MOSKAU, 15. Februar (RIA Novosti). Der zur Erde niederfallende US-Aufklärungssatellit USA-193, der am 14. Dezember 2006 gestartet worden war und nun außer Kontrolle geraten ist, soll mit einer Rakete (Standard Missile) aus dem dritten AMB-Komplex Aegis zerstört werden. Das teilte der stellvertretende Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs der USA General Cartright mit. Laut der Webseite "Neues aus der Raumfahrt" hat General Cartright am Donnerstag im Pentagon mitgeteilt, dass eine der Aufgaben darin bestehe, den Treibstoffbehälter des unlenkbaren Satelliten zu zerstören, um das Entweichen von toxischem Treibstoff Hydrazin in die Atmosphäre der Erde auf ein Minimum zu reduzieren. Die Vernichtung dieses Satelliten ist eine einmalige Aktion, für die die Software des Systems drei Wochen lang nachgebessert wurde. Am Donnerstag wurde bekannt gegeben, dass US-Präsident George Bush die Entscheidung zur Zerstörung des Aufklärungssatelliten mit einer USA-193-Rakete getroffen habe. Die im Satelliten befindlichen Vorräte an Hydrozin, das beim ungesteuerten Raumflug eingefroren war, würden eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen, hieß es zur Begründung. Nach Expertenschätzungen könnten bei einem ungehinderten Niederfall des Satelliten, der Anfang März zu erwarten wäre, etwa 1270 Kilogramm Trümmer, darunter bis zu 450 Kilogramm giftiges Hydrazin, auf die Erdoberfläche fallen. Laut General Cartright wird sich das "Zeitfenster" für die Vernichtung des Satelliten in drei bis vier Tagen öffnen und sieben bis acht Tage dauern. Cartright nannte keinen genauen Termin für die Abfangoperation. Nach seinen Angaben werden 90 Prozent der Satellitentrümmer bei zwei Umrundungen in die Atmosphäre der Erde eintreten. Im Falle eines Fehlschlages beim ersten Abfangversuch soll die Entscheidung über einen zweiten Versuch getroffen werden. Cartright wollte nicht auf Einzelheiten der Konstruktion des Apparates des Nationalen Aufklärungsdienstes der USA eingehen, er betonte lediglich: "Der Satellit ist total außer Kontrolle". Wie der Direktor des Projektes für Weltraumsicherheit im Forschungszentrum "Henry Stimson" in Washington, Michael Krepton, äußerte, sei das Testen von Satellitenabwehrwaffen im Weltraum der wahre Grund für die Pläne der Bush-Administration zur Vernichtung des Satelliten durch einen Raketenschlag. "Das Pentagon plant Tests von Satellitenabwehrwaffen", geht aus Kreptons Erklärung hervor, die am Donnerstag in Washington veröffentlicht wurde. Dem Experten zufolge sind die von der Bush-Administration offiziell genannten Gründe "nicht vertrauenswürdig".