definiert ist. Es wird nur noch die max. mögliche Höhe für Luftziele angegeben.

Der Kurs / Parameter ist die Verlängerung des momentanen Flugweges am Feuerleitradar vorbei. Die Entfernung des Vorbeifluges wird als Parameter bezeichnet . Beim Direktanflug ist der Parameter = 0 Km.

                     

Neben  den  räumlichen  Ausmaßen  der Vernichtungszone ist der maximale Parameter laut Hersteller und Erprobungsschiessen vorgegeben. .

Für einige Anflugprofile gibt es keine VZ . So ist die Einschätzung der Vernichtungsmöglichkeiten bei einem schrägen Anflug einfach. Bei einem Vorbeiflug ist die Einschätzung schwieriger . Die VZ dreht sich parallel auf den Kurs. Mit dem Parameter und der maximalen Breite ( Parameter ) der VZ lässt sich die Bekämpfungsmöglichkeit abschätzen. Bei Vorbeiflügen besteht die Gefahr des Ausfliegens aus der Start und Vernichtungszone.

Bei automatischer Bestimmung der Startentfernung und Analyse der Anflüge mit Festlegung der Bekämpfung durch einen Computer / Waffenleitrechner  kommt  es beim Anflug von Zielen mit 2 / 3 des max. Parameter und Manövern regelmäßig zum Verwerfen von Luftzielen . Typische Manöver ( Manöver gegen die Feuerleitung ) sind für den Anflug das S-förmige Flugprofil. Dabei wird zeitweise der max. mögliche Parameter für die Vernichtungszone überschritten .

Bei  automatisierter Kampfführung  ändert sich die Reihenfolge der zu bekämpfenden Ziele , einige fallen durch Überschreiten des max. Parameters aus der Bekämpfung . Im Ergebnis werden Ziele nicht rechtzeitig bekämpft. Abhilfe schafft nur das manuelle Eingreifen der Bediener . Das setzt Verständnis der Theorie der Vernichtungszone voraus.

Bei Vorbeiflügen bzw. radialen Flügen mit Entfernungen , die scheinbar eine Zielbekämpfung möglich erscheinen, fällt dem Bediener bei manueller Betriebsart die Beurteilung der Gefechtsmöglichkeiten schwer.

Gefechtsmöglichkeiten und deren Beurteilung umfassen :

Möglichkeiten und rechtzeitige der Aufklärung mit RADAR und Zielzuweisung an Feuerleitradar

Möglichkeiten der Führung , automatisiert , Zielzuweisung durch Führungssystem, Beurteilung der Feuermöglichkeiten manuell oder maschinell bei großer Anzahl von Anflügen ( mehr als 6- 8 )

Vernichtungsmöglichkeiten innerhalb der VZ

Anzahl gleichzeitig bekämpfender Ziele

Anzahl der möglichen Schießen   und Manövermöglichkeiten der Ziele die VZ zu verlassen


  

S-förmiger Vorbeiflug lässt den Grenzparameter kurzzeitig  überschreiten .

Zielbekämpfung ist scheinbar nicht möglich.    Hier hilft nur beherztes Eingreifen vom Bediener über den Waffenleitrechner . Gleiche Effekte gegen die Vernichtungszone lassen sich mit Höhenmanövern nach oben erreichen. Der Geschwindigkeitsvektor zeigt durch das Dach der VZ ( obere Grenze der Vernichtungszone ) . Damit erscheint das Ziel in der Flughöhe zu hoch und wird nicht bekämpft.

            

 Auffassen des Luftzieles. Die VZ dreht parallel auf den Flugkurs.

 

Die gesamte VZ wird als Objekt mit gemeinsamer Eigenschaft im gesamten Raum der VZ angenommen. Die  untere Grenze und max. Höhe werden nicht betrachtet , vielmehr gelten diese Werte als Ausschlusskriterien . Der max. Parameter  ist ebenfalls Ausschluss- Kriterium : Bekämpfung möglich , ja - nein. Für die Zielgeschwindigkeit gibt es ebenfalls Ausschluss- Kriterien .

Es gilt für den Idealfall  ein Zusammentreffen von Flugziel und Flugkörper an der äußersten Grenze der VZ zu organisieren.

Für rechnergestützte Bestimmung der Anfangsangaben zum Schiessen müssen die Ausmaße der VZ berücksichtigt werden. Der Start von Fla Raketen gegen ein Luftziel wird auf einige Meter genau erfolgen. Die Gefahr besteht darin , dass Bediener sich auf den Computer verlassen und jegliche Entscheidungskompetenz an eine Maschine abgegeben wird.

Beim Schiessen unter jamming , chaff und elektronischer Niederhaltung gegen das Feuerleitradar wird die reale Verkleinerung der VZ auf 1/3 vom  Rechner nicht berücksichtigt. In allen lokalen Kriegen und Schlägen gegen die Luftverteidigung wurden immer ( ! ) elektronische Störungen mit jamming oder chaff gegen Fla  Systeme eingesetzt.

Beherrschung der Schiessregeln und flexibles Anwenden bei sich ständig verändernden Luftlagen zeichnen moderne Bediener aus. Maschinen bearbeitet eine komplexe Luftlage, der Mensch fällt taktische Entscheidungen. Die  Kenntnis und Beherrschung de Vernichtungszone und Startzone sind elementar.

            VZ   Luftabwehrsystem S 200  SA 5

Sind Feuereröffnungen außerhalb der optimalen Startentfernung erlaubt :   ja.

Der Treffpunkt Fla Rakete und Luftziel werden außerhalb der Vernichtungszone liegen. Die Wahrscheinlichkeit des Abschusses sinkt .Beim Schiessen auf nicht manövrierende Ziele kann ein Schiessen außerhalb der VZ erfolgreich sein. Flugzeuge , die bewusst die Feuereinheit außerhalb der VZ umfliegen können durchaus bekämpft werden .

Bei Zielen mit geringer Reflexionsfläche und in geringen Höhen fliegen ( zB Marschflugkörper ) sollten in der Tiefe der VZ im Nahbereich bekämpft werden. Die Vernichtungswahrscheinlichkeit auf schnell und tief fliegende Ziele nimmt mit abnehmende Entfernung zu. Beim Gruppen und Massenanflug ( 6- 8 ) sollten die ersten Ziele an de Grenze der VZ vernichtet werden. Das Fla Raketengefecht ist dynamisch, es gibt keine festen und immer geltenden Regeln. Stures Abarbeiten der Feuereröffnungen durch Computer führt nicht zum Sieg. Menschen entscheiden Kriege .

 

            

Vorbeiflug in scheinbar geringer Entfernung . Obwohl technisch möglich,  wird die Zielbekämpfung nicht empfohlen . Aus taktischen Gründen kann die Feuereröffnung  notwendig sein.

Die Vernichtungszone / footprint ist an den Seiten typischerweise schmaler als in der Tiefe nach vorn. Unabhängig davon , dass dem Luftziel hinterher geschossen werden kann , wird hier der Grenzparameter überschritten. Bei Kampfführung und Beurteilung der Feuermöglichkeiten durch den Computer gibt es keine Möglichkeit das Ziel zu bekämpfen. Bei manueller Feuereröffnung ist der Start der Fla Rakete  auch außerhalb einer nicht vorhandenen Startzone technisch möglich. Die Feuereröffnung wird im Einzelfall entschieden .

 

Bestimmung des Startzeitpunktes / Startentfernung.

Es gibt mehrere Möglichkeiten .

Es können die Zeiten  bis zum ersten möglichen Start einer Fla Rakete auf alle oder ein bestimmtes Ziel angegeben werden.

Die Reihenfolge der Zielbekämpfung wird numerisch angezeigt .

Die mögliche Zielbekämpfung wird grafisch angezeigt.

Die Vernichtungszone / footprint   mit zugehöriger Startzone  wird für ein einzelnes Flugziel grafisch dargestellt ( es ist nicht sinnvoll  für 10 Ziele deren VZ und Startzonen grafisch anzuzeigen , hier ist die numerische Anzeige sinnvoller )

Anzeige von Zonen, in denen  Fla Raketensysteme zuständig sind. Hier besteht die Gefahr , dass die Vernichtungszone und die Deckungszone schiesstechnisch nicht übereinstimmen .

Grafische und symbolische Anzeige der technischen Reichweite der Fla Rakete ( für die VZ ) und grafischer Darstellung der Startzone für eine Zielgeschwindigkeit . Solche Anzeigen können als Anhalt dienen. In russ. Schiessvorschriften erscheinen solche Bilder als grafische Darstellung der VZ

Solche  Anzeigen findet sich bei Kampfflugzeugen im Flugpfadsichtgerät . Hier werden unterschiedliche Fla Systeme als Bedrohung und kreisförmig  mit deren Reichweite ( ! )   dargestellt .  ( gemeint ist wahrscheinlich die Vernichtungszone , Reichweite ist beträchtlich größer )

Erfahrungswerte aus Training , gängige Km Zahlen aus dem Gedächtnis . 

    Darstellung  der  VZ in grafischer Form , System S 300  SA 10  Russ. Föderation

   Darstellung am Luftabwehrsystem S 75   SA 2

Roter Pfeil      Voraussichtlicher Treffpunkt Flugkörper und Ziel:      

Grüner  Pfeil    ferne Grenze der Vernichtungszone      siehe auch :   ferne Grenze der Vernichtungszone

Befindet sich die Marke voraussichtlicher Treffpunkt an der Marke max. Reichweite ( gemeint ist Grenze der Vernichtungszone ) ist der erstmalige Start von Fla Raketen möglich.

Befindet sich das Zielzeichen unterhalb der Marke " letzter Startzeitpunkt ) ist kein Start mehr möglich .

Es ist nicht zwingend notwendig an der Fernen Grenze de VZ zu treffen. Störungen gegen die RLS , manövrierende Ziele bzw. Ziele mit geringer Reflexionsfläche erfordern Treffer in der Tiefe der VZ .

 

 

Für die Berechnung der Startentfernung   werden Zieleigenschaften in Gruppen betrachtet .  Im System werden Angaben wie Schrägentfernung , Annäherungsgeschwindigkeit , Änderungen ( 1. und 2. Ableitung ) der Geschwindigkeiten , Höhenwinkel , Seitenwinkel und trigonometrische Formeln ( sin, cos ) verwertet .Der Computer gibt eine Empfehlung zur bestmöglichen Zielvernichtung. Bei automatischer Betriebsart übernimmt der Computer die Feuereröffnung . Nachfolgende Formeln sind Hilfsmittel zur Bestimmung der Startentfernung .

Analyse der Rechentätigkeit am Life System und Auswertung der Schiesstabellen zeigt :

Die Startentfernung ist zu 80 % von der Zielgeschwindigkeit abhängig.    Zielhöhe    und  Zielparameter gehen      mit  10 -15 %  ein.         Die Höhe hat vor dem Parameter größeren Einfluss ( 80 % ) .

Schiessbedingungen , Z.B. . geringe Höhen ,Gruppenziele , (aktive und passive Störungen : jamming , chaff etc. wirken   als Dämpfung    mit    konstanten  ( unterschiedlichen )   Gewichtungsfaktoren auf die Formeln ein.

Zunehmende Höhe und Parameter vergrößern die Startentfernung .

Unterschiedliche Leitmethoden haben gleiche Startentfernungen ( + - 5 % )

Der Faktor    2 V    lässt sich nicht rückführen , dient der Vereinfachung und wurde empirisch gefunden .

 

Eine Vorgabe könnte lauten:

Ziel fliegt :    Höhe                                  0,5  - 3 Km 

                      max. Parameter               bis 12 Km 

                      Zielgeschwindigkeit         300 m/sec

 

 

Formel zur Berechnung der Startentfernung :

                Start  = 2 V  + 19

V     Geschwindigkeit Ziel            300 m/s      =       3,0
                                                        250 m/s      =       2,5
19    Faktor
 

                                      Start   =     2 x 3,0 + 19  =  25  Km

 

 

  •  Höhe   Ziel                    0,5 – 3 Km
     Parameter P                größer 12     Km



                                       Start  =2 V + 19  -  ( P / 5 )

 

  •   Höhe Ziel   H                       3 – 18 Km
      Parameter                          ab  12 Km         als Faktor P / 5 abziehen
     Geschwindigkeit   größer  400 m/s


                                Start =2 V + 19  -  ( 25 / H ) -  ( P / 5 )

                                      V = 400 m/s , H =10 Km , P=8               Start = 30 Km

 

 

Weitre Gewichtungsfaktoren :  Höhe kleiner  500 m :  Z.B.   11

Es gibt Gewichtungsfaktoren für : Anflüge in geringen Höhen, für jamming , für chaff , für Gruppenziele und für unterschiedliche Leitmethoden.

Für unterschiedliche Luftabwehrsysteme gibt es unterschiedliche Gewichtungsfaktoren , max. Parameter , Höhen und max. Zielgeschwindigkeiten zur Bekämpfung . Auch unterscheiden sich VZ gegen taktische Raketen ( TBM ) von "normalen " VZ .

 

Quellen :

„Bestimmung der Startentfernung am S 125 NEVA „    NVA 1989   offen, NfD , veröffentlicht .

Autor Peter Skarus . Ohne Einstufung. Vorarbeit zur Weiterentwicklung einer  Diplomarbeit.   Im Original vorhanden . Im Ergebnis entstand eine Plastikdrehscheibe. Nach Einstellung verschiedener Anfangsangaben konnte man innerhalb 3 - 4 sec. den Startzeitpunkt der Fla Rakete auf 0,5 Km Genauigkeit bestimmen .

Es handelt sich beim Original um 8 Formeln .

Bei manövrierenden Zielen dauerte die Darstellung der Vernichtungszone und Startzone auf dem Sichtgerät bis zu 6 sec. Erneute Manöver ließen das Rechengerät wiederum  die Bekämpfungsmöglichkeiten berechnen.

Gefordert war , die grundsätzlichen Start und Vernichtungszonen auswendig zu erlernen ( ca. 15 Tabellen ).

Die Arbeit stellte ein Novum dar. Es gelang , den Bedienern eine Hilfe zur Hand zu geben. Die VZ und Startzone stellen bei aller Vereinfachung und Modell-Erklärung komplizierte Objekte dar.

Die Gewichtungsfaktoren z.B. für jamming, elektr. Stören gegen die Raketenleitstation auf   xx Km*  , wie auch bei Chaff/Düppel auf xx Km * waren auf dem Schiessplatz Ashuluk Russland beim  live firing nachvollziehbar . Bei Schiessen unter jamming geht die VZ auf 30 % zurück. *

Die Formeln zur Nachbildung der Startzone lassen sich auf beliebige Fla Systeme anwenden und anpassen. Die Startzonen werden mit Anflügen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Parametern bestimmt. Damit wird der Gewichtungsfaktor bestimmt. Zumindest bei  HAWK   ließen sich die Formeln anwenden .   Bei Schiessen unter jamming geht die VZ auf 30 % zurück. *

 

* Näheres beim Autor .

 weiter Quellen :

" Schiessen mit Fla Raketen  "  Neupokojew  ,  Militärverlag DDR    1974,     deutsch ,        Kultbuch der Fla   

" Geräte zur Lenkung von Fla Raketen  "   Militärverlag DDR 1984  deutsch

" Handbuch für den Offizier der Luftverteidigung "   Militärverlag DDR 1985 deutsch        die Bibel    

 

       

 

             

3 Angaben . Vernichtungszone , Startzone und absolute Reichweite des Flugkörpers.  Die Reichweite des Flugkörpers ist um ca.  30 % größer als die angegebene  Vernichtungszone. Außerhalb der VZ gibt es geringe Möglichkeiten der Zielvernichtung .

 

Es gibt für die Vernichtungsreichweite und Startzone  2 mögliche Anzeigen :

1. Schrägentfernung  aus der Sicht des RADAR und der Bediener an den Sichtgeräten .

2. Darstellung in der Kartenebene in Drauf -und Seitenansicht.

Der Bediener im Feuerleitstand arbeitet ( nur )  mit der Schräg ( life ) Entfernung . Für die Errechnung des Zeitpunktes der Feuereröffnung wird die Schrägentfernung benötig. Zur Visualisierung , in Publikationen etc. wir die Darstellung in der Kartenebene genutzt.

Der Zusammenhang Kartenebene zu Schrägentfernung im Höhenwinkel ist :   Sinus * Höhenwinkel .

Die Reichweite des Flugkörpers ist beträchtlich ( 1/3 ) größer als die Vernichtungszone. Außerhalb der Vernichtungszone ist die Zielbekämpfung möglich und wird praktiziert. Beim Massenanflug kann daher außerhalb der optimalen Startentfernung das Feuer eröffnet werden. Bei Zielen im Anflug ohne Manöver ( Marschflugkörper etc. ) sind Zielbekämpfungen außerhalb der VZ technisch möglich. Im Grenzbereich von wenigen Km ( 3-5 ) wir das Feuer auch auf solche Ziele eröffnet . Mit zunehmender Entfernung wird der Flugkörper langsamer und schlechter lenkbar. Die Lenkgenauigkeit bei Leitmethoden "3 Punkt "  ( DPM)   und " Begradigung" ( MHB ) nimmt mit zunehmender Entfernung ab. Bei  Leitmethoden wie "2 Punkt" oder "TVM"  ( track via missile )     spielt die zunehmende Entfernung keine Rolle .    

siehe auch  Leitmethoden      siehe auch     Vernichtungszone / Basic Fla

 

Wo sollten Fla Systeme positioniert werden

 

1 .    Positionierung der Schutzobjekte  in die Vernichtungszone

Positionierung von Luftabwehrsystemen in die Schutzobjekte und  hinter Schutzobjekte bringt taktische Nachteile.

Die Luftverteidigungssysteme sind selbst Objekte und Ziele der angreifenden Luftwaffe . Das LV System sollte ( im Verbund mit anderen Systemen ) vor dem Schutzobjekt positioniert werden .

Die Fla Mittel der LV führen Luftverteidigung und Raumschutz durch. Die Vernichtungszonen überdecken einen Raum. Objektschutz als Aufgabe und  Programm im Computer bringt schiesstaktische Nachteile. Platzierung von Schutzobjekten innerhalb der Vernichtungszone bewirkt , dass sich die VZ in den räumlichen Ausmaßen  verkleinert und die Anzahl möglicher Zielbekämpfungen  geringer wird .

  •  Wird  dem Schutzobjekt die  Start und Vernichtungszone vorgelagert ändert sich die Startentfernung und  Vernichtungszone gegenüber dem  Schutzobjekt  nicht . ( ! )

 

  •  Ein Teil der VZ geht in seiner Tiefe verloren.

Die Nutzung mehrkanaliger Luftabwehrmittel mit der Möglichkeit mehre Luftziel gleichzeitig zu bekämpfen löst dieses Problem nur scheinbar. Bei genügend hoher Anflugdichte  ( z.B. Marschflugkörper in einer Anzahl , die die Anzahl der Zielkanäle übersteigt  ) kann die Tiefe der VZ nicht ausgenutzt werden und die Zielbekämpfungen werden zeitkritisch. Es kommt im Einzelfall  zu Durchflügen ohne Zielbekämpfungen .

  •  Die VZ ist  auf ihre Schutzobjekte fixiert .

Da sich die VZ in Flugrichtung des anfliegenden Luftzieles ausrichtet , kann es passieren, dass sich Schutzobjekte nicht mehr in der VZ befinden. Je nach Anflugprofil kann das  Schutzobjekt nicht gegen angreifende Luftangriffsmittel gedeckt werden.

  •  Besser ist es , Schutzobjekt und Wirkungsbereich von Fla Mitteln voneinander zu trennen.  Zum Schutz der Objekte sind mehrere Luftabwehrsysteme zu positionieren.

  •  Nur  LV Systeme  geringer Reichweite müssen im Schutzobjekt positioniert werden . Bei abgesetzter Aufstellung werden diese Luftabwehrmittel umflogen. Auch Aufbau im Vorfeld in angenommener Anflugrichtung des Luftgegners  birgt Gefahr des Umfliegens mit sich. 

 

                        

                     

Obwohl die Startentfernung gleich bleibt , fehlt ein Teil der Vernichtungszone in Anflugrichtung. Die Tiefe der VZ kann nicht ausgenutzt werden. Das Ziel ist schneller am Schutzobjekt , obwohl sich die Startentfernung nicht ändert.

 

2 .      Positionierung vor die Schutzobjekte

                      

Die gesamte Tiefe der VZ steht zur Zielbekämpfung zur Verfügung .

Besser ist es , Schutzobjekt und Wirkungsbereich von Fla Mitteln voneinander zu trennen. Zum Schutz der Objekte sind mehrere Luftabwehrsysteme zu positionieren.

                    

3 Systeme zur Deckung eines Objektes . Voraussetzung sind frei schwenkbare RADAR Bereiche . Systeme wie S 300  und MEADS können das Feuerleitradar schwenken . PATRIOT  ist an das starre Design gebunden .

Mehrere Systeme decken verschiedene Anflugrichtungen gegen Schutzobjekte ab. Diese Systeme ergänzen sich gegenseitig . Diese Systeme schützen sich nicht gegenseitig.

Bei der  Variante  , - LV System großer Reichweite  mit einem System geringer Reichweite deckt das kleinere System nicht ( ! ) das System mit der größeren Reichweite. Dafür müsste es wiederum an anderer Stelle positioniert sein.  Ein System geringer Reichweite ist dafür nicht geeignet . Vielmehr zeigen  solche Kombinationen  technische Besonderheiten und Spezialisierungen  der  beigestellten Systeme .

 

Ein  ( scheinbares ) Problem ergibt sich für LV Systeme mit elektronischer Strahlschwenkung . Der Such und Auffassbereich wird so weit wie technisch möglich geöffnet. Typische Suchbereiche sind 70 -90 ° geöffnet . Für die Annahme , dass jeder Punkt im Raum durch das Radar 10  mal  in jeder Minute  beleuchtet wird , ergibt sich , dass Luftziele in diesen breiten Sektoren  über größere Entfernungen unerkannt  anfliegen können bis sie erfasst werden . Verstärkte Beobachtung von bestimmten Sektoren oder Höhenbänden etc. löst das Problem nicht, da nun die ausgesparten Bereiche zeitlich gesehen noch weniger beobachtet werden.

Luftabwehrsysteme wie SA 10 ( S 300 , S 400 ) und MEADS   trennen Feuerleitradar und RADAR zur Luftraumbeobachtung voneinander.   Es können Kombinationen von sich drehenden ( mechanisch ) Antennen mit elektronischer Strahlschwenkung  genutzt werden .  Fixierung in bestimmte Seitenwinkel und Sektoren zur Zielsuche ist möglich . Auch lasen sich Sonderfunktionen wie das Abscannen des unteren Höhenbereiches über Grund gegen Marschflugkörper  etc.  anwenden .     

Bei fixiertem Suchsektor besteht die Gefahr , dass der Auffassbereich des RADAR umflogen wird. Luftangriffsmittel fliegen seitwärts der Suchsektoren zum Schutzobjekt ein. Hier muss das RADAR so in die Nähe des Schutzobjektes positioniert werden , das das Objekt ständig in der Vernichtungszone liegt. ( siehe taktische Mängel und Einschränkungen , oben im Text ). Der Auffasssektor muss sich je nach Luftlage und Schwerpunktbildung sofort schwenken lassen. Bei senkrechtem Start de Fla Raketen aus Kanistern ist die Anflugrichtung der Ziele untergeordnet. Beim Waffensystem PATRIOT sind solche taktischen Manöver nicht möglich. MEADS als Nachfolger wird diesen taktischen Grundnormen entsprechen .

         Siehe auch Antennenarten

 

Vernichtungszone vs Marschflugkörper

 

                    

Mehrere Waffensystem mit verschiedenen Sektoren zur Zielauffassung und vergrößerter Vernichtungszone. Optimale Aufstellung .

Die untere Grenze der VZ   wird durch die Eigenschaften des RADAR ( Feuerleit-  und Raketenlenkung ) , MTI ( moving target indicator ) und den Möglichkeiten des Empfängers mit Festzeichen der Erdoberfläche umzugehen bestimmt . Reflektierte Energie am Ziel gelangt zusätzlich als Reflexion an der Erde mit einer Laufzeitverzögerung in den Empfänger. Das richtige Zielzeichen wird dadurch verzerrt . Phasenänderungen durch die Reflexion   der Erdoberfläche mit fading verzerren zusätzlich. Zusätzlich wird das  Zielzeichen gebeugt. Bei Lenkmethoden " Begradigung " oder "Dreipunkt " wird der Beleuchterstrahl zum Ziel in geringen Höhen ( 1° im Höhenwinkel ) gebeugt.

Die Bestimmung der Zielkoordinaten wird ungenau .   Alle Effekte treten zusätzlich für den Empfangstrakt der Raketensignale auf.

Siehe auch Schiessen in geringen Höhen    Was sind  Zielkoordinaten   Was sind  Koordinatensysteme    Bestimmung der Winkelkoordinaten Ziel und Raketen       Vernichtungszone / Basic Fla 

 

Die räumlichen Ausmaße  beim Schiessen gegen Ziele in geringen Höhen werden auch durch Eigenschaften am Ziel bestimmt. Die geringe Reflexionsfläche verringert die Auffassmöglichkeiten und stabile Begleitung nach 3 Koordinaten .

Nach der 4,12 Formel   lassen sich Entfernungen für tief fliegende Ziele unter Berücksichtigung der Beugung in Erdnähe berechnen. Typischerweise wird durch ein RADAR mit 5 m Höhe und auf einem Hügel von 5 m stehend ,- ein Marschflugkörper ( unabhängig von Reflexionsfläche ) bei 40  Km erstmalig gesehen . Bei 600 Km / h und der Option des späten Auffassens ist die Feuereröffnung bei 15 - 12 Km realistisch.

Zusätzliche technische Probleme entstehen durch Lenkmethoden der Fla Raketen zum Ziel . Während " TVM "sehr gut gegen mehrere Ziele gleichzeitig in mittleren Höhen  geeignet ist , wird  dieses Verfahren beim Schiessen in geringsten Höhen technisch sehr anspruchsvoll und ist nicht zuverlässig. ( 80 % der letzten Nachrüstung des Luftabwehrsystems PATRIOT verbesserten die Bekämpfungsmöglichkeiten gegen Marschflugkörper  )

 

                   Vernichtungszone vs  TBM

 

                    

Typische Positionierung der Raketenabwehrsysteme . Grün : Schutzobjekt . Das Fla System steh in unmittelbarer Nähe zum Schutzobjekt , dahinter . Systeme großer Reichweite bekämpfen TBM auf dem Gipfelpunkt der Flugbahn , während Systeme geringer Reichweite die taktischen Flugkörper erst kurz über dem Boden in Höhen ab 20 Km und tiefer treffen.

Flugbahnen von taktischen Boden Boden Raketen zielen auf Objekte besonderer Militärischer, politischer oder wirtschaftlicher Bedeutung. Typische taktische Flugkörper gegen solche Objekte haben elliptische Flugbahnen mit Reichweiten von 50 bis 1000 Km. Die Höhe einer solchen Flugbahn kann 250 Km erreichen. Endgeschwindigkeiten im Anflug betragen bis zu 3000 m / s    bei Anflugwinkeln von 70 ° im Aufschlag .

Von besonderer Bedeutung für die Raketenabwehr ist die Bestimmung des Zeitpunktes des " Loslassens "  der gelenkten Fla Raketen gegen die anfliegende taktische Rakete .Zu zeitiges Starten bewirkt, dass sich Fla Rakete und TBM außerhalb der Vernichtungszone treffen. Verspätetes Starten bewirkt einen Treffpunkt in unmittelbarer Nähe des Schutzobjektes über dem Boden. Außerdem muss die Fla Rakete noch zur gedachten Flugbahn ( "fallender Ast " der Hyperbel ) geflogen werden.

Aus der Sicht der Fla Rakete müssen nur noch seitliche Bewegungen der TBM ausgelenkt werden. Auftretende Lastvielfache nach der Seite sind gering ..  Die Abbremsung der TBM ( im Übrigen sehr ungleichmäßig ) wird bei der Erarbeitung der Lenkkommandos nicht weiter beachtet. Die Entfernung zur TBM wird durch den Flugkörper selbst bestimmt .

 

                   Flugabwehr gegen diese Luftangriffsmittel setzt voraus :

Der Standort der takt. Raketen ist bekannt. Der Typ der takt. Flugkörper ist bekannt. Nun kann ein Luftabwehrsystem in unmittelbarer  Nähe des Schutzobjektes positioniert werden.

Der Auffassbereich des Such / Feuerleitradars wird optimal in Richtung Startposition der takt. Flugkörper ausgerichtet . Zur Optimierung der Zielsuche können Suchbereiche eingeschränkt werden .Luftraumüberwachungsradar mit elektronischer Strahlschenkung wird im angenommenen Anflugsektor ausgerichtet . Technisch möglich ist es, dass sich mechanisch drehende RADAR im Suchsektor  trotz Drehbewegung auf den Anflugsektor zu fixieren ( SA 10 , S 400 )

                       

Feuerleitradar und Startgeräte müssen in Anflugrichtung der TBM ausgerichtet sein. Die Flugbahn und Lage des Schutzobjektes verlaufen durch die Vernichtungszone.

                               

Der Abwehrflugkörper wird auf kürzestem Wege zur Verlängerung der Anflugbahn gelenkt .Danach wird der Flugkörper auf dieser Verlängerung dem anfliegenden taktischen Flugkörper direkt entgegen gebracht .Abbremsungen und negative Beschleunigungen in Längsrichtung und Anflugrichtung der anfliegenden Rakete wirken sich nicht auf den anfliegenden Abwehrflugkörper aus. Lenkkommandos der Rakete ( Korrekturen ) erfolgen nur noch ein einer Ebene . ( die Tiefe , die Entfernung fällt weg )

Der eigene Flugkörper zur Abwehr der takt. Rakete wird nach Feststellung des Anfluges so gestartet, dass der Treffpunkt an der Grenze ( oder in optimaler Lage innerhalb der VZ ) erfolgt. Dieser Vorgang ist zeitkritisch. Die typische VZ hat in der Höhe eine Grenze von ca.  25 ( 40 Km für russ. Systeme S 300 , S 400 )

 

                    © Peter Skarus 2010

  

 

Bis zu 20 Fla Raketensysteme S 75 / S 200 ( SA 2 ,SA 5 ) schützen die Raketenschächte . An einem Standort waren bis zu 4 Fla Systeme S 75 installiert . Bei Schiessen nach den Schiessregeln ( 3 Fla Raketen auf ein Ziel ) können 4 Systeme S 75 gleichzeitig 8 Ziele bekämpfen. Danach müssen die leer geschossenen Rampen nachgeladen werden .

Ein Nachladevorgang dauert je nach Ausbildung und Drill max. 2 Minuten . Praktisch ist ununterbrochenes Schiessen gegen den anfliegenden Luftgegner möglich.   4 Luftabwehrsysteme  S 75 genügen um 6- 10 Marschflugkörper zu vernichten.

In einem Bereich von 30 x 30 Km waren mehr als 10 Fla Raketensysteme mittlerer   und großer Reichweite in ständiger Bereitschaft . In unmittelbarer Nähe einer Raketenbasis waren nach jeder Seite eine gemischte Brigade Fla Raketeneinheiten aufgebaut.

 

                               VKO.ru

                                                   Silo, hier Polygon und Übungsschiessplatz

Mit dem System S 200 WEGA  // SA 5 ( bis zu 3 Systeme am Stück ) wurden Ziele mit einer Vernichtungsreichweite von 220 Km bekämpft. Mit dem Fla System S 75 WOLCHOW   // SA 2   wurden Ziele bis ca. 50 Km bekämpft .

In den späten 90er Jahren wurden die Systeme S 75 durch den Fla Raketenkomplex S 300 ersetzt. Dieses System ersetzt 6 - 8 Feuereinheiten S 75 Wolchow . Der S 300 // SA 10 kann 6 Ziele gleichzeitig bekämpfen. Die Vernichtungsreichweite gegen Luftziele beträgt mehr als 100 Km.

                                               

               VZ des Luftabwehrsystems S 300 gegen taktische Luftziele

 

Ein typischer Angriff wie im im Irakkrieg im Jahr 1991 mit 6 Marschflugkörpern gegen ein Ziel hätte in Russland bis in die 90er Jahre mindestens  4 Fla Systeme S 75 und 4 Systeme S 125 NEVA erfordert. Diese hätten selbst im Anflugsektor im Raum 30 x 30 Km positioniert sein müssen. Der Vernichtungskoeffizient hätte bestenfalls 0,4 bis 0,6 betragen.   Heute werden 1- 2 Systeme S 300 / SA 10 oder PATRIOT ausreichen.

Die Zerstörung dieser Objekte von höchster strategischer Bedeutung konnte durch  Bombenflugzeuge , Marschflugkörper , Bomber ( B2 ) mit Kassettenwaffen und Präzisionswaffen , Raketen der Typen Luft - Boden mit Laser Lenkung bzw. GPS Lenkung oder TV Lenkung erfolgen .

Laser - gelenkte Systeme gegen die zu verteidigend Bodenobjekte sind aus Abschussentfernungen bis 20 Km effektiv.

Diese Luftangriffsmittel müssen deswegen durch die Luftverteidigungssysteme weitab der Einsatzentfernungen der Angreifer vernichtet  werden .

TV gelenkte Systeme und deren Trägermittel müssen im Bereich 100 km vor den Schutzobjekten vernichtet werden .

Träger von Systemen gegen die Mittel der Luftverteidigung ( Anti Funkmess-Raketen , HARM ) müssen bei Entfernungen deutlich über 100 Km bekämpft worden sein . ( 120 - 200 Km )

Marschflugkörper im Anflug auf die zu schützenden Objekte nähern sich aus 3500 Km und mehr an .
 

 

                   

                                                         Quelle vko.ru

                            Quelle   vko.ru 

Stationierung  Fla Raketensystemen S 75  / SA 2  um Objekte höchster Bedeutung . Massierung von Fla Mitteln .  Zu beachten ist die Anzahl der Systeme S 200 an einem Standort . Stand 90er Jahre . 
 

                   

AFS , automatisches Führungssystem der Luftverteidigung.     Unten links : ANGARA / S 200    , rechts unten : WOLCHOW / S 75 . Zusätzlich : Anzahl der Startrampen mit Fla Raketen beider Systeme, Anzahl Flugzeuge MIG 25, Anzahl der Funkmessmittel .Anzahl der Fla Raketenabteilungen und Status .

Die Führung von Fla Raketensystemen ist komplex. Über ein maschinelles , rechnergestütztes Zuweisungssystem werden sehr komplexe Vorgänge mit Rechenmaschinen abgearbeitet . Als Ergebnis werden Empfehlungen zur Zielzuweisung an Fla Raketenabteilungen gegeben.

Im automatischen Modus werden beim Massenanflug von feindlichen Luftangriffsmitteln optimale   Lösungsansätze   errechnet : wann soll welche Feuerabteilung auf welches Ziel das Feuer eröffnen.


In den Jahren 1992 bis ca. 1997 nahm die Anzahl der Objekte von strategischer Bedeutung zahlenmäßig ab. Mit dem Zerfall Russlands in einzelne Staaten nahm auch die Anzahl der Luftverteidigungseinheiten für die russ. Föderation ab. Es waren bis zu 20 Standorte und Räume der strategischen Raketentruppen mit ca. . 90 Fla Raketeneinheiten der Luftverteidigung der Typen S 75 ( SA 2 ) S 125 ( SA 3 ) , S 200 ( SA 5 ) und S 300 ( SA 10 ) zu verteidigen . Zum Schutz dieser Objekte wurden  fliegende Einheiten der Luftverteidigung herangezogen .

 

 
Element der Gefechtsmöglichkeiten Fla-Raketen-System
  S-75 S-125 S-200 S-300
Möglichkeiten der Aufklärung 150 km 120 km 600 km 250 km
Möglichkeiten der Führung automatisiert automatisiert automatisiert automatisiert
Vernichtungsmöglichkeiten 7 bis 53 km 5 bis 27 km 13 bis 255 km 7 bis 65 km
Anzahl gleichzeitig bek. Ziele 1 1 2 6
Anzahl der möglichen Schießen 24 16 24 24
Manövermöglichkeiten 3h 45 min 2h 30 min keine 5 min



Die Einführung des modernen Fla Raketensystems S 300 ersetzte mindestens 2 Fla Raketentypen der älteren Bauarten . Die taktischen Kennwerte de Zielvernichtung verbesserten sich um den Faktor 1,5 bis 2 und ersetzten die zahlenmäßigen Verluste innerhalb der russ. Luftverteidigung durch denn Zerfall Russlands in einzelne  Staaten .

Zur Abdeckung von wichtigen Objekten gegen Luftschläge gab es verschiedene Standards . Zur Deckung von Objekten von strategischer Bedeutung der Marine , U Boot Basen mit KW Trägermittel wurden 2 Luftabwehrsysteme S 200 WEGA // SA 5 und 4 -6 Systeme S 300 // SA 10 eingesetzt . Bei reinem Einsatz des S 300 wurden 6- 8 Systeme eingesetzt .  ( Im Zeitraum 1992 - 97 )

Zusätzlich zu den Fla Raketeneinheiten waren bis zu 80 Flugzeuge der Typen MIG 23 , 25 31 und SU 27 mit Flugplätzen in unmittelbarer Nähe in ständiger Bereitschaft . Die Truppenluftabwehr der Landstreitkräfte und der Marine wurden in die PWO eingebunden . Ihnen wurde einzelne Teilaufgaben  übertragen .


Anforderungen an die Luftverteidigung zum Schutz dieser Objekte ab den 90er Jahren waren ::

Jedes Fla System muss in der Lage sein 10 -15 Ziele selbständig zu vernichten unter den Bedingungen aktiver Störungen gegen die Fla Raketenkomplexe . Feuerleitung muss automatisiert erfolgen und die Vernichtungswahrscheinlichkeit darf  0,9 nicht unterschreiten .

Wesentliche Bedeutung dabei hatten die Truppen der Luftverteidigung des Landes ( LV , PWO ) . Bis in die 90er Jahre hatten die Truppen der PWO  folgende Luftabwehrsysteme im Bestand :

S 125 NEVA // SA 3 .   Vernichtungszone ca. 25 Km nach vorn , ca. 12 nach den Seiten . Untere Grenze der Vernichtungszone 25 m Höhe  für den Nahbereich   und bis  50 - 500  Höhe  im Entfernungsbereich  bis ca. 17 Km Entfernung

Das System war  einkanalig , dh . es kann jeweils nur ein Ziel mit 2 Raketen gleichzeitig bekämpft werden. Killwahrscheinlichkeit : 0,2 - 0,9  ,  je nach Schiessbedingungen

S 75 WOLCHOW // SA 2 .   VZ bis ca. . 55 Km , untere Grenze bei 300 m in der Höhe ,  obere Grenze bei 20 Km , seitliche Grenzen der Vernichtungszonen ca. 30  Km .
Einkanalig , dh . es kann jeweils nur ein Ziel mit 3 Raketen gleichzeitig bekämpft werden. Killwahrscheinlichkeit : 0,2 - 0,6  je nach Schiessbedingungen

S 200 WEGA // SA 5  . VZ  bis 240 Km , nach oben ca. 35 Km , untere Grenze bei 1000 m .
Einkanalig , dh . es kann jeweils nur ein Ziel mit 1 Rakete gleichzeitig bekämpft werden. Killwahrscheinlichkeit : 0,4 - 0,8 je nach Schiessbedingungen. Unter speziellen Schiessbedingungen 2 Ziele gleichzeitig mit 2 oder mehreren Flugkörpern .


S 300 Favorit // SA 10  . VZ ca. 100 km,  untere Grenze 10 m Höhe  , obere Grenze 20 km , seitliche Grenzen im Sektor 90 °.
6 Ziele gleichzeitig mit max. 12 Flugkörpern gleichzeitig.

Die Systeme S 125 und S 75 wurden Ende der 90er Jahre aus dem Bestand der russ. Föderation herausgenommen. In ehemaligen Mitgliedsstatten Russlands wird der S 125 NEVA ( erfolgreich ) am Leben gehalten. Das System S 200  wurde  durch  S 300 ersetzt.

Zum Schutz hochwertiger Objekte werden zunehmend ( ab Mitte der 90er Jahre ) Fla Systeme des Heeres im Verbund mit der PWO / LV des Landes als Ergänzung genutzt .  Probleme dabei sind ua. unterschiedliche Taktiken der LV und Heers Fla , Nicht -Kompatibilität  bei der Anbindung an automatische Führungssysteme der LV des Lands. Die PWO der russ. Föderation hatte 95 % aller dieser Objekte zu decken.   Seit dem Jahr  2000 wurde die LV den Luftstreitkräften unterstellt.  Von 1985 bis 1990 wurden 45 Raketendivisionen der strategischen nuklearen Raketenkräfte von 220 Fla Raketensystemen de LV / PWO geschützt. Ab den 90er Jahren wurden S 200, S 75 und S 125 durch S 300P ( PT ,PM PS ) ersetzt. Die Gefechtsmöglichkeiten gegen strategische Luftziele und Marschflugkörper stieg gegenüber den Jahren vor 1990 auf den Faktor 12 und mehr.

Berechnungen zeigten , dass bei einem Anflug von amerikanischen B1 / B2 Bombern auf solche Objekte Verlusten von 40 % an deren Luftflotte im Angriff möglich waren, Ende der 90er Jahre hätten die Verluste bei 60 % gelegen .

Von 1985 bis 1990 wurden 45 Raketendivisionen der strategischen nuklearen Raketenkräfte von 220 Fla Raketensystemen de LV / PWO geschützt. Ab den 90er Jahren wurden S 200, S 75 und S 125 durch S 300P ( PT ,PM PS ) ersetzt. Die Gefechtsmöglichkeiten gegen strategische Luftziele und Marschflugkörper stieg gegenüber den Jahren vor 1990 auf den Faktor 12 und mehr.

Aus dem russ. , verschiedene Artikel in der Militärpresse    2004 - 2009






 


 

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